Umstrittener Test: Nordkorea soll Rakete in Startrampe montiert haben

Die internationalen Warnungen sind deutlich - trotzdem treibt Nordkorea den geplanten Raketentest voran: Eine Startrampe sei komplett aufgebaut, der Flugkörper installiert, berichten Quellen in Südkorea. Nun könnte mit dem Auftanken begonnen werden.

Nordkoreanischer Soldat vor Rakete (Archivbild): Startvorbereitungen laufen Zur Großansicht
REUTERS

Nordkoreanischer Soldat vor Rakete (Archivbild): Startvorbereitungen laufen

Pjöngjang - Japan verlegt Raketensysteme, Südkorea ist in Alarmbereitschaft, Moskau schickt deutliche Warnungen: Der angekündigte Raketentest Nordkoreas versetzt die Region in Aufruhr. Doch allen Mahnungen zum Trotz setzt Pjöngjang die Vorbereitungen für seinen umstrittenen Start unbeirrt fort.

Es gebe Hinweise, dass die Aufstellung der Langstreckenrakete auf der Startrampe im Nordwesten des Landes abgeschlossen sei. Dies berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Mittwoch unter Berufung auf einen Regierungsbeamten in Seoul. Einige Techniker würden den Startort wieder verlassen.

Sollte die dreistufige Rakete am Wochenende betankt werden, könnte sie jederzeit in dem von Nordkorea angekündigten Startfenster vom 10. bis 22. Dezember gestartet werden, hieß es. Während das kommunistische Land vom Start einer Satelliten-Trägerrakete vom Typ Unha-3 sprach, gehen die USA, Südkorea und andere Länder davon aus, dass in Wirklichkeit erneut die Technologie für Interkontinentalraketen getestet werden soll. Eine solche ballistische Rakete ist das wichtigste Trägermittel für einen atomaren Sprengkopf.

Klare Ansagen aus Südkorea

Entsprechend deutlich sind die Ankündigungen aus dem Nachbarland. Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwan warnte, im Falle eines Starts werde der Norden "einen Preis dafür zahlen". Südkorea berate mit den USA und anderen Ländern in der Region mögliche Gegenmaßnahmen. Japan hat bereits vorsorglich Raketenabwehrsystem des Typs "Patriot" verlegen lassen.

Nach dem Start einer Unha-3-Rakete im April hatte die Uno bestehende Sanktionen gegen Nordkorea verschärft. Die Rakete war kurz nach dem Start explodiert. Nach Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats ist es Nordkorea untersagt, jegliche Raketenstarts "unter Verwendung der Technologie für ballistische Raketen" zu unternehmen. Das Regime unter Machthaber Kim Jong Un hat jedoch bisher auch diese Auflagen aus New York ignoriert.

jok/dpa

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1. Langsam wird es eng
daskänguru 05.12.2012
Zitat von sysopDie internationalen Warnungen sind deutlich - trotzdem treibt Nordkorea den geplanten Raketentest voran: Eine Startrampe ist komplett aufgebaut, in die der Flugkörper installiert wurde. Dies berichten Quellen in Südkorea. Nun könnte mit dem Auftanken begonnen werden. Raketentest: Nordkorea soll Startrampe fertiggestellt haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/raketentest-nordkorea-soll-startrampe-fertiggestellt-haben-a-871174.html)
für Kim Jong Un. Selbst Russland schickt Warnungen, China plant mit Südkorea eine Allianz gegen den Dollar. Mal sehen wie lange er das durchhält. Hauptsache Raketen bauen aber nix zu essen haben.
2. schnell
uspae2007 05.12.2012
Zitat von sysopDie internationalen Warnungen sind deutlich - trotzdem treibt Nordkorea den geplanten Raketentest voran: Eine Startrampe ist komplett aufgebaut, in die der Flugkörper installiert wurde. Dies berichten Quellen in Südkorea. Nun könnte mit dem Auftanken begonnen werden. Raketentest: Nordkorea soll Startrampe fertiggestellt haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/raketentest-nordkorea-soll-startrampe-fertiggestellt-haben-a-871174.html)
Wenn es nicht so gefährlich wäre, schnell noch einen Krieg ! Kann doch nicht sein , dass sich jemand wagt, der USA die Stirn zu bieten ! Terroristen !
3. Rohrkrepierer
frank_g. 05.12.2012
Das Ding faellt den Pfuschern doch eh wieder nur auf die eigenen Fuesse...
4. @uspae2007
tripleeight 05.12.2012
Solche Kommentare sind in diesem Zusammenhang ein Unding. Schließlich handelt dort ein erwiesener Maßen unmenschliches System auf Kosten von Millionen Einwohnern auch noch gegen jedwede völkerrechtliche Konvention. Sicher, man kann die Aussenpolitik der USA angreifen und auch verurteilen. Aber im Falle Nordkoreas gibt es einfach zuviele Dinge, die zeigen, dass die Führung unmenschlich, ja menschenverachtend ist. Da hat USA-Bashing absolut nichts zu suchen. Zumal diese hier auch nur indirekt erwähnt werden und die aktuellen Aktionen von Südkorea und Japan kommen.
5. Investitionen
mundi 05.12.2012
Zitat von daskängurufür Kim Jong Un. Selbst Russland schickt Warnungen, China plant mit Südkorea eine Allianz gegen den Dollar. Mal sehen wie lange er das durchhält. Hauptsache Raketen bauen aber nix zu essen haben.
Immerhin hat Nordkorea, anders als Deutschland, die Fähigkeit, Satelliten mit eigenen Raketen in die Umlaufbahn zu schicken. Damit kann man - siehe Russland - sogar Geld verdienen.
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Nordkorea: Alltag in einem abgeschottetem Land

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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