Ostukraine Putin gibt sich versöhnlich

Russlands Präsident schlägt in der Ukraine-Krise sanftere Töne an. Er hoffe, dass ein neuer Waffenstillstand bald ausgehandelt sei, sagte der Kreml-Chef. Noch vor ein paar Tagen hatte er sich viel martialischer geäußert.

Russischer Präsident Putin: Hoffnung auf Waffenstillstand
REUTERS

Russischer Präsident Putin: Hoffnung auf Waffenstillstand


Moskau/Kiew - Wladimir Putin schlüpft im Ukraine-Konflikt in eine neue Rolle: Nach einem Kurzbesuch des französischen Staatschefs François Hollande in Moskau sagte der russische Präsident, seine Regierung unterstütze die territoriale Integrität der Ukraine. Er hoffe auf eine baldige Übereinkunft zur Umsetzung der Waffenstillstandsvereinbarung zwischen der Regierung in Kiew und den Rebellen im Osten des Landes.

Die Aussage steht im krassen Widerspruch zu Putins Äußerungen vom Donnerstag. Damals hatte Putin noch eine Wiederkehr des Kalten Krieges beklagt. Russlands "Feinde der Vergangenheit" versuchten, das Land unter dem Deckmantel der Ukraine-Krise zu vernichten. Das werde er nicht zulassen, so Putin.

Nach dem Gespräch mit Hollande forderte der russische Präsident zudem ein Ende der ukrainischen Blockade gegen das Konfliktgebiet Donbass. Wenn die ukrainische Regierung die Gebiete Donezk und Luhansk weiter isoliere, dann werde es schwer, die territoriale Unversehrtheit der Ukraine wiederherzustellen, sagte Putin. Die russischsprachige Bevölkerung im Donbass beklagt etwa, keine Sozialleistungen und Renten mehr zu erhalten.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko stellte unterdessen Gespräche mit den Rebellen über die Umsetzung des Friedensplans in Aussicht. Ein entsprechedes Treffen sei am kommenden Dienstag in der weißrussischen Hauptstadt Minsk geplant.

Am selben Ort hatten sich die Ukraine und die Separatisten im Beisein russischer Vertreter Anfang September auf einen Waffenstillstand und einen Zwölf-Punkte-Plan zur Beilegung des Konflikts geeinigt. Die Waffenruhe wird aber immer wieder verletzt. Russland wird vorgeworfen, nach der Eingliederung der Krim die prorussischen Rebellen in der Ukraine zu unterstützen. Die Moskauer Regierung weist dies zurück.

ssu/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 158 Beiträge
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Seite 1
kategorien 06.12.2014
1. Neurotisch
Auch wenn es hierüber nicht sonderlich glaubwürdig klingt: Ich bin geschäftlich, als Unternehmer, mit einigen Unternehmern vertraut, die Putin persönlich kennen, die in Russland mit Putins Machtaufstieg eingestiegen sind. Nach denen ist Putin seit 6-7 Jahren neurotischer und unberechenbarer geworden. Damals hätte man mit ihm verhandeln können, heute höre er nur noch auf sich selbst und solche, die ihm gut zureden.
MontyUK 06.12.2014
2. Deutsh Sprak
"Noch vor ein paar Tagen hatte er sich viel martialischere Töne geäußert." Na, mal wieder der Praktikant am Werk?
herzblutdemokrat 06.12.2014
3. Dicke Luft in Russland?
Es sieht mir so aus als ob die Sanktionen nun endlich ihre Wirkung zeigen. Sehr gut so. Vielleicht lässt er dann auch seine Muskelspiele.
Bebraham 06.12.2014
4.
Einzig und allein die Unterstützung des Kiewer Regimes mit finanziellen und militärischen Mitteln ist bis dato klar belegt. Die vereinbarte "Waffenruhe" dient wiedermal nur zur erneuten Formierung und Aufrüstung der geschaffenen Front für die nächste Offensive. Putin reicht erneut die Hand, man sollte aufhören sie zu beißen!
HaMü 06.12.2014
5. Wo?
Wo besteht da der, noch dazu "krasse" Widerspruch?
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