Studentenproteste in der Türkei Polizei setzt Schlagstöcke ein

Tränengas, Gummigeschosse und Schlagstöcke gegen Studenten in Ankara: In der türkischen Hauptstadt ist die Polizei gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen den Bau einer Straße über das Uni-Gelände protestiert hatten.

Polizist mit Tränengas: Demonstranten auseinandertreiben
AFP

Polizist mit Tränengas: Demonstranten auseinandertreiben


Ankara - In der türkischen Hauptstadt hat die Polizei Studentenproteste gewaltsam aufgelöst. Tränengas und Gummigeschosse wurden eingesetzt, um die Demonstranten auseinanderzutreiben, dies zeigen Fernsehbilder. Die Studenten hatten gegen den geplanten Bau einer Straße über das Gelände der Technischen Universität des Nahen Ostens demonstriert.

Rund 300 Hochschüler hatten sich am Abend in Ankara vor dem Uni-Gelände versammelt, um gegen das Straßenbauprojekt zu demonstrieren. Sie errichteten Barrikaden und warfen Steine auf die Polizisten. Bereits am Nachmittag waren die Sicherheitskräfte mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten an der Universität vorgegangen, es gab 14 Festnahmen.

Studenten und Anwohner protestieren seit Wochen gegen den geplanten Bau der Straße. Sie fürchten, dass dafür viele Bäume gefällt werden müssen. Das Gelände der Hochschule ist eine der größten Grünflächen der Hauptstadt.

In Istanbul wurde der Gezi-Park für Besucher gesperrt, nachdem Aktivisten in Sozialen Netzwerken zu Protesten gegen den Polizeieinsatz in Ankara aufgerufen hatten. Polizisten in schwerer Ausrüstung postierten sich rund um den Park. Im Juni hatte die geplante Umgestaltung der Grünfläche am Rande des Taksim-Platzes landesweite Proteste ausgelöst, die über Wochen Hunderttausende Menschen gegen die islamisch-konservative Regierung von Ministerpräsident Erdogan auf die Straße trieben.

lei/afp

insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
elveda 07.09.2013
1. Studentenproteste in der Türkei: Studenten errichteten Barrikaden und warfen Steine
Wäre das nicht eine passendere Überschrift? --> Studentenproteste in der Türkei: Studenten errichteten Barrikaden und warfen Steine
smst0123 07.09.2013
2. Arme Demonstranten...
Die Überschrift zum Artikel hätte ja auch lauten können: Studenten werfen Steine und bauen Barrikaden bei unfriedlicher Demonstration. In Deutschland ist sowas (schwerer) Landfriedensbruch und auch das türkische Recht dürfte eine ähnliche Norm kennen. Da kann es, bei solch unfriedlichen "Demonstrationen", Situationen geben, in denen (auch in Deutschland) der Einsatz von Einsatzstock und Pfefferspray zum Schutz der eingesetzten Beamten verhältnismäßig ist. Steine auf Menschen zu werfen ist kein Kavalliersdelikt! Es wäre schön, wenn die schreibende Zunft das rechtswidrige Treiben einiger Demonstranten auch als solches benennt! Aber nein, die "Demonstranten" werfen die Steine und verletzen Menschen ja für eine gute Sache!
the_truthh 07.09.2013
3. Typisch Spiegel
Typisch Spiegel. Ihren Türkenhass wissen Sie durch derlei einseitige Berichterstattung immer wieder aufs Neue zu demonstrieren. Seit wann findet die vierte Gewalt es gut, wenn Menschen mit Barrikaden und Steinen Rechtsbruch begehen und hierfür diejenigen zur Rechenschaft gezogen werden? In Deutschland würde in solchen Fällen die Kavallerie anrücken. Zurecht!
bonnstanbul 07.09.2013
4. Ach ihr lieben Master Tayyip Unterstützer...
vielleicht wäre eine Überschrift wie "Polizei lässt auf Befehl von Tayyip Erdogan die Lage eskalieren" eine passendere Überschrift. Aber da ihr ja Haare an einem Körperteil von Tayyip Erdogan seid, könnt ihr ja auch nicht denken.
bonnstanbul 07.09.2013
5. Seit wann ist...
das Aufhalten auf dem Uni-Gelände Landfriedenbruch, wenn man an dieser Uni eingeschrieben ist?
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