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Raketenangriffe aus Gaza: Israels Militär fürchtet neue Reichweite der Hamas

Die Hamas-Raketen schlagen immer tiefer auf israelischem Gebiet ein. Die Sorge wächst, dass die Raketen bald auch Tel Aviv erreichen könnten - und das Atomkraftwerk in Dimona.

Hamburg - Die Sicherheitsbehörden in Tel Aviv haben die Bewohner der Stadt in Alarmbereitschaft versetzt. Die Anweisungen sehen unter anderem vor, öffentliche Bunker für mögliche Raketenangriffe aus dem Gaza-Streifen vorzubereiten.

Seit dem von der Hamas aufgekündigten Waffenstillstand schlagen immer wieder Raketen auf israelischem Gebiet ein, inzwischen sind es mehr als 700. Dabei wurden bislang vier Menschen getötet. Die Reichweite der Raketen ist deutlich gestiegen. Zuletzt schlugen Raketen in Beerscheba ein, einer Wüsten-Stadt im Süden Israels, 40 Kilometer von Gaza entfernt.

Angesichts der Gefahr wächst die Angst, dass bald auch das Zentrum Israels unter Beschuss geraten könnte. Der Vorsitzende des Sicherheitskomitees von Tel Aviv, Mosche Tiomkin, sagte: "Wir können nicht außer Acht lassen, dass die Raketen Städte getroffen haben, die nicht weit von uns entfernt sind - so wie Jawne oder Aschkelon. Wir müssen vorbereitet sein." Tel Aviv ist etwa 67 Kilometer von der Grenze zu Gaza-Streifen entfernt.

Wie die britische Nachrichtenseite "Times Online" berichtet, gibt es in Israels Militär zudem Befürchtungen, auch das Atomkraftwerk in Dimona könnte in Reichweite der Attacken liegen. Es liegt etwa in der gleichen Entfernung zu dem Küstenstreifen wie Tel Aviv.

In Dimona steht nicht nur Israels einziges Atomkraftwerk, auch Nuklearsprengköpfe des israelischen Militärs werden dort vermutet.

In Israels Militärführung wird die enorm gestiegene Reichweite der Hamas-Raketen mit großer Besorgnis gesehen. Zusätzlich zu selbstgebauten Kassam-Raketen hatten militante Palästinenser in den vergangene Tagen auch hochentwickelte Raketen wie die iranische Fajr-3 abgeschossen. Nach Angaben des israelischen Militärs wurden die Waffen via Tunnel und auf dem Seeweg in den Gaza-Streifen geschmuggelt.

Nahost-Konflikt
Die Gebiete
Im Grunde dreht sich der Konflikt um das Existenzrecht Israels und die Forderung nach einem eigenen Palästinenserstaat . Es gibt inzwischen palästinensische Autonomiegebiete - den Gaza-Streifen und das Westjordanland . Die Grüne Linie trennt die Gebiete von Israel. Um die israelischen Siedlungen in den umstrittenen Gebieten gibt es immer wieder Streit.
Die Gegner
Dem Staat Israel stehen einzelne Gruppierungen und Institutionen gegenüber: im Gaza-Streifen und Westjordanland die Palästinensische Autonomiebehörde | Hamas | Kassam-Brigaden | Volkswiderstandskomitee (PRC) | PLO | Fatah | Al-Aksa-Brigaden | Islamischer Dschihad | im Libanon die Hisbollah
Geschichte

cte

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