Kreml-Chef Putin fordert Gespräche über Staatlichkeit der Ostukraine

Während die EU über noch härtere Sanktionen gegen Russland berät, provozierte Präsident Putin erneut: Erstmals forderte er Gespräche über den staatlichen Status der Südostukraine. Doch wenig später ruderte der Kreml zurück.

Russlands Präsident Putin (Archivbild): Gespräche "sofort beginnen"
REUTERS/ Alexei Druzhinin/ RIA Novosti/ Kremlin

Russlands Präsident Putin (Archivbild): Gespräche "sofort beginnen"


Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat das militärische Engagement seiner Regierung in der Grenzregion zur Ukraine gerechtfertigt. Zudem forderte der Kreml-Chef Verhandlungen über eine Eigenstaatlichkeit für die umkämpfte Südostukraine.

Man müsse bedenken, dass sich Russland nicht heraushalten könne, wenn auf Menschen in der Ukraine geschossen werde, zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass den russischen Präsidenten. Die Gespräche "über die politische Organisation der Gesellschaft und den staatlichen Status für die Südostukraine" müssten "sofort beginnen", sagte Putin der Agentur zufolge bei einem TV-Auftritt in Ostrussland. Ziel müsse es sein, die "gesetzlichen Interessen der dort lebenden Menschen zu schützen".

Kurze Zeit später kommentierte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow die Äußerungen des russischen Regierungschefs. Laut Nachrichtenagentur Reuters sagte Peskow, die Ostukraine solle weiterhin Teil der Ukraine bleiben. Bei der Situation handele es sich um einen innerstaatlichen Konflikt.

Putin hatte das Gebiet wiederholt als Noworossija (Neurussland) bezeichnet, ohne allerdings - wie von den Separatisten dort geplant - eine Staatsgründung unter diesem historischen Namen zu fordern. In der Vergangenheit hatte sich Russland für eine Föderalisierung der Ostukraine ausgesprochen. Die selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk erkennt Moskau bisher nicht an.

Seit rund fünf Monaten liefern sich prorussische Separatisten und ukrainische Regierungstruppen erbitterte Kämpfe in dem Gebiet, nach Uno-Angaben wurden dabei inzwischen fast 2600 Menschen getötet.

Nachdem die Soldaten aus Kiew viele Städte zurückerobern konnten, starteten die Rebellen vor einer Woche eine Gegenoffensive. Die ukrainische Regierung und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen und mit eigenen Soldaten zu unterstützen und die ukrainische Souveränität zu untergraben.

Die EU hat der Regierung in Moskau mit neuen Sanktionen gedroht, sollte die "Aggression der russischen Streitkräfte auf ukrainischem Boden" nicht gestoppt werden. Deutsche Waffenlieferungen in die Ukraine schlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen beim EU-Gipfel in Brüssel hingegen aus.

bos/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 599 Beiträge
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Seite 1
Kamillo 31.08.2014
1.
Dass dieser Schritt nun kommt, ist doch völlig klar. Bevor die Krim (wieder) russisch wurde, war sie für etwa 5 Minuten lang ja auch "Eigenstaatlich". Natürlich hält Putin die Zügel fest in der Hand und verfährt im Falle der Ostukraine nach dem bewährten Strickmuster wie auf der Krim. Welcher Teil "Neurusslands" ist als nächstes dran?
StörMeinung 31.08.2014
2. Westen für
Logisch, ... man schaue z.B. nach dem Fall Slowenien und Kroatien, ... hier passiert exakt das Gleiche, nur das der Westen diesmal die "Jugoslawen" unterstützt. Slowenien löste sich von Jugoslawien OHNE Volksabstimmung, und VOR den ethnischen Säuberungen.
cour-age 31.08.2014
3.
aha, was nicht mehr zu verheimlichen geht, gibt PUTIN nun nochmals, wie damals im Nachhinein bei der militärischen Besetzung der Krim zu: Russland mischt als militärischer Aggressor mit bewaffneten Soldaten mit. Lügner bleibt sich treu. Der Mann ist diplomatisch diskreditiert, dem glaubt kein Mensch mehr irgendwas. Armes Russland. Er will das Spiel wiederholen: militärisch einmarschieren, Eigenstaatlichkeit ausrufen, Ostukraine annektieren... Was hier von den Putinfreunden seit Wochen & Monaten geleugnet wird, bereitet ihr Führer gnadenlos vor, und gibt es nun geradezu zu.
behr22 31.08.2014
4.
Im 2. Weltkrieg ist Russland auch in Polen einmarschiert mit nahezu der idetnischen Begründung und zwar müssten die dort lebenden Ukrainer und Weißrussen geschützt werden.
MarcusDidiusFalco 31.08.2014
5. Krieg lohnt sich wieder
für rücksichtslose Dikatoren. Und Schuld ist die westliche Untätigkeit. Ein sofortiges totales Handelsembargo muss her.
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