Terror-Prozess in New York Die Bank und die Bomben

In New York klagen 297 Opfer der palästinensische Hamas gegen die jordanische Arab Bank. Es geht um Entschädigungen in Milliardenhöhe. Zwölf Jahre hat Anwalt Gary Osen an dem Fall gearbeitet, jetzt wird ein Urteil erwartet.

Von , New York

Zerstörtes Hotel in Netanya 2002: Selbstmordanschlag in Israel
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Zerstörtes Hotel in Netanya 2002: Selbstmordanschlag in Israel


Joshua Faudem betritt den Gerichtssaal von Brooklyn. Er ist gekommen, um über die Bombe zu berichten, die sein Leben für immer verändert hat. Die Bilder der Blutnacht tanzen vor seinen Augen, verstümmelte Körper, Splitter, er weiß noch, wie er sich über seine Freundin geworfen hat, um sie zu schützen. Faudem geht zum Zeugenstuhl, er setzt sich und will seine Geschichte erzählen, als der Anwalt der Arab Bank aufspringt und ihm das Wort abschneidet: "Einspruch, seine Aussage ist irrelevant!"

Faudem trägt Glatze, eine dick gerahmte Brille und einen graumelierten Kinnbart, er sieht aus wie ein in die Jahre gekommener Hipster. Bevor er nach Denver zog, wohnte er in Jerusalem, heute macht er Filme. Als die Bombe im April 2003 in "Mike's Place" in Tel Aviv explodierte, arbeitete Faudem als Barkeeper. Er will der Jury von diesem milden Frühlingsabend am Mittelmeer berichten. Jemand feierte seinen Geburtstag in der Bar, Faudem sah noch den Mann im Türrahmen stehen, den sie später als Selbstmordattentäter identifizieren würden.

Die Verteidiger wollen die Aussage verhindern, die Geschworenen sollen Faudems Emotionen nicht sehen. Die Entscheidung liegt jetzt beim Richter, Brian M. Cogan.

Vor Cogans Kammer am Eastern District von New York wird ein Fall verhandelt, der die Finanzwelt verändern könnte. 297 Amerikaner haben die Arab Bank verklagt, die in der jordanischen Hauptstadt Amman ihren Sitz hat und zu den größten und einflussreichsten Geldhäusern des Orients zählt. Seit 1973 unterhält die Bank eine Niederlassung in New York.

Hauptsitz der Arab Bank im jordanischen Amman: Angeblich 180 Überweisungen an Attentäter, deren Familien oder Hamas-Aktivisten
AFP

Hauptsitz der Arab Bank im jordanischen Amman: Angeblich 180 Überweisungen an Attentäter, deren Familien oder Hamas-Aktivisten

Bis 2004 verwaltete die Bank auch Konten der palästinensischen Hamas. Zu ihren Kunden gehörten der Hamas-Gründer Scheich Yassin, der Hamas-Führer Ismail Hanija und der Sprecher der Organisation, Osama Hamdan. Die Anwälte der Opfer argumentieren, ohne die willentliche Hilfe der Bank hätte die Hamas nicht ungestört ihrem tödlichem Handwerk nachgehen können.

Haftet eine Bank für die Aktivitäten ihrer Kunden, wenn sich herausstellt, dass sie diese wissentlich gewähren ließ? Das ist die Frage, über die die elf Geschworenen im Saal 8D des Gerichts von Brooklyn entscheiden müssen. Das Urteil soll am Donnerstag oder Freitag fallen.

Der Fall wird in einem postmodernen Gebäude aus Sandstein, Glas und Kirschholz verhandelt. Wenn man aus dem Fenster schaut, kann man die Stahlseile der Brooklyn Bridge sehen. Der Saal ist mit rotem Teppich und modernster Technik ausgestattet, Projektoren werfen Bilder der Selbstmordattentäter und Kolonnen von Zahlen auf eine Leinwand. Die Jury besteht aus sechs Schwarzen, vier Hispanics und einer Weißen, sie treffen sich seit August viermal die Woche von morgens um 9 Uhr bis abends um 17 Uhr. In der Nachbarschaft leben viele Juden. Arabische Bankiers haben hier kein Heimspiel.

Wenn die Bank schuldig gesprochen wird, drohen nicht nur Entschädigungsforderungen in Milliardenhöhe, die die Existenz des Unternehmens bedrohen könnten. Auch weitere Klagen gegen andere Banken, die Geschäfte in Ländern wie Jordanien, Palästina, Irak, Syrien oder dem Libanon gemacht haben, wären wahrscheinlich.

