Prügel und Tritte Taiwans Abgeordnete gehen aufeinander los

Ein Streit um Handelsbeziehungen ist im taiwanischen Parlament eskaliert: Die Abgeordneten schubsten, boxten - und bewarfen sich mit Gegenständen. Drei Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

AFP

Taipei - Durch das Parlament in Taiwan flogen am Donnerstag Mülleimer und Teetassen. Vertreter von Regierung und Opposition schlugen und traten sich und bespritzten sich mit Wasser. Der Grund für den Streit: ein Handelsabkommen mit China.

Drei Abgeordnete mussten anschließend im Krankenhaus behandelt werden, wie Vertreter des Parlaments am Donnerstag sagten. Mit der Mehrheit der Regierungspartei KMT wurde schließlich eine zweite Lesung der Vorlage beschlossen. Parlamentspräsident Wang Jin Pyng musste von einem menschlichen Schutzwall aus Parlamentariern der Regierungsseite abgeschirmt werden, als er das Abstimmungsergebnis verkündete.

In der zweiten Lesung soll das Vertragswerk im kommenden Monat endgültig abgesegnet werden. Es enthält vor allem den Fall von Zollgrenzen für Produkte aus Taiwan beim Export nach China.

Die Opposition hält den Kurs der Regierung, der eine Annäherung an China bedeutet, für falsch. Sie befürchtet, dass Peking, welches Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet, langfristig die Angliederung anstrebt. Die Insel Taiwan vor der chinesischen Festlandsküste wird nur noch von wenigen Ländern der Erde als unabhängiger Staat anerkannt. Dabei gehört sie zu den wichtigsten Wirtschaftsmächten der Welt.

kgp/dpa/AP/Reuters

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