Reaktionen weltweit "Sieg für Amerika"

Westliche Politiker reagieren mit Erleichterung auf den Tod von al-Qaida-Chef Osama Bin Laden. Ex-Präsident George W. Bush sprach von einem "Sieg für Amerika".


USA

Ex-Präsident George W. Bush: "Diese bedeutende Leistung markiert einen Sieg für Amerika, für Menschen, die weltweit nach Frieden streben, und für alle, die Nahestehende am 11. September 2001 verloren haben. (...) Der Kampf gegen den Terror geht weiter, aber heute Nacht hat Amerika eine unmissverständliche Nachricht ausgesandt. Ganz gleich, wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan."

Ex-Präsident Bill Clinton: "Das ist ein sehr wichtiger Moment, nicht nur für die Familien derer, die ihr Leben am 11. September 2011 oder bei anderen al-Qaida-Anschlägen verloren haben, sondern für alle Menschen auf der ganzen Welt, die für unsere Kinder eine gemeinsame Zukunft aufbauen wollen, in Frieden, Freiheit und Zusammenarbeit. Ich gratuliere dem Präsidenten, dem Nationalen Sicherheitsteam und den Mitgliedern unserer Armee dafür, dass sie Osama Bin Laden nach über einem Jahrzehnt mörderischer al-Qaida-Attacken zur Rechenschaft gezogen haben."

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Tod von Osama Bin Laden: Jubel auf Amerikas Straßen
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg: "Die Tötung von Osama Bin Laden verringert nicht das Leid, das die New Yorker und Amerikaner durch seine Hände erfahren haben. New Yorker haben fast zehn Jahre auf diese Nachricht gewartet. Es ist meine Hoffnung, dass sie etwas inneren Frieden und Trost für all jene bringt, die ihre Lieben am 11. September 2001 verloren haben."

EUROPA

Großbritanniens Premier David Cameron: "Osama Bin Laden war verantwortlich für die schlimmsten terroristischen Gräueltaten, die die Welt gesehen hat - für 9/11 und für so viele Anschläge, die Tausende Menschenleben gekostet haben, viele davon britische. Es ist ein großer Erfolg, dass Bin Laden gefunden wurde und seinen Feldzug des globalen Terrors nicht fortsetzen kann. Die Nachricht von seinem Tod bedeutet für Menschen auf der ganzen Welt große Erleichterung."

Der Elyséepalast in Paris: Der Tod von Osama Bin Ladens sei ein "großes Ereignis im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus". Das Ende des Chefs von al-Qaida bedeute aber nicht auch das Ende des Terrornetzwerkes selbst. Der Kampf müsse ohne Unterbrechung weitergeführt werden.

Frankreichs Außenminister Alain Juppé: "Der Kampf ist sicher noch nicht vorbei gegen die größte aller Feigheiten, den Angriff auf Unschuldige." Den Tod Bin Ladens bezeichnete er als "Sieg aller Demokratien, die gegen diese schreckliche Geißel des Terrorismus kämpfen".

EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek: "Wir sind in einer sichereren Welt aufgewacht. Obwohl der Kampf der internationalen Gemeinschaft gegen Terroristen nicht vorüber ist, ist doch ein wichtiger Schritt im Kampf gegen al-Qaida getan worden." Dies bedeute mehr Sicherheit "für Millionen von Menschen: Christen, Moslems, all jene, die an friedliches Zusammenleben glauben".

DEUTSCHLAND

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): Mit der Tötung Bin Ladens sei den USA ein entscheidender Schlag gegen al-Qaida gelungen. In Bin Ladens "direktem Auftrag und in seinem Namen wurde der Terror in viele Länder getragen, er richtet sich gegen Männer, Frauen und Kinder, Christen wie Muslime", so Merkel. Mit dem Tod des Terrorchefs sei der internationale Terrorismus aber noch nicht besiegt. "Wir alle werden wachsam bleiben müssen."

Außenminister Guido Westerwelle (FDP): "Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt." Es sei nicht auszuschließen, dass es zu Gegenreaktionen der Anhänger Bin Ladens komme. "Umso wichtiger ist es, dass wir uns als wehrhafte Demokratie erweisen", sagte Westerwelle. Der Außenminister verteidigte den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. "Wir sind nicht in Afghanistan gewesen, um einen Mann zu bekämpfen, sondern wir sind in Afghanistan, weil wir verhindern wollen, dass Afghanistan wieder ein Rückzugsgebiet für den Terrorismus auf der ganzen Welt wird."

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): Der Tod Bin Ladens sei "Balsam" auf der Wunde der US-Amerikaner. Er gebe den vielen Nationen Auftrieb, die ganz geschlossen in den vergangenen zehn Jahren im Kampf gegen den Terror zusammengestanden hätten.

Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz: "Der Tod von Osama Bin Laden bedeutet in keinem Fall, dass wir jetzt aufatmen können und davon ausgehen können, dass der Spuk vorbei ist". Er rechne vielmehr damit, dass al-Qaida versuchen werde, sich an den Amerikanern und der pakistanischen Regierung zu rächen. Dies werde aber "eher nicht" in Deutschland geschehen, sondern anderorts auf der Welt: "Dort, wo vielleicht amerikanische Streitkräfte verwundbar sein könnten."

NAHOST

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu: "Israel ist nach der Liquidierung Bin Ladens in Freude mit dem amerikanischen Volk vereint". Netanjahu gratulierte US-Präsident Obama zu "diesem Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und der gemeinsamen Werte der demokratischen Länder, die Seite an Seite gegen den Terrorismus gekämpft haben".

Ein Sprecher der Palästinenser-Behörde von Mahmud Abbas: Osama Bin Laden loszuwerden, ist gut für die Sache des Friedens weltweit, aber jetzt müssen der Diskurs und die Methoden - die gewaltsamen Methoden - die von Bin Laden und anderen geschaffen und gefördert wurden, besiegt werden."

AFGHANISTAN

Präsident Hamid Karzai: "Die Taliban müssen ihre Lektion daraus lernen. Sie sollten Kämpfe unterlassen." Die Tötung Bin Ladens sei eine "wichtige Nachricht".

AFRIKA

Kenias Premier Raila Odinga: "Die Kenianer sind sehr glücklich und danken dem US-Volk, dem pakistanischen Volk und allen anderen, die es geschafft haben Osama zu töten."

anr/dpa/AP/Reuters



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