Richter Cogan muss jetzt entscheiden, wie es mit Joshua Faudem und dem Anschlag auf "Mike's Place" weitergeht. Er sitzt erhöht auf einem Holzpodest wie ein Regent im Thronsaal, links unter ihm die Verteidiger der Bank, an einer Mittelinsel die Opferanwälte, rechts die Jury. Der Vorsitzende hat weißes Haar, einen Vollbart und ein rundes Gesicht, er führt den Prozess mit einer sanften Stimme, die die Schilderungen des Terrors weichspült und erträglich macht. Faudem könne lediglich bezeugen, wer der Attentäter sei, argumentiert der Anwalt der Arab Bank, aber darum gehe es nicht.

Cogan schaut von links nach rechts, lächelt und sagt freundlich: "Einspruch abgewiesen."

Hamas-Attentäter Masri: Er sprengte sich am 9. August 2001 in einem Restaurant im Zentrum Jerusalems in die Luft
Getty Images

Hamas-Attentäter Masri: Er sprengte sich am 9. August 2001 in einem Restaurant im Zentrum Jerusalems in die Luft

Gerichtsverhandlungen in den USA sind wie ein Stellungskrieg, es geht um jeden Meter Geländegewinn. Das Ziel ist, die Jury zu beeindrucken und die Zeugen der Gegenseite zu diskreditieren. Faudems Schilderung macht das Leid der Opfer erfahrbar. Er trägt den Terror der Intifada nach Brooklyn zu den Geschworenen. Auf der Leinwand sind jetzt Bilder von zwei jungen Arabern mit Kalaschnikows und grünen Stirnbändern der Hamas zu sehen, die vom Krieg gegen Israel erzählen. Im Stellungskampf zwischen der Arab Bank und den Opferanwälten haben die Kläger gerade wichtiges Gelände erobert.

Die Bombe, erzählt Faudem, sei direkt am Eingang von "Mike's Place" explodiert, am Hayarkon, der berühmtem Strandstraße Tel Avivs. "Erkennen Sie jemand?", fragt einer der Kläger und blickt auf die Leinwand. "Ja, den Linken", sagt Faudem und zeigt auf einen Hamas-Mann mit Vollbart und leuchtendem Blick. "Ich habe ihn schon eineinhalb Stunden vor der Explosion in der Bar gesehen." Seit der Detonation leidet der Filmemacher unter posttraumatischen Stress und hört schlecht.

An jenem Abend starben in "Mike's Place" drei Menschen, 50 wurden verletzt. Die Hamas nannte die Bombenkampagne die zweite Initifada, sie dauerte von 2000 bis 2004 und wurde zum blutigen Aufstand gegen die israelische Besatzungspolitik. Der spektakulärste Angriff galt einer jüdischen Feier zum Pessach-Fest an Ostern 2002 in Netanya. Der Selbstmordattentäter kam als verschleierte Frau verkleidet und riss 30 Menschen mit in den Tod. 24 tödliche Anschläge haben die Anwälte der Opfer in ihrer Klageschrift aufgelistet.

Zerstörtes Gebäude in Tel Aviv (2011): Terroranschläge in Israel
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Schon vor Beginn der Verhandlung war der Fall politisch umstritten, wie selten ein Prozess zuvor. Das amerikanische Außenministerium sprach sich dafür aus, die Sitzung aus außenpolitischen Interessen nicht zu eröffnen. Das US-Finanzministerium und das Justizministerium widersprachen, sie fürchteten einen Präzedenzfall: Wenn eine Bank ungestraft davonkomme, obwohl sie Geschäfte mit einer Terrororganisation machte - wie sollte die Regierung dann bei ähnlichen Fällen in Iran oder Syrien argumentieren?

Die Arab Bank rief das amerikanische Verfassungsgericht an, die Vereinigung der arabischen Banken verfasste Solidaritätserklärungen. Und die Regierung von Jordanien, die Anteile an der Bank hält, bat in einer offizellen Petition darum, die Klage abzuweisen: Das Verfahren unterminiere Jordaniens Souveränität und "riskiere die Destabilisierung der Wirtschaft Jordaniens und der Nachbarländer".

