Raketen gegen "außerordentliche Gefahr" Neue Abwehrstrategie der USA

Amerika müsse auf "Schurkenregime" aus der ganzen Welt reagieren, sagte Donald Trump und legte eine neue Abwehrstrategie vor. Dabei gehe Gefahr vor allem von einem Land aus.

Donald Trump
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US-Präsident Donald Trump hat ein neues Raketenabwehr-Strategie seines Landes vorgestellt. Darin werten die USA Nordkorea als "außerordentliche Gefahr". Vor sieben Monaten noch hatte Trump erklärt, die Gefahr aus Pjöngjang sei gebannt.

Trump erklärte, Widersacher und "Schurkenregime" auf der ganzen Welt bauten ihre Raketenarsenale stetig aus und konzentrierten sich auf die Entwicklung von Langstreckenraketen, die Ziele in den USA erreichen könnten. Darauf müsse Amerika reagieren, sagte er im Pentagon.

Auch Sensoren im All zählen zu den Vorschlägen

Zu den Investitionen könnten auch Systeme gehören, die im Weltraum stationiert sind. Das All sei ein neuer Gefechtsschauplatz, sagte Trump. Ob die Regierung die Projekte tatsächlich umsetzen kann, hängt davon ab, ob sie die Finanzierung sicherstellen kann. Allein die bloße Ankündigung dürfte die Sorgen vor einem neuen Wettrüsten befeuern.

Mit den neuen Investitionen will sich Trumps Regierung nach eigenen Worten neben ballistischen Raketen auch gegen Marschflugkörper oder Hyperschall-Raketen rüsten. Dabei werden explizit Russland und China genannt. Die russische Regierung hatte im Dezember einen neuen Raketentyp getestet, der nach Darstellung des Kreml 27-mal so schnell wie der Schall ist.

Das letzte Mal legte die US-Regierung 2010 unter Trumps Vorgänger Barack Obama einen entsprechenden Bericht vor.

Beobachter fürchten ein neues Wettrüsten

Zu den neuen Vorschlägen des Pentagons aus dem Papier mit dem Namen "Missile Defense Review", zu Deutsch "Überprüfung der Raketenabwehr", gehören Sensoren im All, die Raketenstarts in anderen Staaten schneller erkennen sollen. Außerdem schlägt die Regierung eine Studie zu einem Abwehrsystem im Weltraum vor, mit dem feindliche Raketen abgeschossen werden könnten. Vorerst sollen solche Waffen aber noch nicht tatsächlich entwickelt werden, es handelt sich um Untersuchungen dazu.

US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte bei der Vorstellung des Papiers, unter Trump sei es zu einer Annäherung mit Nordkorea gekommen. Dennoch stellten Pjöngjangs Raketen weiterhin eine signifikante Bedrohung für die USA dar, ebenso wie die Irans, sagte er.

An mehreren Stellen in dem Papier werden zudem Russland und China als Grund dafür genannt, dass die USA ihr Abwehrsystem verbessern müssten. Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps Regierung die beiden Länder in einem Papier so herausstellt. Beobachter fürchten ein neues Wettrüsten.

Die Sorge wird auch dadurch genährt, dass die USA Russland ein Ultimatum zum gut 30 Jahre alten INF-Vertrag über das Verbot nuklearer Mittelstreckensysteme gestellt haben. Trumps Regierung will sich ab dem 2. Februar nicht mehr an den Vertrag gebunden fühlen, wenn Russland nicht bis dahin die Zerstörung neuer Marschflugkörper zusagt.

mst/AFP/Reuters



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