Moskau - "Weg mit den kriminellen Machthabern", "Russland ohne Putin!" und "Freiheit den politischen Gefangenen!" - die Parolen der Protestierenden ließen keinen Zweifel daran, wer in Russland ihrer Überzeugung nach die Verantwortung für Korruption, Machtmissbrauch, staatliche Willkür trägt. Viele Menschen sind an diesem Samstag in Moskau dem Aufruf der Opposition gefolgt, gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu protestieren. Die Polizei sprach von etwa 700 Menschen, die Opposition gab die Zahl der Protestierenden auf ihrer Internetseite kasparov.ru mit 7000 an. Auch in anderen Städten gab es trotz der extremen Kälte Kundgebungen für mehr demokratische Freiheiten.
Zwar hatten die Organisatoren die Demonstration beantragt, doch war sie von den Behörden nicht genehmigt worden - das lieferte der Polizei auch den Grund, etliche Demonstranten festzunehmen, darunter den Blogger Alexej Nawalni, den linken Politiker Sergej Udalzow sowie die prominente Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak und Ilja Jaschin. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und setzte auch Hubschrauber ein.
Die russische Regierung hatte im Juni das Demonstrationsrecht verschärft und die Strafen für die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen um das 150fache erhöht. Die Proteste gegen die Staatsführung hatten vor gut einem Jahr begonnen. Die Menschen warfen der Regierung massiven Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen vor und kritisierten die Politik und die angekündigte Wiederwahl von Wladimir Putin als Präsident. In den vergangenen Monaten hatte die Opposition regelmäßig zu sogenannten Märschen der Millionen aufgerufen.
mik/dapd/dpa
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