Raketenschild US-Regierung plant Angebot an Moskau

Die USA wollen Russland laut "New York Times" bei ihrem umstrittenen Raketenabwehrsystem entgegenkommen. Mit einem neuen Angebot will Washington Moskau zum Einlenken bewegen. In Europa gibt es neuen Ärger über die US-Pläne.


Washington - Washington plane ein weit gehendes Kooperationsangebot an Moskau. Die US-Regierung wolle Russland vorschlagen, einige russische und US-Raketenabwehrsysteme zu vernetzen, berichtet die "New York Times" heute unter Berufung auf führende Regierungsmitarbeiter und Armeeangehörige. Auch die gemeinsame Entwicklung von Verteidigungstechnologie und der Austausch von Geheimdienstinformationen über mögliche Bedrohungen sind demnach in dem geplanten US-Angebot inbegriffen. Die Initiative sei auch auf Druck der europäischen Verbündeten der USA zu Stande gekommen, sagte ein Regierungsbeamter der "NYT".

Das geplante Angebot geht dem Bericht zufolge weiter als die früheren Kooperationsangebote an Russland. Es solle Moskau in den kommenden Wochen vorgelegt und bei einer Reihe hochrangiger Treffen besprochen werden. Daran sollten auch US-Verteidigungsminister Robert Gates sowie US-Außenministerin Condoleezza Rice teilnehmen, heißt es weiter.

Russland hatte vergangene Woche eine Zusammenarbeit mit den USA im Zusammenhang mit dem geplanten Raketenschild abgelehnt. Der US-Plan sieht die Stationierung von zehn Abfangraketen in Polen vor. In Tschechien soll ein Radarsystem installiert werden, um Angriffe zu orten.

Nato-Generalsekretär verärgert Berlin

Nach SPIEGEL-Informationen reagierte das Auswärtige Amt in Berlin verärgert auf Äußerungen des Nato-Generalsekretärs zu dem umstrittenen Projekt. Jaap de Hoop Scheffer hatte vorigen Donnerstag nach einer außerordentlichen Sitzung des Nato-Rates den Eindruck erweckt, bei dem Treffen habe es "keine Einwände" gegen die amerikanischen Pläne gegeben, in Polen und der Tschechischen Republik zehn Abfangraketen und eine Radaranlage zu installieren.

Falsch, sagen hohe Diplomaten im Außenministerium: Neben Norwegen, Griechenland, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg habe auch Deutschland Bedenken zu Protokoll gegeben. So habe der stellvertretende Politische Direktor des Auswärtigen Amtes in Brüssel darauf hingewiesen, dass die Diskussion um die US-Pläne für das Raketen-Abwehrprojekt keinen Zweifel an der "Entschlossenheit" wecken dürfe, "eine politische Lösung mit Iran zu finden und das Rüstungskontroll-Regime zu stärken".

Er empfehle eine "vorsichtige Herangehensweise". Die europäische Sicherheit nach Ende des Kalten Krieges sei schließlich auf "Kooperation gegründet".

ler/AFP



Forum - Braucht Europa einen Raketen-Schutzschild?
insgesamt 418 Beiträge
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Seite 1
nachthai, 29.03.2007
1. Was Europa macht
Zitat von sysopIm Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem gibt es erstmals Anzeichen von Entspannung zwischen den USA und Rußland. Dennoch bleibt die Frage: Braucht Europa wirklich einen solchen Schutzschild?
Wesentliche europäische Staaten scheinen der Meinung zu sein bedroht zu werden. Massnahmen werden eingeleitet: - Groß Britanien modernisiert seine Nuklearwaffen, - Frankreich modernisiert seine Nuklearwaffen, - Polen bindet sich stärker an die USA, - Tschechien bindet sich stärker an die USA und in Deutschland wird auf einem Niveau debattiert, dass man meinen kann, es gäbe keine Bedrohung. Ich fühle mich zu schlecht informiert, als das ich mir eine objektive Meinung bilden könnte!
Raknarak, 29.03.2007
2. Falsch gestellte Frage
Es geht nicht darum ob Eurpopa ein Raketenschutzschild benötigt, es geht darum ob die USA ihren Raketenschutzschild in Europa erweitern dürfen! Europa benötigt jedenfalls kein unausgereiften Raketenschutzschild der noch nie unter realen Bedingungen getestet wurde!
CCCP, 29.03.2007
3. Schutzschild
Zitat von sysopIm Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem gibt es erstmals Anzeichen von Entspannung zwischen den USA und Rußland. Dennoch bleibt die Frage: Braucht Europa wirklich einen solchen Schutzschild?
Europa braucht nicht nur ein eigenes EU-Raketenabwehrsystem, sondern auch eine Mauer (analog China), um eigene Expansion zu stoppen.
Azrael, 29.03.2007
4.
Zitat von nachthaiWesentliche europäische Staaten scheinen der Meinung zu sein bedroht zu werden. Massnahmen werden eingeleitet: - Groß Britanien modernisiert seine Nuklearwaffen, - Frankreich modernisiert seine Nuklearwaffen, - Polen bindet sich stärker an die USA, - Tschechien bindet sich stärker an die USA und in Deutschland wird auf einem Niveau debattiert, dass man meinen kann, es gäbe keine Bedrohung. Ich fühle mich zu schlecht informiert, als das ich mir eine objektive Meinung bilden könnte!
Da sich jeder ausmalen kann das gegen-Gegenmassnahmen viel einfacher und billiuger zu haben sind als eine effiziente Raketenabwehr ist das ganze ein Witz. Jeder Schild hat außerdem nur begrenzte Abwehrkapazitäten. Die einfachste Lösung ist mehr Raketen zu haben als ein Schild abwehren kan, und damit sind wir mal wieder beim Wettrüsten.
Magister, 29.03.2007
5. Fragliche Waffen....
Zitat von nachthaiWesentliche europäische Staaten scheinen der Meinung zu sein bedroht zu werden. Massnahmen werden eingeleitet: - Groß Britanien modernisiert seine Nuklearwaffen, - Frankreich modernisiert seine Nuklearwaffen, - Polen bindet sich stärker an die USA, - Tschechien bindet sich stärker an die USA und in Deutschland wird auf einem Niveau debattiert, dass man meinen kann, es gäbe keine Bedrohung. Ich fühle mich zu schlecht informiert, als das ich mir eine objektive Meinung bilden könnte!
1.Aber wohin würde ein "Raketen-Schild", wenn es denn je durchführbar wäre führen ? 2.Ich denke zu einem neuen Wett -und Aufrüsten, zu einer neuen Überschwemmung Europas mit Waffen, deren Sinn und Zweck fraglich ist. 3.Braucht Europa wirklich diese Waffen ? Ist eine Zukunft ohne Raketen nicht vorstellbar ?
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