Absturz ins Meer Nordkorea gibt Raketenpanne zu

Es sollte eine Demonstration der Stärke werden und endete im Fiasko: Nordkoreas umstrittener Raketenstart ist gescheitert, der Flugkörper stürzte nach wenigen Sekunden ins Meer. Das Regime in Pjöngjang räumte den Fehlschlag ein - Wissenschaftler würden nach den Ursachen suchen.


Seoul - Nordkoreas staatliche Medien waren am Freitagmorgen bemüht, die eigene Pleite in möglichst neutrale und harmlose Worte zu kleiden: Der Satellit habe "nicht den Orbit erreicht", hieß es in ersten Stellungnahmen zum Absturz einer Rakete, die nach nordkoreanischen Angaben einen Satelliten ins All befördern sollte.

Mit großem Getöse hatte Pjöngjang den Start des umstrittenen Satelliten inszeniert, aber er geriet zum Fiasko. Die nordkoreanische Langstreckenrakete hob nach südkoreanischen Angaben am Freitag um 7.39 Uhr Ortszeit (0.39 MEZ) von einer Abschussrampe an der Westküste ab. Sie sei jedoch schon wenige Sekunden nach dem Start in mehrere Teile zerbrochen und ins Gelbe Meer gestürzt.

Die Ursache des Fehlstarts ist offenbar noch unklar: "Wissenschaftler, Techniker und Experten" seien dabei, die Gründe für den Fehlschlag zu untersuchen, hieß es in nordkoreanischen Berichten. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Explosion in einer Höhe von 151 Kilometern

Wie die nationale südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Beamten des Verteidigungsministeriums in Seoul meldete, explodierte die Rakete in einer Höhe von 151 Kilometern. Trümmerteile seien rund 100 bis 150 Kilometer südlich der südkoreanischen Westküste ins Meer gestürzt. Die südkoreanische Marine suche das Gebiet ab. Der umstrittene Start sei in der Nähe des Ortes Tongchang-ri an der nordkoreansichen Westküste erfolgt.

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Unha-3: Nordkoreas umstrittene Rakete
Für das Regime in Pjöngjang bedeutet der Absturz einen erheblichen Rückschlag. Der Raketenstart war nicht zuletzt als Propagandaaktion anlässlich der Feiern zum Jahrestag des 100. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il Sung geplant. Stolz hatte die Regierung des wegen seines Atomprogramms international isolierten Landes die Rakete vorab auch ausländischen Journalisten präsentiert.

Nach Angaben des Nordamerikanischen Luftraumüberwachungskommandos (Norad) handelte sich bei der Rakete um eine ballistische Interkontinentalrakete vom Typ Taepodong-2, die eine Reichweite von bis zu 9000 Kilometern hat. Weder die Rakete noch ihre abstürzenden Einzelteile hätten zu irgendeinem Moment eine Gefahr dargestellt. Es seien keine Reste der Rakete auf dem Festland aufgeschlagen.

Südkorea, Japan und die USA verurteilten den fehlgeschlagenen nordkoreanischen Raketenstart als schwere Provokation und Gefahr für die regionale Sicherheit. "Nordkorea isoliert sich mit seinen provokativen Akten nur weiter und verschwendet sein Geld für Waffen und Propaganda, während die Menschen in Nordkorea hungern", erklärte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, am Donnerstag (Ortszeit). Der Raketenstart sei zwar gescheitert. Er habe dennoch die Sicherheit in der Region bedroht und internationales Recht verletzt.

Alle "Waffenaktivitäten" Nordkoreas - auch missglückte - würden die internationale Gemeinschaft besorgen. Die USA stünden fest an der Seite ihrer Alliierten in der Region.

"Provokativer Akt"

Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwan sprach ebenfalls von einem "provokativen Akt", der Frieden und Sicherheit gefährde. Der Raketenstart sei zudem eine Verletzung des in einer Uno-Resolution festgehaltenen Verbots des Tests ballistischer Raketen durch Nordkorea. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, genau beobachten zu wollen, ob Nordkorea weitere "provokative Akte wie Raketentests oder einen Atomtest" plane.

