Russisches Militärmanöver Putins Militär-Show

Es ist eine klare Botschaft mitten in der Krim-Krise: Russlands Präsident Putin zeigt sich am letzten Tag eines riesigen Militärmanövers im Kommandostand. Um ihn herum Panzer, Artillerie und Zigtausende Soldaten.


Moskau - Bilder sind häufig stärker als Worte. Und folgerichtig gab Russlands Präsident Wladimir Putin am Montag kein öffentliches Statement ab, als er überraschend mitten im Manöver seiner Armee auftauchte. Das brauchte er gar nicht, er ließ sich lediglich fotografieren. Die Botschaft des militärischen Muskelspiels war eindeutig: Russland ist bis an die Zähne bewaffnet, sollte das wohl heißen.

Per Hubschrauber waren er und sein Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf dem Kirillovsky-Militärübungsgelände nahe der Stadt Wyborg gelandet. Der Präsident lächelte lediglich, als er sich auf den Weg zum Kommandostand machte. Von dort aus beobachtete er die Panzer, die im dicken Nebel nur schwer erkennbar waren. Das Artilleriefeuer war deutlich zu hören.

Putin hatte das gewaltige Manöver mit 150.000 Soldaten am vergangenen Mittwoch nach dem Umsturz in der Ukraine überraschend angesetzt. Es werde die Einsatzfähigkeit bei Krisen an Russlands Westgrenzen getestet, erklärte Schoigu zu Beginn der Übung. Der Minister beteuerte damals, das Manöver in den Militärbezirken Mitte und West an den Grenzen zur Ukraine, Weißrussland, zu den baltischen Staaten, Finnland und der Arktis habe nichts mit den Umwälzungen in Kiew zu tun. Doch der Termin fünf Tage nach dem Sturz des prorussischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch sowie das Ausmaß der Übung galten Beobachtern als ein deutliches Signal.

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Putin beim Manöver: Panzer im Nebel
Getestet werden sollte, wie die Streitkräfte für "Krisensituationen" gerüstet seien, die "die militärische Sicherheit des Landes bedrohen", sagte Schoigu.

150.000 Soldaten, 90 Flugzeuge, 880 Panzer und bis zu 80 Schiffe waren beteiligt. Auch die Luftlandetruppen Russlands waren "in Alarm versetzt worden".

ler/AFP/Reuters



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hotgorn 03.03.2014
1. lieber stärke demonstrieren
Woher kamen die Waffen, die 2008 beim georgischen Angriff auf Südosetien eingesetzt wurden größtenteils, aus der Ukraine. Keine Ahnung was Saakschwili dazu bewegte mit ukrainischen Stalinorgeln Dörfer anzugreifen aber eine russische Antwort war zu erwarten. Wieso sollte Putin noch einmal Material und Menschenleben opfern wenn es auch unblutig gehen kann.
JDR 03.03.2014
2. ...
Zitat von sysopAPEs ist eine klare Botschaft mitten in der Krim-Krise: Russlands Präsident Putin zeigt sich am letzten Tag eines riesigen Militärmanövers im Kommandostand. Um ihn herum Panzer, Artillerie und zigtausende Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-beim-militaermanoever-nahe-der-grenze-zur-ukraine-a-956715.html
Nun Putin zeigt, dass er bereit ist, alle alte Sovietmuster umzusetzen. Wenn er muss, wird er die truppen in die Ukraine schicken und das Land niederknüppeln - und die Welt wird zusehen. Trotzdem war die Invasion auf der Krim eine Kurzschlusshandlung. Putin hat bisher ein langfristiges Spiel gespielt. Der Verlust Janukovitschs wäre ohne weiteres zu verschmerzen gewesen, denn in vier Jahren hätten die Wähler sich wieder nach einer Alternative umgesehen, die Putin installiert hätte. Machen wir uns nichts vor: Der Kreml hat massiv interveniert, geschoben un getrixt, um die Macht in der Ukraine außerhalb des Griffes des Westens zu halten. Die Wut darüber, dass all das vom Volk weggewischt wurde, gesteigert durch die notwendige Wartezeit, bis seine Spiele vorbei waren, haben Putin explodieren lassen. Als er endlich grünes Licht für die Niederschlagung des ukrainischen Volksaufstandes gegeben hat, war es bereits zu spät. Sein nächster Zug war zwar durchgeplant und vorbereitet, aber dennoch ein Schnellschuss mit bisher unübersehbaren Kosten. Richtig wäre es nun, würde die NATO aus "Sicherheitsgründen" den Bosporus für alle Schiffe sperren, welche auf der Krim angelegt haben. Dies wäre ein Alptraum für Russland und würde die komplette Operation "Krimkrieg" as absurdum führen. Putins Kurschluss würde genau den Effekt haben, welchen er verhindern wollte. Anschließend würde die russische Flotte vermutlich versuchen, die Blockade zu brechen. Kriegsschiffe könnte man ungehindert durchlassen, zivile Schiffe würde die NATO entern und "überprüfen." Konvois würden durch Schiffssperren ohne Abgabe eines Schusses an der Druchfahrt gehindert. Diese Maßnahme wäre völkerrechtstechnisch schwer, aber nicht unmöglich zu rechtfertigen und sollte Putin diese Karte spielen, wäre es das klügste, anstatt darüber zu diskutieren, mit einem Schulterzucken und wegwerfender Handbewegung auf die Krim zu deuten. Putin würde weiter kochen, Gefechte in der Ukraine wären nicht ausgeschlossen, er würde Truppen bewegen und er würde sich selbstverständlich weigern, dem "imperialistischen Druck" nachzugeben. Aber er würde vermutlich Lavrov aussenden, um durch einen "Überrschungsvorschlag" mit einem Remis das Schachbrett zu verlassen.
JKStiller 03.03.2014
3. Das soll es nicht nur heißen,
Russland ist bis an die Zähne bewaffnet. Ich gehe außerdem davon aus, Putin wird Aufrüstung, Ausbau und Modernisierung der Landstreitkräfte mit Blick auf die Geschehnisse der letzten Tage befohlen haben.
Kontra 03.03.2014
4. Mobilmachung nicht mitgerechnet
Zitat von sysopAPEs ist eine klare Botschaft mitten in der Krim-Krise: Russlands Präsident Putin zeigt sich am letzten Tag eines riesigen Militärmanövers im Kommandostand. Um ihn herum Panzer, Artillerie und zigtausende Soldaten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-beim-militaermanoever-nahe-der-grenze-zur-ukraine-a-956715.html
Respekt, diese Demonstration militärischer Stärke ist durchaus Furcht einflößend und nicht mit Nah-Ost-Staaten vergleichbar. !50.000 Soldaten und 880 Panzer sind neben anderen hochmodernen Kriegsgerät sofort einsatzfähig.
kozmoz-konzil 03.03.2014
5. @jdr
Getrixt? Und das hat der Westen nicht? "Volksaufstand" niederknüppeln lassen? Welchen Film schauen Sie denn gerade? Wer hat denn diesen Volksaufstand finanziert, organisiert und initiiert? Ich bin weder pro- noch anti-irgendwas, aber Sie sollten dringend Ihre Quellen überprüfen bzw. austauschen...
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