Türkei Erdogan will PKK-Anhängern Staatsbürgerschaft aberkennen

Mit Vehemenz geht die Türkei gegen mutmaßliche PKK-Unterstützer vor. Präsident Erdogans jüngste Idee: Anhängern der verbotenen Partei soll die Staatsbürgerschaft entzogen werden.

Präsident Erdogan
AFP

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan greift im Kampf gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu immer neuen Mitteln. "Wir müssen alle Maßnahmen treffen, dazu gehört, den Anhängern der terroristischen Organisation (der PKK- d. Red.) die Staatsbürgerschaft abzuerkennen", sagte Erdogan in Ankara.

Die türkischen Behörden sind zuletzt verstärkt juristisch gegen vermeintliche Unterstützer der kurdischen Rebellen, darunter Journalisten, Anwälte und Abgeordnete, vorgegangen.

Mit Vehemenz setzt die Türkei auch ihren harten Kurs gegen mutmaßliche Anhänger des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen fort. Bei einer Razzia wurden 68 Menschen festgenommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete. Darunter seien Mitarbeiter von Ministerien, des staatlichen Fernsehsenders TRT und ehemalige Polizeidirektoren. Die Verdächtigen seien im Rahmen von Ermittlungen über den Verbleib von Spendengeldern verhaftet worden.

Der Prediger Gülen lebt seit 1999 im US-Exil. Er war ein Verbündeter des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan, bis sich die beiden 2013 überwarfen. Die Bewegung Gülens wird in der Türkei inzwischen als Terrororganisation eingestuft. Die türkische Führung wirft Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen.

Anadolu berichtete weiter, die Polizei habe die Razzien in 22 Provinzen durchgeführt und fahnde insgesamt nach 120 Verdächtigen.

kev/AFP/dpa/Reuters

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