Randale in Athen Tränengas gegen Steinewerfer

Athen in Aufruhr: Den zweiten Tag in Folge haben sich griechische Sicherheitskräfte mit Tausenden Studenten und Schülern Straßenschlachten geliefert. Anlass ist der erste Todestag eines bei einem Polizeieinsatz getöteten 15-Jährigen.


Athen - Steine gegen Polizisten, Tränengas gegen die Randalierer: In Griechenland ist es am Montag bei neuen Protesten von Tausenden Schülern und Studenten erneut zu Krawallen gekommen. In der Hauptstadt Athen ging die Polizei mit Tränengas gegen Steine werfende Randalierer vor. Die rund 300 Vermummten hatten sich unter die zunächst friedliche Demonstration von mehr als 4000 Schülern und Studenten gemischt. Die Jugendlichen griffen die Polizisten auch mit Brandsätzen und Feuerwerkskörpern an, zerstörten Bushaltestellen, Telefonzellen und Schaufenster. Ein Passant, der eingreifen wollte, wurde bewusstlos geprügelt.

Zunächst wurden neun Demonstranten festgenommen. Nach Angaben der Polizei setzte sich ein Protestzug mit rund 5000 Teilnehmern in Richtung Parlamentsgebäude in Bewegung. Kleinere Zwischenfälle gab es auch in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. In Patras und Ioannina gab es ebenfalls Demonstrationen.

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Jahrestag: Linke randalieren in Athen
Insgesamt nahm die Polizei seit Samstag knapp 800 Menschen in Gewahrsam. Mindestens 140 wurden angeklagt. Mehr als 10.000 Polizisten sind seit Samstag im Einsatz. Anlass der Demonstrationen ist der Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel vor einem Jahr. Nach seinem Tod am 6. Dezember 2008 war Griechenland von einer beispiellosen Welle der Gewalt überzogen worden.

Mehrere tausend Polizisten waren an diesem Wochenende im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern. Allein am Sonntag waren 30 Menschen verletzt worden, außerdem gab es 29 Festnahmen.

als/dpa/AFP

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