Regierungskritiker: Pussy-Riot-Mitglied soll misshandelt worden sein

Ein Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot wirft einem Polizisten grobe Misshandlung vor. Maria Aljochina behauptet, dass ihr Arm verdreht worden sei. Sollten die Anschuldigungen stimmen, wäre es der erste körperliche Übergriff auf eine der drei verurteilten Aktivistinnen.

Pussy-Riot-Mitglied Aljochina: Erst Beschimpfungen, dann Arm verdreht Zur Großansicht
REUTERS

Pussy-Riot-Mitglied Aljochina: Erst Beschimpfungen, dann Arm verdreht

Moskau - Maria Aljochina wurde von einem russischen Polizisten grob misshandelt. Das behauptet jedenfalls das Mitglied der Punkband Pussy Riot in einem Brief, den ihr Anwalt auf seinem Internetblog veröffentlichte. Der Vorfall soll sich bereits am Freitag nach der Verurteilung zu zwei Jahren Lagerhaft ereignet haben. Der Polizist habe sie zunächst mit Beschimpfungen angewiesen, sich zu beeilen, und ihr dann den Arm verdreht, berichtete die 24-Jährige. Laut Aljochina sei es der erste körperliche Übergriff auf eine der drei verurteilten Frauen gewesen. Die Polizei hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Derweil wurde die Internetseite des Chamowniki-Gerichts in Moskau, das die drei Pussy-Riot-Aktivistinnen verurteilt hatte, laut der Nachrichtenagentur Interfax kurzzeitig lahmgelegt. Die Gruppe Anonymous bekannte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter zu dem Angriff. "Freiheit für Pussy Riot" war am Dienstagmorgen auf der Startseite des Gerichts zu lesen. Dazu luden sie das neue Lied der Punkband hoch.

Im Februar hatte Pussy Riot in einer Moskauer Kirche das sogenannte Punk-Gebet aufgeführt. Darin riefen sie die Gottesmutter an, Präsident Putin zu verjagen. Wenige Tage später waren die 22-jährige Tolokonnikowa, die 24-jährige Aljochina und die 30-jährige Samuzewitsch verhaftet worden. Am Freitag wurden sie zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Die Strafen werden nach Ansicht von Beobachtern in einem Berufungsverfahren vermutlich auf jeweils ein Jahr verkürzt.

Am Dienstag bekräftigte der Menschenrechtsbeauftragte des Kreml, Michail Fedotow, seine Kritik an dem weltweit umstrittenen Urteil und sprach von einem "historischen Justizirrtum". Einen Tag zuvor waren weitere Mitglieder von Pussy Riot zur Fahndung ausgeschrieben worden.

max/dpa/dpad

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Bunter Protest gegen Moskauer Urteil: Aus Solidarität mit Pussy Riot

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Pussy Riot: Punk gegen Putin

Bevölkerung: 142,958 Mio.

Fläche: 17.098.200 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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