Proteste zum Israel-Besuch Rechtsextreme wollen Papst "bloßstellen"

Eine Gruppe israelischer Rechtsextremer plant Proteste gegen den Papst. Mit einer Reihe großangelegter Aktionen wolle man Benedikt XVI. auf seiner Israel-Reise "bloßstellen", drohten die Aktivisten.


Jerusalem - Dutzende rechtsextremer israelischer Aktivisten planen nach einem Zeitungsbericht Protestaktionen gegen den Besuch des Papstes Benedikt XVI. im Heiligen Land in der kommenden Woche. Die israelische Zeitung "Maariv" schrieb am Mittwoch, Ziel sei es, "den Papst bloßzustellen und den Besuch zu stören". Der Papst besucht das Heilige Land vom 11. bis 15. Mai.

Papst Benedikt XVI.: In der kommenden Woche in Israel
REUTERS

Papst Benedikt XVI.: In der kommenden Woche in Israel

Der rechtsgerichtete Parlamentsabgeordnete Michael Ben-Ari von der Nationalen Union, der an den Vorbereitungen für die Proteste teilnehme, sagte: "Mit dem feierlichen Staatsempfang, der für Papst Benedikt XVI. geplant wird, kehrt man Millionen von Juden den Rücken, die im Schatten des Kreuzes von der Inquisition geschlachtet wurden." Er wolle am Montag auch einen Empfang zu Ehren des Papstes in der Amtsresidenz des Staatspräsidenten Schimon Peres boykottieren, zu dem alle 120 Abgeordneten der Knesset eingeladen sind.

Nach Informationen von "Maariv" planen die Aktivisten unter anderem eine Reihe von Demonstrationen gegen den Papstbesuch. Zudem wollen sie Druck auf die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem ausüben, damit diese den Papst wegen seiner Mitgliedschaft in der Hitlerjugend nicht empfängt. Die Chefrabbiner Israels sollten von dem Papst eine Entschuldigung für die "Verfolgung des jüdischen Volkes durch die Kirche im Verlauf der Generationen" fordern, verlangen die rechtsgerichteten Aktivisten, darunter Baruch Marsel und Itamar Ben Gvir.

Die ehemalige Parlamentspräsidentin Dalia Izik sagte zu den geplanten Aktionen: "Dieser Papst hat große Anstrengungen unternommen, um eine Annäherung der verschiedenen Religionen zu erreichen. Wir haben unter der Christenheit gelitten, und es wäre gut, wenn wir Kompromisse schließen und uns ihr annähern. Wir haben genug Feinde in der Welt."

amz/dpa



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