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Reaktion auf Angriff: Scharfe Kritik von Uno und EU, Bush hält sich zurück

Der israelische Militärangriff auf das palästinensische Flüchtlingslager Rafah ist bei EU und Uno auf heftige Kritik gestoßen. US-Präsident Bush dagegen mahnte Israel zur Zurückhaltung, vermied es jedoch, die Aktion zu verurteilen.

Washington/New York/Dublin - George W. Bush sagte, er wolle zunächst mit der israelischen Regierung sprechen und sie um eine Klärung des Vorfalls bitten, sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich werde weiterhin darauf bestehen, dass alle Parteien im Nahen Osten Rücksicht auf unschuldiges Leben nehmen", sagte Bush.

Uno-Generalsekretär Kofi Annan ein "sofortiges Ende der Militäraktionen" von Israel verlangt. Er habe Israel wiederholt ermahnt, zuletzt gestern, seinen Verpflichtungen als Besatzungsmacht nachzukommen, ließ Annan heute über seinen Sprecher erklären. Zu diesen Verpflichtungen gehöre, dass Israel die (palästinensische) Zivilbevölkerung schützen und "seine unangemessene und wahllose Anwendung von Gewalt" einstellen müsse.

Annan verurteilte den tödlichen Angriff auf Palästinenser in Rafah auf das Schärfste. Er sei sehr bekümmert über "das Töten friedlicher Demonstranten, viele davon Frauen und Kinder", und übermittele den Hinterbliebenen sein Beileid.

Die irische EU-Ratspräsidentschaft verurteilte die Angriffe ebenfalls scharf. Die israelischen Truppen hätten Menschenleben rücksichtlos missachtet, hieß es in einer von Außenminister Brian Cowen im Namen der EU veröffentlichten Erklärung. Es sei klar, dass die israelische Aktion in "völligem Missverhältnis" zu der möglichen Bedrohung gestanden habe.

Das israelische Volk und seine Regierung sollten die Folgen der Handlungen für die eigene langfristige Sicherheit und die Beziehungen mit der internationalen Staatengemeinschaft bedenken, forderte Cowen. Er erinnerte daran, dass die Genfer Konvention zum Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten auch für den Gaza-Streifen gelte. "Das Töten von Kindern dient keinem legitimen Zweck. Es würdigt das Anliegen herab, das es zu fördern vorgibt", heißt es in der Erklärung.

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