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Rechtsextreme in den USA Achse der Besessenen

US-Militia-Mitglieder in Brighton, Michigan: "Wütend, gekränkt und voller Angst"Zur Großansicht
Reuters

US-Militia-Mitglieder in Brighton, Michigan: "Wütend, gekränkt und voller Angst"

2. Teil: Verschwörungstheorien auf dem Tea-Party-Parteitag

Militias, erklärte der Republikaner Randy Brogdon, der sich ums Gouverneursamt von Oklahoma bewirbt, seien eine ganz legale "Form der Selbstverwirklichung". Auch er relativierte das erst, als Kritik aufkam: Das bedeute natürlich "kein Recht auf Aufstand". Washington-Verschwörungstheorien zogen sich im Februar auch durch den ersten Tea-Party-Parteitag. Da erörterte eine Diskussionsrunde, wie Obama für marxistische Regime in Lateinamerika verantwortlich sei. Auch habe er die Konjunkturspritze Freunden zugeschustert und die maroden Autofirmen nur verstaatlicht, weil viele Autohändler Republikaner wählten.

Die Rentnerin Suzanne Curren erläuterte ihre Haltung am Rande des Parteitags so: Sie sei seit langem konservativ, aber erst mit Obamas Wahl habe sie wirklich Angst um ihr Land bekommen. T-Shirt-Händler Tommy Jensen brachte es auf den Punkt: "Wir bräuchten einen Typen wie John Wayne."

Sowas hören die Militias gerne: Erst schießen, dann fragen.

Das findet auch Tea-Party-Liebling Sarah Palin, die sich den Staatshass zum Motto gemacht hat: Sie forderte ihre Anhänger via Twitter auf, "nachzuladen". Minnesotas Gouverneur Tim Pawlenty ermutigte ergrimmte Bürger, es Tiger Woods' Gattin Elin Nordegren nachzutun: "Nehmt einen Golfschläger und schlagt dem 'big government' die Scheiben ein."

Zwischen Worten und Taten liegt da oft nicht mehr viel. Das Gerede sei ein "Code", der "den schießfreudigen rechten Flügel anspricht", schreibt der linke Blogger Bob Cesca. "Diese Sprache ist eine direkte und präzise Ermutigung für rechtgerichteten Extremismus."

"Zielscheibe auf dem Rücken"

Nancy Pelosi, die demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, klagte bereits über Morddrohungen. Die Senatorin Patty Murray fand Ähnliches auf ihrem Anrufbeantworter: "Du wirst für den Rest deines Lebens eine Zielscheibe auf dem Rücken haben."

Nach Angaben der Kapitolspolizei hat sich die Zahl der "ernsthaften Drohungen" gegen US-Abgeordnete dramatisch erhöht. Im letzten Quartal 2009 waren es demnach 15, im ersten Quartal 2010 schon 42 - fast dreimal so viele.

Und so findet die Lunte der rechten Gewalt, die seit dem Bombenanschlag von Oklahoma City 1995 verloschen schien, neuen Zündstoff. Die Geschichte wiederholt sich. Kein Geringerer als Bill Clinton, US-Präsident während der Oklahoma-Tragödie, fürchtet eine abermalige Verschmelzung von missverstanden-staatsfeindlichen Ideologien und Killer-Instinkt.

"Wir sollten nie vergessen, was die Bombenleger antrieb und wie sie ihre Aktionen rechtfertigten", schrieb Clinton in einem Essay zum 15. Jahrestag des Oklahoma-Anschlags im April: "Sie nahmen eine Idee, die in den Monaten und Jahren zuvor von einer zunehmend lauten Minderheit propagiert wurde, und trieben sie zum äußersten Extrem - die Überzeugung, dass die größte Bedrohung für Amerikas Freiheit unsere Regierung sei."

