Provokation: Iranisches Karikaturenbuch leugnet den Holocaust
Das iranische Regime nutzt den sogenannten "Jerusalem"-Tag einmal mehr zur Provokation: Studenten und Anhänger von Präsident Ahmadinedschad präsentierten ein Karikaturen-Buch, in dem der Holocaust in Frage gestellt wird.
Teheran - In Iran haben Studenten und Anhänger von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am sogenannten Jerusalem-Tag Karikaturen über den Holocaust präsentiert und einmal mehr den Völkermord an den Juden in Zweifel gezogen. Bildungsminister Aliresa Ahmadi nahm am Freitag in Teheran an der Veröffentlichung der Karikaturensammlung teil, welche die Judenermordung im Zweiten Weltkrieg leugnet.
Holocaust-Leugnung per Zeichnung: Eine Iranerin blättert im Karikaturenbuch
In dem Buch wird Israel vorgeworfen, das Thema im Konflikt mit den Palästinensern propagandistisch zu missbrauchen, wie das staatliche iranische Fernsehen berichtete. Vor zwei Jahren hatte die Regierung eine Konferenz organisiert, auf der sich Leugner des Holocaust trafen, und einen Karikaturenwettbewerb ausgeschrieben. Ahmadinedschad hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit anti-israelischen Äußerungen weltweit für Empörung gesorgt.
Eine der Karikaturen, die nun mit einer Auflage von 7000 Stück verbreitet werden, zeigt einen Juden mit Hakennase, der vor einem Schild "Lager des Holocaust" mit Kreide zahlreiche Leichen auf den Boden zeichnet. Auf einer anderen ist ein Jude zu sehen, an dessen Nasenspitze ein Stift die "Geschichte des Holocaust" schreibt. Abgebildet sind auch Juden, die aus einer Gaskammer herauskommen und kehrtmachen, so dass der automatische Zähler der Gesamtzahl von sechs Millionen ermordeter Juden näherrückt.
Die Veröffentlichungen in Iran richten sich vor allem gegen den Staat Israel. In der offiziellen Ankündigung zum Kuds-Tag, dem "Jerusalem-Tag", heißt es, "die muslimische Welt" werde "niemals das zionistische Regime" anerkennen und warte auf den Tag, an dem "dieser Krebstumor von der Weltkarte verschwindet". Der "Jerusalem-Tag" ist als Unterstützung für die Palästinenser gedacht.
pes/AFP/dpa
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