Rassismus US-Bürgerrechtler warnen vor Reisen nach Missouri

Erstmals in ihrer Geschichte hat die einflussreiche US-Bürgerrechtsbewegung NAACP eine Reisewarnung herausgegeben - für den Bundesstaat Missouri. Schwarze müssten mit Attacken und Diskriminierung rechnen.

Anti-Rassismus-Demonstration in Ferguson, Missouri (Archiv 2015)
AFP

Anti-Rassismus-Demonstration in Ferguson, Missouri (Archiv 2015)


Die amerikanische Bürgerrechtsbewegung NAACP hat eine Reisewarnung für den US-Bundesstaat Missouri herausgegeben. Anders als Reisehinweise etwa des US-Außenministeriums betrifft sie aber nicht ein Land wie Nordkorea, sondern den heimischen Bundesstaat Missouri. NAACP warnt Schwarze ausdrücklich vor rassistischen Attacken und Diskriminierung in dem Staat.

In Missouri hatte zuletzt ein Zwischenfall für Schlagzeilen gesorgt, bei denen ein schwarzer 28-Jähriger nach falschem Abbiegen mit dem Auto festgenommen und unter ungeklärten Umständen in der Zelle gestorben war. Von der University of Missouri werden rassistische Vorfälle berichtet. Der Staat verabschiedete jüngst ein Gesetz, das es erschwert, sich gerichtlich gegen Diskriminierung zu wehren. Auf all diese Punkte verweist nun der NAACP.

Rod Chapel vom NAACP Missouri sagte dem "Kansas City Star", Menschen berichteten in nie dagewesener Zahl von Zwischenfällen, bei denen sie wegen ihrer Hautfarbe geschlagen, von der Polizei gestoppt oder gedemütigt worden seien. "Wie kann es sein, dass du nach Missouri kommst, dir das Benzin ausgeht und du tot in einer Gefängniszelle endest, wenn du nicht gegen das Gesetz verstoßen hast?"

Der lokale Ableger der Bürgerrechtsbewegung hatte bereits im Juni eine entsprechende Warnung veröffentlicht. Nun wurde diese auch vom nationalen NAACP übernommen. Die "National Association for the Advancement of Coloured People" wurde 1909 gegründet und gilt als eine der ältesten und wichtigsten Bürgerrechtsbewegungen für Schwarze in den USA.

In einer früheren Version hieß es, Missouri habe jüngst ein Gesetz verabschiedet, das es Schwarzen erschwere, sich gerichtlich gegen Diskriminierung zu wehren. Es bezieht sich allerdings auf jegliche Form der Diskriminierung. Wir haben die Stelle angepasst.

aar/dpa/AP



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
spon_3409330 03.08.2017
1. Unverändert
Seit Lincoln hat sich im Süden der USA nichts geändert, daran konnte auch der Traum von Martin Luther King nichts ändern. Ich habe selbst in den 80ern erlebt, dass man in Selma, Alabama nicht die Straßenseite wechseln sollte, die die farbige Demakationslinie darstellte. Es ist wirklich traurig.
julian0922 03.08.2017
2. Nicht nur Missouri,
habe mehrere Jahre in Missouri gelebt und kann von daher bestaetigen das Andersdenkende und "Andersfarbige" "seltsam" angesehen werden. Das ist aber in Staaten wie Georgia noch viel viel schlimmer und man hat wohl Missouri wegen Ferguson und dem letzteren Fall rausgepickt. Nun lebe ich in Washington State und hier ist es andersrum, die nicht "weiss-heutigen" sind die Rassisten und auch das ist kein Quatsch! "What goes around, really goes around...."
GueMue 03.08.2017
3. Es ist Trump
Der diese Geister wiederbelebt hat.
PeterWeißnicht 03.08.2017
4. Feinde überall
Schwarze, Mexikaner, Muslime, Nordkorea, Irak, Iran, Russland, Putin. Ich glaube fast den geht es fast zu gut. Darf es noch ein Feindbild für Sie sein Herr Amerika?
redneck 03.08.2017
5.
Reisempfehlungen geben die seit Beginn raus. Es gab einige Reiseführer für schwarze Amerikaner - Hotels, Diners, Restos für Schwarze. Die Provinz von Missouri ist seit jeher mit einer Reisewarnung versehen, die weisse Jugend radikalisiert, frustriert. Die Polizei eher extrem.
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