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insgesamt 312 Beiträge
dent42 27.05.2010
Deshalb sind die Konservativen so schlecht im regieren, wie soll jemand eine Staat führen und an der Spitze eines Systems stehen, das er eigentlich ablehnt. Ansonsten ist es natürlich reine bigotterie und plumper Rassismus [...]
Deshalb sind die Konservativen so schlecht im regieren, wie soll jemand eine Staat führen und an der Spitze eines Systems stehen, das er eigentlich ablehnt. Ansonsten ist es natürlich reine bigotterie und plumper Rassismus gemischt mit, sagen wir, suboptimaler Bildung und Affinität zu rechter Propaganda a la Beck und Limbaugh, die zu solchem Verhalten führen.
blue_plasma 27.05.2010
Ist schon abstossend wie dumm, ignorant und aggressiv ein Teil des Volkes ist, das angeblich ach soooooo demokratisch ist. Das Gleiche lässt sich aber auch auf die radikalen Christen in den USA übertragen, die ja auch gern mal [...]
Ist schon abstossend wie dumm, ignorant und aggressiv ein Teil des Volkes ist, das angeblich ach soooooo demokratisch ist. Das Gleiche lässt sich aber auch auf die radikalen Christen in den USA übertragen, die ja auch gern mal einen Arzt hopps gehen lassen weil er für die Abtreibung ist. Was mich aber immer erschreckt ist dieser Unterton, der tiefsten Überzeugung von der Richtigkeit dessen was sie tun. Westliche Taliban, oder darf man das nicht sagen?
hoernsche 27.05.2010
...frage mich nur, was sich ändern/bessern soll, wenn Sie dem Ganzen mit hochnäsiger Verachtung begegnen. Nichts anderes, als das, was Sie denen vorwerfen, entnehme ich nämlich Ihren Zeilen.
Zitat von dent42Deshalb sind die Konservativen so schlecht im regieren, wie soll jemand eine Staat führen und an der Spitze eines Systems stehen, das er eigentlich ablehnt. Ansonsten ist es natürlich reine bigotterie und plumper Rassismus gemischt mit, sagen wir, suboptimaler Bildung und Affinität zu rechter Propaganda a la Beck und Limbaugh, die zu solchem Verhalten führen.
...frage mich nur, was sich ändern/bessern soll, wenn Sie dem Ganzen mit hochnäsiger Verachtung begegnen. Nichts anderes, als das, was Sie denen vorwerfen, entnehme ich nämlich Ihren Zeilen.
blowup 27.05.2010
gibts dafür nicht den treffenden Begriff "white trash"? Wenn ich mir den Fetten auf dem Foto ansehe...
gibts dafür nicht den treffenden Begriff "white trash"? Wenn ich mir den Fetten auf dem Foto ansehe...
oooO_Oooo 27.05.2010
"Fox-News-Chefprediger Glenn Beck und Radio-Polemiker Rush Limbaugh beschwören die rechte Paranoia täglich." Das ist noch sowas von untertrieben. FOX-"News" ist ein Hass- und Angstmach-Kanal der [...]
"Fox-News-Chefprediger Glenn Beck und Radio-Polemiker Rush Limbaugh beschwören die rechte Paranoia täglich." Das ist noch sowas von untertrieben. FOX-"News" ist ein Hass- und Angstmach-Kanal der Ultra-Rechten. Murdoch treibt hier ein ganz böses Spiel und hat in den USA v.a. durch diesen Sender so viel Einfluß wie kein Nicht-Gewählter das haben sollte. Der einzige Lichtblick im Murdoch-Hass-Kreuzzug: Jon Stewart mit seiner Daily Show auf comedycentral.com (kostenlos!), die die Lächerlichkeit und Substanzlosigkeit der Hetztiraden an den Tag bringt. Rechercheauftrag? SPIEGEL - was bewegt Murdoch? Was will er? Weiß die US-Bevölkerung, dass er da sein Spielchen treibt? Wieviele nehmen seine Hass-Show für bare Münze? Wer stemmt sich dagegen? Oder kommt er durch mit seinen Lügen und der Panikmache? So ein Beitrag wäre sowas von lesenswert... In 5 Minuten Recherche werdet Ihr so viele abstruse Beispiele von "News" bei einem der reichweitenstärksten Sender der USA finden, dass Ihr ungläubig mit dem Kopf schütteln werdet. Und die Leser auch. Versprochen.
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