Canberra - Wütender Protest in Australiens Hauptstadt Canberra: Etwa 200 Aborigines haben am Donnerstag Ministerpräsidentin Julia Gillard und Oppositionsführer Tony Abbott angegriffen. Die Ureinwohner wollten ein Restaurant stürmen, in dem die Politiker ein Rede hielten, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.
Die Demonstranten beschimpften die beiden nach Medienberichten als "Rassisten", riefen "Schande!" und hämmerten gegen die Fenster eines Restaurants. Etwa 50 Polizisten mussten Gillard und Abott nach Medienberichten in Sicherheit bringen. Dabei stolperte die Ministerpräsidentin, die sichtlich erschüttert war, und verlor einen Schuh, als sie von Sicherheitsbeamten zu ihrem Wagen gebracht wurde. Die Demonstranten schlugen auch auf das Dach des Autos. Später spielte Gillard den Vorfall herunter und sagte, sie sei aus "ziemlich hartem Zeug" gemacht.
Auslöser für die massiven Proteste war Abbots Forderung, ein Protestzelt der Ureinwohner in Canberra abreißen zu lassen. Dies hatte er zuvor in einem Interview verlangt, wie der Sender BBC berichtete.
Am "Australia Day" feiert Australien die Ankunft der ersten weißen Siedler im Jahr 1788. Australiens Ureinwohner stellen etwa 500.000 der 23 Millionen Einwohner des Landes. Sie kämpfen gegen viele soziale Probleme. Viele Aborigines leben von Sozialhilfe, 60 Prozent haben keinen Mittelschulabschluss.
heb/dpa/AFP
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