Beinahe-Abschuss Rakete aus Nordkorea verfehlt Passagierjet nur knapp 

Aus Protest gegen südkoreanisch-amerikanische Militärübungen testet Nordkorea Kurzstreckenraketen - und hätte fast ein chinesisches Passagierflugzeug abgeschossen.

"Das war ein unmoralischer Akt, der internationale Normen verletzt": Ein Flugzeug der China Southern Airlines (l.)
REUTERS

"Das war ein unmoralischer Akt, der internationale Normen verletzt": Ein Flugzeug der China Southern Airlines (l.)


Seoul - Ein Passagierflugzeug der chinesischen Gesellschaft China Southern Airlines hat am Dienstag die Fluglinie einer nordkoreanischen Rakete gekreuzt, die sieben Minuten zuvor abgefeuert worden war. Das bestätigte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Bloomberg. An Bord der Maschine, die in Japan gestartet und auf dem Weg nach Nordchina war, befanden sich 220 Passagiere.

Um 16.17 Uhr Ortszeit feuerte Nordkorea die Kurzstreckenrakete ab. Um 16.24 Uhr kreuzte der Flug der China Southern mit der Nummer CZ628 die Raketenflugbahn. Zu diesem Zeitpunkt flog das Flugzeug in einer Höhe von zehn Kilometern über internationalem Gewässer. Laut dem Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums habe Nordkorea den Raketenabschuss nicht angekündigt. "Das war ein unerwarteter und unmoralischer Akt, der internationale Normen verletzt", sagte der Sprecher. "Die Rakete hätte das Flugzeug treffen können."

Ein Sprecher des nordkoreanischen Militärs verteidigte den Raketenabschuss als "gewöhnliche Militärübung". Die Genauigkeit der Abschüsse garantiere, dass Nachbarstaaten nicht beeinträchtigt würden, zitierte das "Wall Street Journal" den Militärsprecher. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums forderte laut der "South China Morning Post" alle beteiligten Parteien zu Beherrschung auf, um eine Eskalation der Situation zu vermeiden.

Derzeit halten die USA und Südkorea alljährliche gemeinsame Militärübungen ab. Nordkorea betrachtet die Übungen, die noch bis zum 18. April dauern sollen, als Kriegsvorbereitungen. Am 21. Februar begann Nordkorea mit dem Abschuss von Kurzstreckenraketen und beendete damit eine Phase der Annäherung an Südkorea. Im Februar ließen Nord- und Südkorea zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder Treffen von Familien zu, die während des Koreakriegs (1950 bis 1953) auseinandergerissen worden waren.

mka



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Badischer Revoluzzer 05.03.2014
1. Immerhin war es ein chinesisches
Flugzeug. Man kann stark davon ausgehen, daß der Beinaheabschuß wirklich ein Versehen war. Vermutlich werden die Chnesen hinter den Kulissen ganz schön Rabatz machen.
charly136 05.03.2014
2. Zum Glück
Was wäre passiert, wäre aus dem "knapp oder beinahe" Wirklichkeit geworden?
kochmik 05.03.2014
3. Knapp daneben....Chinesische Aussenpolitik
Da hätten die Chinesen wohl latente Schnappatmung bekommen, wenn ihre roten Brüder 220 Genossen vom Himmel geballert hätten....Oh mein kommunistisches Brudervolk, verreck doch bitte auf Deiner Seite des Zauns
Hans58 05.03.2014
4.
Wenn für die Route von Tokio (Narita) nach Shenyang (Taoxian) keine NOTAM vorlag, obwohl die Route über Nordkorea geht, dann hat Nordkorea ein Problem, andernfalls die China Southern.
geotie 05.03.2014
5. yoooh
Nordkorea hätte sehr viele Zugeständnisse machen müssen, ansonsten wäre ein wichtiger Rückhalt verloren gegangen. Könnte natürlich sein, dass diese Betonköpfe sich dann lieber militärisch zu retten versuchen.
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