Rede vor dem Kongress: Maliki nennt Irak die entscheidende Front im Kampf gegen den Terror

Vor der Rede gab es Kritik, anschließend viel Applaus: Iraks Ministerpräsident Maliki hat bei einem Auftritt vor dem US-Kongress das Schicksal seines Landes mit dem der USA verknüpft. Nur im Irak könne der Kampf gegen den Terror gewonnen werden.

Washington/Bagdad - Der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki warnte in seiner Rede vor beiden Häusern des US-Kongresses, dass ein Scheitern im Kampf gegen die Terroristen im Irak schwere Folgen für den Anti-Terror-Krieg der USA hätte. "Das Schicksal unseres und Ihres Landes sind eng miteinander verbunden", sagte Maliki vor dem Senat und Repräsentantenhaus. "Sollte es zugelassen werden, dass die Demokratie im Irak scheitert und der Terrorismus triumphiert, dann wird der Krieg gegen den Terror nirgendwo gewonnen werden", rief Maliki den Senatoren und Abgeordneten zu.

Iraks Premier Maliki vor dem US-Kongress: Im Schicksal verbunden
REUTERS

Iraks Premier Maliki vor dem US-Kongress: Im Schicksal verbunden

Maliki dankte den USA für die Vertreibung von Ex-Diktator Saddam Hussein von der Macht und für die Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus. Der Irak sei die entscheidende Front im Kampf gegen den Terror, erklärte Maliki in Worten, die sich an Aussagen von US-Präsident George W. Bush anlehnten. In seinem Land stünden sich der wahre Islam, der persönliche Freiheit als wesentliches Element ansehe, und der Terror, der sich in einen Deckmantel des Islams hülle, gegenüber, sagte der Bagdader Regierungschef. Der Ministerpräsident verwies auch auf Fortschritte bei der Demokratisierung im Irak ungeachtet anhaltender Torpedierungsversuche von Extremisten.

Zuvor hatten demokratische Abgeordnete kurzfristig eine Absage der Rede im Rahmen von Malikis US-Besuch verlangt, weil er die Offensive Israels im Libanon jüngst als "israelische Aggression" gebrandmarkt hatte. Einige Abgeordnete hatten eine "Klarstellung" und "Entschuldigung" gefordert und einen Boykott von Malikis Rede angedroht. Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, erklärte, Maliki sei keine "Marionette" von US-Präsident Bush und dürfe als frei gewählter Führer eines souveränen Staates seine eigene Meinung haben. Es habe allerdings "Diskussionen" über die Äußerungen Malikis auf offizieller Ebene gegeben. In seiner Rede ging Maliki nicht auf den Libanon-Konflikt ein.

Mehrere der kritisch gesinnten Parlamentarier schlossen sich am Ende der Rede jedoch den stehenden Ovationen für die Ansprache des irakischen Ministerpräsidenten an. Die Rede folgte einem Treffen mit Bush im Weißen Haus gestern. Dabei verständigten sich beide Seiten darauf, dass die USA angesichts der anhaltenden Gewalt in Bagdad weitere Soldaten in die irakische Hauptstadt verlegen.

phw/dpa/AP/AFP

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