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Attacke in Ankara: Polizei erschießt Verdächtigen nach Raketenangriff

Polizeiabsperrung nach dem Anschlag: In Dikmen fanden zuletzt mehrere Proteste gegen die Regierung statt Zur Großansicht
AFP

Polizeiabsperrung nach dem Anschlag: In Dikmen fanden zuletzt mehrere Proteste gegen die Regierung statt

Nach dem Raketenangriff auf die Polizeizentrale in Ankara gibt es einen Toten. Dabei soll es sich um einen von zwei Verdächtigen handeln. Er wurde offenbar auf der Flucht getötet.

Istanbul - Mehrere Täter haben am Freitagabend Raketen auf ein Polizeigebäude in der türkischen Hauptstadt Ankara abgefeuert. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurde ein Verdächtiger wenige Minuten nach dem Angriff getötet, ein weiterer verletzt. Man habe die beiden Verdächtigen vom Tatort weglaufen sehen und sie in der Nähe der Technischen Universität des Nahen Ostens gestellt. Bei dem Raketenangriff selbst wurde niemand verletzt oder getötet.

Ein Polizeisprecher erklärte, eine Rakete habe den ersten Stock eines Gebäudes auf dem Gelände der Polizeizentrale im Stadtteil Dikmen getroffen, eine weitere Rakete traf ein Nebengebäude. Sicherheitskräfte fanden außerdem ein drittes Geschoss, das nicht explodiert war. Experten seien derzeit zur Entschärfung im Einsatz.

Türkische Medien verdächtigen die linksextreme Gruppe DHKP-C ("Revolutionäre Volksbefreiungsfront") hinter dem Vorfall. Die Gruppe hatte im März die Verantwortung für einen ähnlichen Angriff auf das Justizministerium sowie den Sitz der Regierungspartei AKP übernommen.

Der Stadtteil Dikmen ist eines der Viertel, in denen in den vergangenen Monaten Proteste gegen die Regierung von Premierminister Recep Tayyip Erdogan entbrannt sind. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war die Polizei in Ankara mit Gummigeschossen und Rauchgranaten gegen Demonstranten vorgegangen. Studenten in der türkischen Hauptstadt protestieren gegen den Abriss von Teilen ihrer Universität. Sie errichteten Barrikaden und bewarfen die Polizisten mit Steinen. Nach den Plänen der Stadtverwaltung sollen Bäume und Grünflächen auf dem Campus für den Straßenbau weichen.

Ähnliche Pläne hatten vor drei Monaten im Istanbuler Gezi-Park zu breiten Protesten gegen die Regierung Erdogan geführt. Dabei wurden vier Menschen getötet und etwa 7500 verletzt.

Nach dem Tod eines Demonstranten sind die Proteste in Istanbul in der vergangenen Woche wieder aufgeflammt. Am Sonntag hatten sich Sicherheitskräfte und Demonstranten erneut Straßenschlachten geliefert. Im Anschluss an ein Konzert für "Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden" kam es zu Ausschreitungen.

kaz/yes/AP/Reuters

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Fläche: 783.562 km²

Bevölkerung: 77,696 Mio.

Hauptstadt: Ankara

Staatsoberhaupt:
Recep Tayyip Erdogan

Regierungschef: Binali Yildirim

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