Reaktionen auf Nizza-Attacke "Ein Angriff auf die gesamte freie Welt"

Nach dem Anschlag in Nizza mit Dutzenden Toten haben Politiker weltweit ihr Mitgefühl bekundet. Von Gauck und Tusk über Sarkozy zu Obama und Trump - die Reaktionen im Überblick.

Joachim Gauck
AFP

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Der schnelle Überblick
    Das ist passiert:
  • • Im südfranzösischen Nizza ist ein Mann mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast, über zwei Kilometer hinweg überfuhr er Passanten.

  • • Laut Innenministerium starben mindestens 84 Menschen, darunter auch drei Deutsche. Viele weitere Menschen wurden verletzt.

  • • Der mutmaßliche Attentäter wurde erschossen. Die Hintergründe sind noch unklar, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt.

• Die Tat ereignete sich an der Promenade des Anglais: Dort hatten sich am Donnerstagabend viele Menschen versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu feiern.

Es sollte ein Tag des Feierns werden: Zahlreiche Menschen hatten sich am Donnerstagabend an der Promenade des Anglais in Nizza versammelt, um den französischen Nationalfeiertag zu begehen, es gab ein großes Feuerwerk. Doch schon kurz danach brach Panik aus: Ein Mann raste mit einem Lkw in die Menge, über zwei Kilometer hinweg überfuhr er dabei Menschen.

Mindestens 84 Passanten sind bei dem Anschlag in Nizza getötet worden. Die Hintergründe sind noch unklar, die Ermittlungen laufen. Doch weltweit haben Politiker bereits auf die Attacke reagiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zu. "Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs", sagte sie am Rande des Asem-Gipfels im mongolischen Ulan Bator. "Und ich bin sehr überzeugt, dass trotz aller Schwierigkeiten wir diesen Kampf gewinnen werden." Alle Teilnehmer des Gipfels seien "vereint in der Fassungslosigkeit über den massenmörderischen Anschlag in Nizza". Sie habe dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault auf dem Gipfel ihr Mitleid ausgedrückt, sagte Merkel.

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Nizza: Attacke am Nationalfeiertag

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte beim Auftakt des Asien-Europa-Gipfels: "Es ist ein trauriger Tag für Frankreich, Europa und uns alle hier in der Mongolei." Es sei ein Angriff auf die Menschen in Frankreich gewesen, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gefeiert hätten. "Wir stehen vereint mit den Menschen und der Regierung Frankreichs in ihrem Kampf gegen Gewalt und Terrorismus."

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sprach von einem "Terrorakt" und sagte, im Kampf gegen den Terrorismus innerhalb und außerhalb der EU könne Frankreich mit der EU-Kommission rechnen. Er sei sehr betrübt über das schreckliche Ereignis.

US-Präsident Barack Obama schrieb in einer Mitteilung, er verurteilte, "was nach einer furchtbaren Terrorattacke aussieht". Man werde Frankreich bei den Ermittlungen unterstützen. "Wir stehen in Solidarität und Partnerschaft an der Seite Frankreichs, unseres ältesten Alliierten", heißt es in der Erklärung des Weißen Hauses. "Wir wissen, dass das Wesen der französischen Republik lange über diesen verheerenden und tragischen Verlust von Leben hinaus andauern wird."

Der amerikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump twitterte über die "furchtbare Attacke". Er habe deshalb beschlossen, seine für Freitag angekündigte Pressekonferenz zu verschieben, bei der er seinen seinen Vizepräsidentschaftskandidaten vorstellen wollte.

Der neue britische Außenminister Boris Johnson sagte, er sei schockiert und voller Trauer über die schrecklichen Ereignisse in Nizza.

Frankreichs ehemaliger Präsident Nicolas Sarkozy schrieb bei Twitter: "Tiefes Mitgefühl und unendliche Traurigkeit angesichts der Attacke in Nizza." Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, twitterte: "Im Namen der Pariser geht unsere ganze brüderliche Unterstützung an die Menschen in Nizza. Unsere Städte sind vereint."

Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat kondoliert. Putin habe gegenüber seinem französischen Kollegen Francoise Hollande sein Beileid ausgedrückt, sagte ein Sprecher des Kremls.

Bundespräsident Joachim Gauck sprach von "einem Angriff auf die gesamte freie Welt" und einem "brutalen Anschlag auf friedlich feiernde Menschen". Er habe mit Entsetzen bei seinem Staatsbesuch in Uruguay von dem Anschlag erfahren und dem französischen Präsidenten seine Anteilnahme ausgesprochen. Der Anschlag gelte den Werte der französischen Revolution, "die auch unsere Werte sind".

Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb bei Twitter: "Das Entsetzen über den Anschlag von Nizza ist kaum in Worte zu fassen. Alle Gedanken sind bei unseren französischen Freunden." Justizminister Heiko Maas twitterte: "Schreckliche Nachrichten aus Nizza. Unsere Gedanken sind bei unseren französischen Nachbarn." Auch die Grünen-Parteivorsitzende Simone Peter teilte mit, "unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien". Und FDP-Chef Christian Lindner schrieb im Kurznachrichtendienst: "Heute Morgen war ich noch im friedlichen Nizza...große Sorge."

aar/cte/dpa

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