Gary Osen, 44, lächelt, wenn er hört, wen die Arab Bank alles aufgeboten hat. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, der ihm eine Nummer zu groß ist, er hat schütteres Haupthaar und eine gemütliche Ausstrahlung. Osen hat die Klage eingereicht. Wenn er vor den Richter tritt, spricht er mit leiser Stimme und vergräbt die Hände in den Hosentaschen. Gary Osen wird oft unterschätzt. Er findet das ganz gut so.

In den USA sind die meisten Anwälte, die sich auf Schadensersatzprozesse spezialisiert haben, wie Haie. Sie umkreisen ihr Opfer, sie sind aggressiv und warten auf ein Zeichen der Schwäche, um zuzubeißen. Die Haie haben Motorjachten, fahren Porsche Cabrio und feiern rauschende Partys als Zeichen ihres Erfolgs.

Osen fährt U-Bahn, wohnt in New Yersey in einer gutbürgerlichen Nachbarschaft und mag Partys nicht sonderlich. Er ist eher ein Wal.

Gary Osen vor dem Gericht in Brooklyn: Am Arab-Bank-Fall hat er zwölf Jahre lang gearbeitet
Dirk Anschütz

Gary Osen vor dem Gericht in Brooklyn: Am Arab-Bank-Fall hat er zwölf Jahre lang gearbeitet

Die jüdische Familie, aus der Osen stammt, emmigrierte 1937 aus Frankfurt am Main in die USA, er wuchs in der Bronx in New York auf. Sein erster großer Fall betraf die Enteignung der Wertheim-Erben in Berlin durch die Nazis. Osen erstritt mehr als 100 Millionen Euro, mit seinem Anteil finanzierte er die Klage gegen die Arab Bank. "Das Problem der meisten Gesellschaften sind nicht die Adolf Eichmanns, sondern die Mitläufer, die Verbrechen erst ermöglichen", sagt er. Das Gericht ist für ihn ein Ort, an dem sich eine Zivilisation darauf verständigt, was richtig ist und was falsch.

Am Fall der Arab Bank hat Osen zwölf Jahre lang gearbeitet. Die Bankiers aus Jordanien haben nicht geglaubt, dass Osen Erfolg haben könnte.

Am 11. September 2001 starb einer von Osens Nachbarn im World Trade Center. Als Osen von dem Unglück hörte, klopfte er bei der Ehefrau seines Nachbarns an die Tür und fragte, ob er helfen könne. "Ich wollte irgendetwas tun", sagt er. Die Witwe sagte Ja. Elf der 19 Attentäter des 11. September kamen aus Saudi-Arabien. Osen begann, sich mit den Saudis zu beschäftigen.

Er fand nichts über die Finanzierung der Todespiloten durch saudische Hilfsorganisationen, aber er stieß auf Gruppen wie das im Jahr 2000 in Riad gegründete "Saudi-Komitee zur Unterstützung der Intifada", das der Hamas regelmäßig Geld zukommen ließ. "Es war ein komplexes System mit einer ausgeklügelten Infrastruktur, in der die Arab Bank eine entscheidende Rolle spielte", behauptet er.

Der legendäre Hamas-Gründer, Scheich Yassin (1998) : Geldüberweisung angeblich ein Versehen - wegen eines Schreibfehlers
AP

Der legendäre Hamas-Gründer, Scheich Yassin (1998): Geldüberweisung angeblich ein Versehen - wegen eines Schreibfehlers

Bei seinen Recherchen las er eine Anzeige einer Hamas-Unterorganisation in einer palästinensischen Zeitung. Darin werden die Familien von Selbstmordattentätern dazu aufgerufen, "eine Filiale der Arab Bank an ihrem Wohnort aufzusuchen", um Geld vom Saudi-Komitee ausgezahlt zu bekommen. Osen lernte, dass das Saudi-Komitee den Verwandten eines Märtyrers 5316 Dollar versprach, eine Art Witwenpension für Angehörige von Terroristen. Er registrierte, dass ein hochrangiger Bankfunktionär sich öffentlich damit gebrüstet hatte, die Zerstörung Israels zu unterstützen.

Nachdem Osen 2004 Klage eingereicht hatte, reagierte die Bank. Sie ließ die Hamas-Konten schließen und räumte ein, dem legendären Gründer der Hamas, Scheich Yassin, Geld überwiesen zu haben, angeblich ein Versehen, wegen eines Schreibfehlers. Dem Sprecher der Organisation, Osama Hamdan, drückten die Bankiers einen Scheck über 8677 Dollar in die Hand, so viel Geld lag noch auf seinem Konto, als es geschlossen wurde. Doch um das Verfahren in New York zu verhindern, war es zu spät.

