Reaktionen auf Obama-Sieg: Kenia macht den 6. November zum Feiertag

Obama ist Präsident - und die Welt gratuliert. Bundespräsident Köhler, Kanzlerin Merkel, EU-Kommissionschef Barroso, auch Frankreichs Präsident Sarkozy sandte bereits Glückwünsche. In der Heimat von Obamas Vater reagierte man am euphorischsten: Kenias Staatsoberhaupt Kibaki erklärte den 6. November zum Feiertag.

Hamburg - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte Senator Barack Obama als einer der ersten zur gewonnenen Präsidentschaftswahl in den USA. "Im Namen der Europäischen Kommission und in meinem eigenen Namen möchte ich Senator Obama zur Wahl zum 44. US- Präsidenten gratulieren", hieß es in einer Mitteilung aus Brüssel. Es sei Zeit für Europa und die Vereinigten Staaten, wieder enger zusammenzurücken. Die derzeitige Krise sei auch eine Chance für eine neue Welt zum Wohl der Gesellschaft.

Auch Bundespräsident Horst Köhler hat Obama zu seinem Sieg gratuliert. "Sie stehen vor großen Herausforderungen, für Ihr Land, aber auch für unsere Welt insgesamt", schrieb Köhler am Mittwoch in einem Glückwunsch-Telegramm. "Sie können dabei auf Deutschland als einen verlässlichen Partner und langjährigen Freund zählen." Deutschland und die USA seien "durch gemeinsame Werte und Grundüberzeugungen" fest miteinander verbunden. Dies sei auch das Fundament für die enge transatlantische Zusammenarbeit.

"Wir erkennen zunehmend, wie sehr die Staaten der Welt für ihr Wohlergehen aufeinander angewiesen sind", schrieb Köhler weiter. Daraus ergebe sich die Verantwortung der Staatengemeinschaft, gemeinsam für Frieden, Freiheit und Wohlstand, für den Kampf gegen Armut und den Schutz unseres Planeten einzutreten." Eine kooperative Weltpolitik berge die Chance, das Wohl aller zu mehren. "Mein Land steht bereit, sich dieser Aufgabe gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu stellen", schreibt Köhler abschließend.

Kanzlerin Angela Merkel sicherte Obama eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zugesichert - und gratulierte ebenso zu dessen Sieg: "Die Welt steht zu Beginn Ihrer Amtszeit vor bedeutenden Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen und die vielfältigen Chancen, die sich in unserer globalen Welt eröffnen, gut nutzen werden", schrieb Merkel in einem in Berlin veröffentlichten Glückwunschbrief an Obama.

Merkel lädt Obama nach Berlin ein

"Seien Sie überzeugt, dass sich meine Regierung stets der Bedeutung und des Wertes der transatlantischen Partnerschaft für unsere gemeinsame Zukunft bewusst ist", unterstrich die Kanzlerin weiter. "Gerne erinnere ich mich an unser Gespräch während Ihres Deutschland-Besuches im vergangenen Juli und freue mich auf unsere Zusammenarbeit." Merkel lud Obama zu einem baldigen Besuch nach Deutschland ein.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy gratulierte seinem künftigen US-Kollegen Obama ebenfalls. Er beglückwünsche Obama zu seinem "brillanten Sieg", hieß es in einem Glückwunschschreiben Sarkozys, das der Elysée-Palast in Paris am Mittwoch kurz nach Bekanntwerden des Wahlausgangs veröffentlichte. Amerika habe damit "kraftvoll seinen Glauben an den Fortschritt und an die Zukunft ausgedrückt".

"Ihre Wahl weckt in Frankreich, in Europa und darüber hinaus in der Welt gewaltige Hoffnung", schreibt Sarkozy Obama weiter. Dies sei die Hoffnung auf ein "offenes, solidarisches und starkes Amerika, das von Neuem den Weg zeigt, mit seinen Partnern, durch die Kraft des Beispiels und die Zustimmung zu seinen Grundsätzen."

Auch der konservative japanische Ministerpräsident Taro Aso beglückwünschte Obama zur gewonnenen Präsidentschaftswahl. Er gratuliere "von ganzem Herzen", sagte Aso am Mittwoch. Er wolle gemeinsam mit dem künftigen Präsidenten Obama die Sicherheitsallianz zwischen beiden Ländern stärken und auf eine Lösung der Probleme der internationalen Gemeinschaft hinarbeiten, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Jjij Press den Premier.

Am euphorischsten reagierte man in Kenia auf Barack Obamas Sieg - sein Vater stammt aus dem afrikanischen Land: Präsident Mwai Kibaki erklärte den 6. November spontan zum Feiertag. In der Heimat von Obamas verstorbenem Vater, der aus dem kleinen Dorf Kogelo in Westkenia stammte, hatten die Menschen besonders auf einen Sieg Obamas gehofft.

flo/dpa/Reuters/AFP

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