Der Sprecher der japanischen Regierung, Osamu Fujimura, bezeichnete den Start als "schwere Provokation" und als Verstoß gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats.

Scharfe Kritik übte auch die EU: Der Raketenstart sei eine "klare Verletzung der internationalen Verpflichtungen" des Landes, sagte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, Nordkorea haben gegen die Resolution 1874 des Uno-Sicherheitsrates verstoßen. Diese fordert von Nordkorea einen Verzicht auf den Start jeglicher ballistischer Raketen. Die Außenbeauftragte nannte die Aktionen "gefährlich und destabilisierend". Ashton rief die nordkoreanische Regierung dazu auf, künftig "jegliche Handlungen zu unterlassen, die die Spannungen in der Region weiter verschärfen könnten.".

Die Außenminister der sieben wichtigsten Industrienationen und Russlands (G-8), die sich zuvor in Washington getroffen hatten, erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, sie würden im Uno-Sicherheitsrat "angemessene Maßnahmen" nach dem Raketenstart treffen. Der Raketenstart habe Frieden und Sicherheit in der Region unterhöhlt. Am Freitag soll der Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen und über den Raketenstart beraten.

Zuvor hatte bereits Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) den Raketenstart scharf verurteilt. Sein britischer Kollege William Hague zeigte sich "äußerst besorgt". China rief alle Seiten zu Ruhe und Zurückhaltung auf. Die Regierung in Peking hoffe darauf, dass alle Beteiligten "Ruhe und Zurückhaltung" wahren könnten, erklärte Außenamtssprecher Liu Weimin am Freitag. Er warnte außerdem vor Aktionen, "die Frieden und Stabilität auf der (koreanischen) Halbinsel und in der Region gefährden würden". China ist der wichtigste Verbündete des international sonst weitgehend isolierten Nordkoreas.

Nach Angaben Nordkoreas sollte die Rakete einen Satelliten ins All befördern. Der Westen und Südkorea befürchten allerdings, es könne sich um einen militärischen Test handeln.

hen/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 121 Beiträge
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Seite 1
mailme 13.04.2012
1. Was ist denn hier los
Zitat von sysopAPEs sollte eine Demonstration der Stärke werden und endete im Fiasko: Nordkoreas umstrittener Raketenstart ist gescheitert, der Flugkörper stürzte nach wenigen Sekunden ins Meer. Das Regime in Pjöngjang räumte den Fehlschlag ein - Wissenschaftler würden nach den Ursachen suchen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827278,00.html
Oben steht nach wenigen Sekunden, man schaut sich das Bild and und denkt, "na die fliegt aber weit in wenigen Sekunden" und beginnt den Artikel zu lesen, wo von wenigen Minuten die Rede ist. Wie kommen solch eklatante Fehler zustande?
konservativ24 13.04.2012
2. Jetzt müssen Köpfe rollen..
...vor der Welt blamiert. Ich fühle mit dem großen Führer, der unschuldig ist. Die Garde der Ingenieure und Techniker gehört genaustens geprüft. Kim Ding Sue
mailme 13.04.2012
3. Was ist es denn nun?
Eine Taepodong-2 oder eine Unha-3, wie im alten verlinkten, nahezu identischen Artikel und in der Bildunterschrift?
gf256 13.04.2012
4. Bo da vielleicht...
...gewisse Geheimdienste ihre Finger im Spiel hatten? ;-) Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass das nicht der Falll war, so hat sich Nordkorea da ein schönes Ei ins Nest gelegt. Mit dem Kopf durch die Wand und dann grandios gescheitert.
dab 13.04.2012
5. Propaganda
Zitat von sysopAPEs sollte eine Demonstration der Stärke werden und endete im Fiasko: Nordkoreas umstrittener Raketenstart ist gescheitert, der Flugkörper stürzte nach wenigen Sekunden ins Meer. Das Regime in Pjöngjang räumte den Fehlschlag ein - Wissenschaftler würden nach den Ursachen suchen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,827278,00.html
Nach wenigen Sekunden, in 151 km Höhe? Das muss eine echte Superrakete gewesen sein. Wer verbreitet mehr Propagande, Nordkorea oder die westlichen Medien?
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