Qaida-Führer US-Truppen sollen Pornos in Bin-Laden-Versteck gefunden haben

Bei der Durchsuchung des Bin-Laden-Anwesens sind die US-Spezialeinheiten offenbar auf eine Sammlung pornografischer Videos gestoßen. Wie die Bewohner des Hauses an die Aufnahmen gekommen sind, bleibt vorerst unklar.


Washington - Im pakistanischen Versteck des getöteten Qaida-Chefs Osama Bin Laden haben US-Spezialkräfte Kreisen zufolge pornografisches Material gefunden. Es handele sich um Videos aus der heutigen Zeit, sagten frühere und derzeitige Mitarbeiter der US-Behörden am Freitag. Es sei eine größere Sammlung.

Bisher ist noch unklar, wo genau in dem Anwesen in der Stadt Abbottabad die Materialien gefunden und von wem sie angesehen wurden. Den Kreisen zufolge ist auch nicht bekannt, ob sich Bin Laden die Aufnahmen selbst beschaffte oder anschaute. Berichten zufolge gab es in dem Versteck kein Internet oder Festnetzanschlüsse.

Unterdessen konnten die US-Behörden in Pakistan drei von Bin Ladens Witwen verhören. Dabei habe es aber nicht viele neue Erkenntnisse gegeben, sagte ein Behördenmitarbeiter. Die Frauen seien bislang "nicht sonderlich mitteilsam". Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, David Lapan, bestätigte die Befragungen. Er gab jedoch keine Einzelheiten preis.

Bin Ladens Frauen waren gemeinsam mit dem Terrorchef in einem Anwesen im pakistanischen Abbottabad entdeckt worden. Ein US-Spezialkommando tötete den Terrorchef bei der Erstürmung des Anwesens. Von den Frauen, die sich ebenfalls dort aufhielten, erhoffen sich die USA nun Informationen über das Terrornetzwerk al-Qaida und die Rolle, die Bin Laden zuletzt spielte.

Streit über Verhör der Bin-Laden-Witwen

Zuvor hatte es Streit zwischen den USA und Pakistan über die Erlaubnis von Verhören gegeben: Zunächst hatten die pakistanischen Behörden den US-Ermittlern nur gestattet, bei ihnen Fragen einzureichen. Dann wurde eine direkte Befragung gestattet, wenn die Herkunftsländer der Witwen zustimmen.

Welche US-Behörden die Frau befragten, wurde nicht bekanntgegeben. Pakistan will die drei Witwen und ihre Kinder in ihre Heimat zurückschicken. Eine Frau stammt aus dem Jemen, zwei kommen aus Saudi-Arabien.

jok/Reuters



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