Kiew/Moskau - Draußen vor dem Gerichtssaal forderten Tausende Anhänger von Julia Timoschenko ihre Haftentlassung, das Gericht in Kiew ließ sich davon nicht beeindrucken: Die frühere ukrainische Regierungschefin bleibt laut einer Entscheidung der Richter weiter inhaftiert, ein Antrag zur Aufhebung der Untersuchungshaft für die 50-jährige Oppositionsführerin wurde abgelehnt.
Der Prozess wegen Amtsmissbrauchs gegen die Galionsfigur der pro-westlichen Orangenen Revolution von 2004 läuft seit Juni. Timoschenkos Anwalt Sergej Wlassenko sagte, das Gericht wolle seine Mandantin um jeden Preis verurteilen. Er rechne "trotz Timoschenkos Unschuld mit einem Strafmaß von etwa sieben Jahren Haft".
Der Prozess gegen die Politikerin mit dem markanten Haarkranz wird international kritisiert. Die Bundesregierung hatte der Führung in Kiew vorgeworfen, das Verfahren wecke den Verdacht "politisch motivierter Justiz" in der früheren Sowjetrepublik.
Timoschenko drohen bis zu zehn Jahre Haft. Laut Anklage soll die Ukraine während ihrer Amtszeit durch ein Gasgeschäft mit Moskau Hunderte Millionen Euro verloren haben. Die Ex-Ministerpräsidentin widerspricht dem und wirft der Regierung eine "Hetzjagd" vor. Es gehe darum, Gegner von Staatschef Wiktor Janukowitsch politisch kaltzustellen. Timoschenko war nach der Orangenen Revolution Regierungschefin geworden. 2010 verlor sie gegen Janukowitsch bei der Präsidentenwahl.
hen/dpa/Reuters
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