North Carolina Demonstranten stürzen Konföderierten-Denkmal

Im US-Bundesstaat North Carolina haben Protestteilnehmer ein Denkmal für Soldaten der ehemaligen Südstaaten stark beschädigt. Es soll eine direkte Antwort auf die rechte Gewalt in Charlottesville sein.


Erst legte eine Demonstrantin eine Schlinge um den Hals der Figur, dann stürzten Umstehende das Denkmal: Bei einer Protestaktion gegen Rechtsextreme in Durham im US-Bundesstaat North Carolina haben Demo-Teilnehmer eine Statue schwer beschädigt.

Das bronzene Monument war Soldaten gewidmet, die auf der Seite der Konföderierten Staaten im Amerikanischen Bürgerkrieg gekämpft hatten. Nach Angaben der Veranstalter war die Aktion als direkte Antwort auf die Ereignisse in Charlottesville zu verstehen.

Am Wochenende war es in der Universitätsstadt zu Zusammenstößen von Rechtsextremen und Gegendemonstranten gekommen. (Lesen Sie hier, welche radikalen Gruppen am Wochenende in Charlottesville aufmarschiert waren). 15 Menschen wurden verletzt. Am Samstag fuhr ein mutmaßlicher Rechtsextremist mit einem Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten. Eine 32-jährige Frau starb, weitere 19 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen.

Ausgangspunkt für die Gewalt: Die Stadt hatte sich im Frühjahr dazu entschlossen, aus einem zentralen Park eine Statue von Robert E. Lee zu entfernen. Lee war Befehlshaber der Truppen der Südstaaten, die im amerikanischen Bürgerkrieg für den Fortbestand der Sklaverei kämpften.

Donald Trump verurteilte die rechtsextreme Gewalt erst am Montagmorgen (Orstzeit). Der US-Präsident bezeichnete Neonazis und Anhänger des Ku-Klux-Klans als "Kriminelle".

Auf Aufnahmen des US-Senders WNCN vom Montag (Ortszeit) war zu sehen, wie die Menschen die Statue von ihrem Sockel rissen. Danach traten die Demonstranten auf die Statue ein, die auf einem Sockel stand, der die Inschrift trug: "Im Gedenken an die Jungs, die das Grau getragen haben". Die Uniformen der Konföderierten waren grau gewesen.

dop/dpa/AP



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