Mit einer anderen Bank, der Schweizer UBS, hat Osen für seine Klienten einen Vergleich geschlossen. Die UBS zahlte diskret. Doch die Jordanier wollten keinen Vergleich, sie wollten kämpfen. Sie beauftragten Kevin Walsh.

Walsh hat in Harvard studiert und Hedgefonds, die Flugzeugindustrie und Chemiegiganten verteidigt. Er residiert in der 27. Etage eines Hochhauses in Manhatten gegenüber vom Rockefeller-Center, eine Dame nimmt Besucher in Empfang, Milchglas und Mahagony versprühen die kühle Arbeitsatmosphäre einer Businesslounge. Hinter den bodentiefen Fenstern funkelt New York in der Abenddämmerung.

Walsh arbeitet für DLA Piper, eine der größten Anwaltsfirmen der Welt mit 4200 Anwälten und einem Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Dollar. An der Wand hängt eine gerahmte Auszeichnung als Amerikas beste Unternehmenskanzlei. Walsh ist Osens Gegenspieler, er arbeitet seit zehn Jahren mit einem halben Dutzend Anwälten an dem Fall. Sein Stundensatz liegt bei etwa tausend Dollar. Die Bank hat ihm viele Millionen bezahlt, um Gary Osen zu stoppen.

Die Bank habe nichts Verbotenes getan, keiner der Hamas-Leute habe zum Zeitpunkt der Kontobewegungen auf einer schwarzen Liste der US-Regierung gestanden, argumentieren Walsh und seine Leute. Osen habe 180 Überweisungen herausgepickt, die angeblich an Selbstmordattentäter, deren Familien oder andere Hamas-Aktivisten gegangen seien, 180 von 180.000 Überweisungen, die das Saudi-Kommittee über die Arab Bank abgewickelt habe. Können 180 Geldbewegungen eine absichtliche Unterstützung einer Terrororganisation sein?

In einem Heuhaufen könne sich schon mal eine Stecknadel verbergen, das ist die Argumentation von Walsh. Das Geld, das die Arab Bank bewegt habe, habe keine Menschen verletzt, das Geldinstitut habe nie vorgehabt, jemandem Leid zuzufügen. Wenn man das Geldhaus dafür verurteile, müsse man das moderne Banksystem mit Millionen Kontobewegungen am Tag in Frage stellen.

Osen und seine Leute haben sich für die Dauer des Verfahrens im nahe gelegenen Marriott-Hotel einquartiert, sie streifen abends ihre Anzüge ab und bereiten in Shorts, T-Shirt und Sandalen in einem "War Room" den nächsten Tag vor.

Im gleichen Hotel wohnen auch Walshs Leute, sie haben ebenfalls einen "War Room". Manchmal treffen sich die Juristen abends zufällig an der Bar. Das Klima, sagt einer der Anwälte, sei "wie im Gaza-Streifen zwischen Israelis und Palästinensern".

US Federal Court
Gewinnt Osen, folgt ein Zivilverfahren, das festlegt, wie viel Geld die Bank bezahlen muss. In ähnlichen Verfahren haben Angehörige pro Todesfall zehn Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen bekommen, bei Verletzungen drei Millionen. Wenn sie schuldig gesprochen wird, muss die Arab Bank vorausichtlich Milliarden bezahlen.

Bevor er den Fall annahm, hatte Osen in einem Krankenhaus in Jerusalem Steven Averbach besucht. Averbach hatte in einem Bus gesessen, den die Hamas während der Intifada in die Luft sprengte. Das Schrapnell hatte seinen Körper zerfetzt, ein Stück Metall durchschlug seinen Hals und trennte die Wirbelsäule zwischen dem dritten und dem vierten Wirbel in zwei Teile. Seitdem war Averbach querschnittsgelähmt, er kämpfte mit Depressionen und starken Schmerzen. 2010 starb er an den Spätfolgen des Anschlags.

Am ersten Verhandungstag führte Osen dem Gericht ein Video von Averbach vor, der unnatürlich verzerrt im Rollstuhl hing und sechs Minuten lang von seinem Leiden berichtete. Als der Videofilm endete, hing ein Moment der Betroffenheit im Gerichtssaal.

"Dass Steven post mortem zu den Geschworenen sprechen konnte, ist für mich ein kleiner Sieg", sagt Osen. "Das allein war es wert."

