Rede vor der Uno Ahmadinedschad nennt 9/11-Anschläge mysteriös

Irans Präsident hat seinen Auftritt vor der Uno-Vollversammlung für einen Rundumschlag gegen den Westen genutzt. Dort sieht Mahmud Ahmadinedschad die Schuldigen für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung. Die Diplomaten der USA und europäischer Länder verließen demonstrativ den Saal.

AFP

New York - Ansprache vor ausgedünnten Sitzreihen: Kurz nachdem Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad an das Rednerpult der Uno-Vollversammlung trat, haben die Diplomaten aus der USA und der EU demonstrativ den Saal verlassen. Denn - wie schon in den vergangenen Jahren - verwandelte Ahmadinedschad seinen Auftritt in einen verbalen Rundumschlag gegen den Westen und Amerika: dort sitzen ihm zufolge die Verantwortlichen für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung.

"Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen", sagte Ahmadinedschad laut Uno-Übersetzung am Donnerstag. Und die "mysteriösen" Anschläge vom 11. September 2001 seien lediglich ein "Vorwand" der Amerikaner gewesen, um im Irak und in Afghanistan einzumarschieren.

Durch sein "imperialistisches Mediennetzwerk" würde Amerika jeden mit Sanktionen und Militäreinsätzen bedrohen, der "den Holocaust und die Geschehnisse vom 11. September anzweifelt", sagte Ahmadinedschad.

Außerdem forderte er den Westen wegen der Sklaverei zu Entschädigungszahlungen auf. "Sie unterstützen offiziell Rassismus", sagte Ahmadinedschad. "Sie schwächen Länder durch militärische Interventionen und zerstören ihre Infrastruktur, um ihre Ressourcen zu plündern und sie von sich abhängig zu machen."

Zur heiklen Palästina-Frage, bisher zentrales Thema der Uno-Vollversammlung, äußerte sich Ahmadinedschad nur kurz. Amerika und seine Verbündete würden "Zionismus als heiligen Gedanken und Ideologie sehen", sagte er. Kein Wort verlor er jedoch zu dem Streit über eine Uno-Mitgliedschaft Palästinas.

"Verachtenswerte Verschwörungstheorien"

Der Sprecher der US-Delegation, Mark Kornblau, verurteilte die Äußerungen Ahmadinedschads. Er habe die Chance gehabt, das Streben seiner Landsleute nach "Freiheit und Würde" anzusprechen, sagte Kornblau. "Stattdessen hat er sich erneut abstoßenden antisemitischen Verunglimpfungen und verachtenswerten Verschwörungstheorien zugewendet."

Auch die deutsche Delegation hatte während der Rede den Saal verlassen. Ein Sprecher des Außenministeriums begründete dies mit Ahmadinedschads "kruden Tiraden" gegen die USA, Israel und den Westen insgesamt. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) war zu der Rede gar nicht erst erschienen.

Auch vor dem Uno-Gebäude protestierten Hunderte Menschen gegen die Anwesenheit Ahmadinedschads. Einige seiner Gegner hatten sich ihren Protest im Vorfeld der Rede einiges kosten lassen: In dem selben Hotel, in dem auch Ahmadinedschad während seines New-York-Aufenthaltes wohnt, haben sie ein Zimmer gemietet - für 700 Dollar die Nacht. Die Gruppe "Vereint gegen ein atomares Iran" (UANI) dekorierte den Raum im noblen Warwick-Hotel mit Protestplakaten und verwandelten ihn in ein Pressezentrum, aus dem die Gegner des iranischen Präsidenten ihre Aktionen koordinieren können. "Wir wollen ihm zeigen, dass er nicht willkommen ist", sagte UANI-Sprecher Nathan Carleton.

aar/Reuters/AP/dpa

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Seite 1
prospektor 22.09.2011
1. hm
Manchmal frag ich mich echt, ob das nur ein großer Kindergarten ist. Wie sie alle immer ganz schnell bockig und beleidigt sind, und mit wirren Methoden irgendwie ein Zeichen setzen wollen ...
Zavi85 22.09.2011
2. .
"Außerdem forderte er den Westen wegen der Sklaverei zu Entschädigungszahlungen auf" Und für wen verlangt er hier bitte Zahlungen?
watndat 22.09.2011
3. Ahmadinedschad nennt 9/11-Anschläge mysteriös
wieso bietet man diesem überhaupt eine weltweite Plattform? Dumme Provokation hat in der Politik - wie auch im normalen Zusammenleben - nichts zu suchen
yaoshi 22.09.2011
4. wer tickt eigentlich noch sauber?
Zitat von prospektorManchmal frag ich mich echt, ob das nur ein großer Kindergarten ist. Wie sie alle immer ganz schnell bockig und beleidigt sind, und mit wirren Methoden irgendwie ein Zeichen setzen wollen ...
Das ist wohl wahr! Politiker und Staatsoberhäupter benehmen sich wie ungezogene Kinder. Viele reden viel, zu viel....keiner hat recht und auch keiner hat so ganz Unrecht mit seinen Vorwürfen. Aber mal eine neue Strategie starten und einen gänzlich neuen Weg mit konstruktiven Schritten einschlagen? Bloß nicht!! Viel zu anstrengend. Deswegen bleibt man hübsch bei der alten methode: viel meckern, moralisch sein Näschen rümpfen und schön an seinen eigenen, festgefahrenen Maximen kleben bleiben. Sowohl die einen, als auch die anderen! Bin mal gespannt, wie das weiter geht!
deb2006, 22.09.2011
5. .
Zitat von sysopIrans Präsident hat seinen Auftritt vor der Uno-Vollversammlung für einen Rundumschlag gegen den Westen genutzt. Dort sieht Mahmud Ahmadinedschad*die Schuldigen für Weltkriege, Massenmord und Vertreibung. Die Diplomaten der USA und europäischer Länder verließen demonstrativ den Saal. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,787917,00.html
Seit die Mullahs im Iran herrschen, verarmt das Land kulturell mehr und mehr. International zeichnet es sich nur noch durch tumben Antisemitismus und den Wahn aus, Atomwaffen zu produzieren. Persien, das war einmal ... NB: Ein schöner Beweis dafür, dass eine islamische Theokratie vollkommen in die Irre führt.
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