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Blackbox von abgeschossenem Kampfjet: Putin holt Hilfe aus China und Großbritannien

War der abgeschossene russische Kampfjet in türkischem Luftraum? Diese Frage soll eine russische Untersuchungskommission klären. Auch ein Brite und ein Chinese sollen ihr angehören.

Absturz des russischen Militärflugzeugs am 24. November: Moskau und Ankara behaupten jeweils Widersprüchliches Zur Großansicht
DPA/ HABERTURK TV CHANNEL

Absturz des russischen Militärflugzeugs am 24. November: Moskau und Ankara behaupten jeweils Widersprüchliches

Der Abschuss des russischen Kampfjets an der türkisch-syrischen Grenze im November hat das russisch-türkische Verhältnis schwer belastet. Nun soll eine von der russischen Regierung eingesetzte Kommission klären, wie es dazu kommen konnte.

Außer russischen Experten sollen auch Fachleute britischer und chinesischer Staatsbürgerschaft der von Moskau eingesetzten Kommission angehören, sagten russische Beamte am Freitag. Wer genau in der Moskauer Kommission sitzen soll, verrieten sie nicht. Möglicherweise hofft die russische Regierung, so den Verdacht entkräften zu können, dass eine Untersuchung, die von einer der beiden Streitparteien durchgeführt wird, automatisch als parteiisch gelten könnte.

Eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls, die von keiner der beiden Streitparteien durchgeführt wurde, gibt es bisher nicht.

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Moskau und Ankara behaupten jeweils Widersprüchliches.

Die türkische Regierung sagt, dass der russische Kampfjet 17 Sekunden lang in türkischem Luftraum war, als er einen über drei Kilometer breiten türkischen Landzipfel überflog, der nach Syrien hineinragt. Trotz zehn Funkwarnungen habe der russische Kampfjet nicht abgedreht. Ein zweiter russischer Kampfjet, der ebenfalls den türkischen Luftraum verletzt habe, sei nicht abgeschossen worden. Um ihre Behauptungen zu belegen, legte die türkische Regierung Tonaufnahmen der Funkwarnungen vor, die sie dem russischen Kampfjet gegeben haben will.

Die russische Regierung sagt, dass der Kampfjet den türkischen Landzipfel umflogen und den syrischen Luftraum nicht verlassen habe. Der Kampfjet habe keine Funkwarnungen von türkischer Seite bekommen. Um ihre Behauptungen zu stützen, legte die russische Regierung weitere Behauptungen vor. Russlands Präsident Wladimir Putin warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayyep Erdogan vor, den russischen Kampfjet abgeschossen zu haben, weil dieser Öl-Lieferrouten des "Islamischen Staats" gefährdet habe, von denen Erdogan persönlich profitiere. Einen Beweis für diese Aussagen blieb Moskau bisher schuldig.

ras/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 78 Beiträge
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1.
GnRH 18.12.2015
Man kann über Putin denken was man will, aber dumm ist der ganz sicher nicht. Chapeau, ein kluger Schachzug. Mal sehen wie die Türkei jetzt zieht.
2. falscher Grund
florencegrosse 18.12.2015
nicht die Bombardierung der Öllieferung des IS in die Türkei sondern die Bombardierungen der Turkmenen die an der Nordgrenze gegen Assad kämpfen sollten unterbunden werden. Das war der Grund des Abschusses. Dies wurde durch hochrangige Militärs wiederholt in den Nachrichten angesagt.
3. Da gibt es zwei Punkte....
joG 18.12.2015
.....die bedacht sein sollten. 1) die Back Box war in der Hand einer Partei im Streit und diese Partei hat die technische Expertise den Inhalt manipuliert zu haben. Forensisch schiene das Beweismittel belastet. 2) dieser Luftraum ist der vermutlich genauest beobachtete der Welt. Jede interessierte Partei weiß genau, was geschehen ist.
4.
SachDebattierer 18.12.2015
Zitat von florencegrossenicht die Bombardierung der Öllieferung des IS in die Türkei sondern die Bombardierungen der Turkmenen die an der Nordgrenze gegen Assad kämpfen sollten unterbunden werden. Das war der Grund des Abschusses. Dies wurde durch hochrangige Militärs wiederholt in den Nachrichten angesagt.
Hochrangige Militärs sind immer wieder eine sehr zuverlässige, weil unabhängige Quelle ;-) Ich glaube aber, dass beides richtig ist, Putin hat die IS Versorgungs/Handelslinien aus und in die Türkei angegriffen UND turkmenisch-islamistische Terroristen, was in dieser Kombination durchaus logisch ist.
5. Die Hochrangige NATO-Militärs...
Spartakus 18.12.2015
Zitat von florencegrossenicht die Bombardierung der Öllieferung des IS in die Türkei sondern die Bombardierungen der Turkmenen die an der Nordgrenze gegen Assad kämpfen sollten unterbunden werden. Das war der Grund des Abschusses. Dies wurde durch hochrangige Militärs wiederholt in den Nachrichten angesagt.
haben auch wiederholt behauptet, Sadam Hussein hätte Atomwaffen!
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