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
abrahan 18.09.2014
1.
Zitat: «Wenn eine Bank ungestraft davonkomme, obwohl sie Geschäfte mit einer Terrororganisation machte - wie sollte die Regierung dann bei ähnlichen Fällen in Iran oder Syrien argumentieren?» An sich ein sehr guter Artikel, nur wie man eine Organisation wie die Hamas mit Staaten wie Iran oder Syrien vergleichen kann, muss man nicht unbedingt verstehen.
Zitrone! 18.09.2014
2. Schwierig.
Spontan würde ich sagen, dass man eine Bank prinzipiell nicht dafür verantwortlich machen kann, was ihre Kunden anstellen. Meine Bank geht es schließlich auch nichts an, was ich mit meinem Geld mache. Man kann ihr vielleicht noch verbieten, mit einer Terrororganisation Geschäfte zu machen, aber wer definiert dann, was eine Terrororganisation ist? Die USA maßen sich das natürlich gerne an, so geht das m. E. aber nicht. Wenn ein einzelner Manager sich damit brüstet, Terrorakte zu unterstützen, sollte man ihn vielleicht lieber direkt verklagen, nicht die Bank insgesamt. (Kommt natürlich nicht so viel Kohle bei rüber!) Und wenn ich lese: "Das Ziel ist, die Jury zu beeindrucken und die Zeugen der Gegenseite zu diskreditieren.", dann gruselt es mich wieder einmal vor dem amerikanischen Rechtssystem. Ich hoffe dann immer, dass wir hier noch nicht so weit sind. Ach, und übrigens: Es heißt "eMigrieren", "ManhattAn" und "MahagonI". Ich rege mich im Forum nicht über Rechtschreibfehler auf, von Journalisten erwarte ich aber ein bisschen mehr.
BoMbY 18.09.2014
3.
Wenn eine Bank für Aktivitäten ihrer Kunden haftbar gemacht werden kann, dann müssen wir alle Banken schließen.
schreckgespenst 18.09.2014
4.
Zitat von abrahanZitat: «Wenn eine Bank ungestraft davonkomme, obwohl sie Geschäfte mit einer Terrororganisation machte - wie sollte die Regierung dann bei ähnlichen Fällen in Iran oder Syrien argumentieren?» An sich ein sehr guter Artikel, nur wie man eine Organisation wie die Hamas mit Staaten wie Iran oder Syrien vergleichen kann, muss man nicht unbedingt verstehen.
Hier geht es doch gar nicht um eine Gleichsetzung! Die Frage bezieht sich darauf, wie bspw. Sanktionen gegen den Iran und Syren durchsetzbar wären, wenn man bereits hier keine Handhabe gegen diese Bank hat. Insgesamt halte ich den Prozess für sehr sinnvoll, um den Terrorunterstützern im arabischen Raum ihre Verantwortung für die Toten klar zu machen. Deshalb ist es auch notwendig, die Verwundeten und Toten in den Prozess mit einzubinden. Interessant finde ich die Ruhe hier im Forum. Würde ein ähnlicher Prozess (mal wieder) gegen die Deutsche Bank oder Goldmann Sachs laufen, würde das Forum vor Kommentaren überquellen.
geht bestimmt 18.09.2014
5.
auf jeden fall ein sehr interessanter, aber leider auch ein sehr amerikanischer fall: man versucht eigentlich nur sehr viel Geld durch Schadensersatzansprüche einzunehmen. dazu verklagt man dann natürlich die bank, denn die hat das geld. dass die hamas die leiden zu verantworten hat ist da natürlich nebensächlich, da man da kein geld bekommt. und dann wird der Prozess natürlich in den usa, wobei die usa mit dem Attentat gar nichts zu tun hat. ausgetragen, da sieht man sofort die Dollar zeichnen in den Augen der Kläger. und zu guter letzt die Fokussierung auf das Leiden der opfer im Gerichtssaal. das ist schon auffällig, da dieses wirklich nichts mit der eigentlichen Frage zu tun hat. hinter dieser ganzen, hässlichen und pur kapitalistischen Vorgehensweise der Anklage (alles getan, für möglichst viel geld. auch wenn es faktisch unsinnig ist) versteckt sich dann die interessante und entscheidende Frage: sind banken für die taten ihrer Kunden verantwortlich und wenn ja, wann und in welchem Maße. ich meine banken sind grundsätzlich nicht dafür verantwortlich.
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