Gewaltsame Proteste Italiens Regierung berät über Einsatz von Armee

Erst das Attentat auf einen führenden Atommanager, dann wütende Proteste und Brandanschläge auf die Steuerbehörde: Italien wird von einer Welle der Gewalt erfasst. Die Regierung erwägt jetzt den Einsatz der Armee.

Tatort Genua: Auch der Anschlag auf einen Atommanager beunruhigt Italiens Regierung
DPA

Tatort Genua: Auch der Anschlag auf einen Atommanager beunruhigt Italiens Regierung


Rom - Die italienische Regierung berät in dieser Woche über den Einsatz der Armee, um das Rüstungsunternehmen Finmeccanica und die Steuerbehörde Equitalia zu schützen. Beide sind in der jüngsten Zeit Ziele von Anschlägen geworden, was Sorgen über eine Eskalation der politischen Gewalt weckte.

Im krisengeschüttelten Land nehmen gewaltsame Proteste vor allem gegen die Steuerbehörden zu. In Livorno in der Toskana warfen Unbekannte am frühen Samstagmorgen Molotow-Cocktails auf das Büro der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia. Die Brandsätze explodierten jedoch nicht. Lediglich die Eingangstür des Gebäudes sei beschädigt worden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag.

Bereits am Freitag war bei der Equitalia in Rom ein Brief mit einem Pulver eingegangen, das allerdings nach Angaben von Sprengstoffexperten nicht explodieren konnte. Auch in anderen Städten gab es Proteste vor den Finanz- und Steuerbehörden.

Ausschreitungen in Neapel

Am Freitag hatten in Neapel mehrere hundert Menschen unangemeldet vor dem Sitz der Equitalia demonstriert. Es kam zu Ausschreitungen. Demonstranten warfen Eier, Steine, Flaschen und Säcke mit Abfall auf die Polizeikräfte. Mit Müllcontainern versuchten sie, die Straße zu blockieren. Ein Dutzend Polizeibeamte wurde verletzt.

Es war der vorläufige Höhepunkt einer Woche der Gewalt in Italien. Bereits am Montag wurde ein Anschlag auf einen Atommanager in Genua verübt. Ein unbekannter Schütze hatte sich am Montag auf einem Motorrad dem 59-jährigen Roberto Adinolfi vor dessen Haus genähert und mit einer Pistole das Feuer eröffnet. Der Chef der zu dem Konzern Finmeccanica gehörenden Atomfirma Ansaldo Nucleare wurde nicht lebensgefährlich verletzt.

Die anarchistische Gruppe FAI (Federazione Anarchica Informale) bekannte sich in einem Schreiben zu dem Anschlag, teilten die ermittelnden Staatsanwälte am Freitag mit. Die Ermittler nähmen diese Erklärung ernst, sagte Innenministerin Annamaria Cancellieri in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitung "La Repubblica".

Einsatz der Armee ist eine "mögliche Option"

Zur Vermeidung einer Eskalation der Gewalt werde in den nächsten Tagen über eine Reihe von Maßnahmen beraten. Der Einsatz der Armee zum Schutz potentieller Anschlagsziele sei dabei "eine mögliche Option".

Zu den Einrichtungen, die einen größeren Schutz benötigten, gehöre vor allem die Steuerbehörde Equitalia, deren Büros jüngst das Ziel von Briefbomben und Brandsätzen geworden waren. "Jeder Angriff auf Equitalia ist ein Angriff auf den Staat", sagte die Ministerin, die für Donnerstag einen nationalen Sicherheitsausschuss einberief.

mhe/dpa/reuters



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insgesamt 205 Beiträge
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Seite 1
fussball11 13.05.2012
1.
Zitat von sysopDPAErst das Attentat auf einen führenden Atommanager, dann wütende Proteste und Brandanschläge auf die Steuerbehörde: Italien wird von einer Welle der Gewalt erfasst. Die Regierung erwägt jetzt den Einsatz der Armee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832902,00.html
Ich glaube das nennt man auf Neudeutsch eine " lupenreine Demokratie "
c_c 13.05.2012
2.
Es war vorhersehbar seit 30 Jahrzehnten. Aber ich glaube an die Menschen. Diesesmal werden Polizisten und Soldaten rechtzeitig aufwachen.
dingodog 13.05.2012
3. Tag der Armee...
Die mediterranen EU-Staaten bewegen sich weiter auf einer Abwärtsspirale. Ich bin sicher, nicht nur in Italien wird im Hintergrund über den Einsatz der Armee nachgedacht. Die Diskussion dort ist nur eine Vorhut, ein Versuchsballon.
DerZitator 13.05.2012
4. Frau Merkel,
Zitat von sysopDPAErst das Attentat auf einen führenden Atommanager, dann wütende Proteste und Brandanschläge auf die Steuerbehörde: Italien wird von einer Welle der Gewalt erfasst. Die Regierung erwägt jetzt den Einsatz der Armee. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832902,00.html
die Gewalt, welche überall in Europa um sich greift, ist die direkte Folge Ihrer Politik. Verschließen Sie nicht, in ihrer typisch bornierten Art, die Augen vor der Realität. Sie, Frau Merkel, stürzen mit ihrer Politik, der kompromisslosen Bankensubventionierung, tausende Südeuropäer ins buchstäbliche Elend. Sie, Frau Merkel, tragen die Verantwortung für die gegenwärtigen Wutausbrüche und für die Konfrontationen die noch folgen werden. Ich hoffe, Sie sind sich dessen bewusst und können deshalb nicht mehr schlafen, traue Ihnen jedoch zu, dass es Ihnen egal ist.
Rodelkönig 13.05.2012
5.
Jetzt denken also schon reihenweise Staaten darüber nach, die Armee gegen Steine- und Flaschenwerfer einzusetzen. Als nächstes wird dann die Wahl wegen "zu großer Unruhen" ausgesetzt oder verschoben und nochmal verschoben und nochmal verschoben .... und schon ist die Herrschaft der Finanzdiktatur Realität.
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