Polen und Russland Putin beschwert sich über Fan-Krawalle

Hunderte Fußballfans randalierten am Dienstag in Warschaus Innenstadt - nun haben die Krawalle auch Reaktionen auf politischer Ebene ausgelöst. Russlands Staatschef Putin meldete sich telefonisch bei Polens Premier Tusk - und wies den Polen die Verantwortung zu.

Nachspiel am Telefon: Russlands Präsident beschwert sich über Fan-Krawalle in Warschau
AP

Nachspiel am Telefon: Russlands Präsident beschwert sich über Fan-Krawalle in Warschau


Warschau/Moskau - In einem Telefongespräch mit Premierminister Donald Tusk hat Russlands Staatschef Wladimir Putin die polnischen Organisatoren für die Fan-Krawalle in Warschau kritisiert. Putin habe betont, dass Polen für die Sicherheit der Fans verantwortlich sei, berichtete ein Kreml-Sprecher nach dem Telefonat. Zudem warf das russische Außenministerium den polnischen Fans vor, die Straßenschlägereien provoziert zu haben.

Vor dem EM-Gruppenspiel Polen gegen Russland hatten russische Fans einen gemeinsamen Marsch zum Stadion in Warschau organisiert. Während der Aktion entbrannten nach Provokationen polnischer Hooligans heftige Krawalle. Die Polizei schickte 6000 Beamte, die mit Wasserwerfen, Tränengas und Gummigeschossen gegen die Schläger vorgingen.

Bei den Auseinandersetzungen wurden zwanzig Menschen verletzt, darunter zehn Polizisten. In der Nacht auf Mittwoch kam es zu weiteren Gewaltausbrüchen im Stadtzentrum von Warschau. Insgesamt verhaftete die Polizei mehr als 180 Randalierer.

"Die Politik da heraus lassen"

Die polnischen Behörden hatten sich am Mittwoch für den Gewaltausbruch entschuldigt. Premierminister Tusk spielte die Vorfälle jedoch herunter und nannte die Krawallmacher "nur ein paar hundert Idioten, die versucht haben zu beweisen, dass sie wichtiger sind als die Fans und das gesamte Turnier". Es sei kein Kampf Russland gegen Polen gewesen - er würde die Politik da heraus lassen, sagte Tusk.

Das sah Russlands Präsident Putin offenbar anders: Er meldete sich am Mittwoch per Telefon bei Tusk. "Putin hat betont, dass die Organisatoren solcher internationalen Turniere die volle Verantwortung für die Sicherheit der Fans aus anderen Ländern auf ihrem Territorium trägt", sagte der Sprecher Dmitry Peskov. Tusks Büro teilte mit, in dem Telefonat sei es auch um wirtschaftliche Belange gegangen. Der Premierminister habe zum Ausdruck gebracht, dass die Krawalle keinen Einfluss auf die guten Beziehungen der Länder hätten.

Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums betonte, Russland habe sich bemüht, die Fans in Warschau zu beschützen. Unglücklicherweise hätten sich die Provokationen einiger Gruppen polnischer Fans nicht vermeiden lassen. "Wir hoffen, dass sich die Ereignisse vom 12. Juni nicht wiederholen", hieß es in der Stellungnahme. Russland hoffe, "dass die polnische Obrigkeit alle notwendigen Anstrengungen unternimmt, damit die künftigen Spiele ein wahres Fest für alle Fußball-Liebhaber werden".

usp/Reuters/sid/dapd

insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
chhm 13.06.2012
1. Putin beschwert sich?????
...worüber den??? ...Meinungsfreiheit??? ...Unterdrückung??? ...verzögerter Zahlungseingang der gelieferten Hubschrauber an Syrien????
Schwarzspecht 13.06.2012
2. Für diesen Herrn
sind grundsätzlich immer die anderen schuld.
A.R. 14.06.2012
3. optional
Die Provokation ging ja wohl eher von den russischen "Fans" aus HerrPutin!
maanzer 14.06.2012
4. um fair zu bleiben
Bei WM2006 gab es noch groessere Schlagereien in Stuttgart, Koeln und Dortmund. Das hat aber Niemand in TV gezeigt. Nach jedem WM-Spiel hat die Polizei ca. 200 Hoolos verhaftet. In Warszau waren 200.000 Leute auf den Strassen um zu feiern, 180 verhaftet. So was passiert leider bei jedem Tournier. Schade, dass so was passiert, aber Polen ist ja keine Ausnahme...
antiimperialist 14.06.2012
5.
Zitat von A.R.Die Provokation ging ja wohl eher von den russischen "Fans" aus HerrPutin!
Da muss ich Ihnen leider recht geben. Die Russen waren es die ihre Fahnen auf der Straße zeigten. Solche bösen Menschen
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