Rede zum 11. September Bush sagt Fanatikern den Kampf an

Am Jahrestag der Anschläge in den USA hat US-Präsident George W. Bush seine Entschlossenheit bekräftigt, die Opfer des 11. September zu rächen und den Kampf gegen den Terrorismus zu gewinnen.


George W. Bush: Entschlossener Kampf gegen den Terror
AFP

George W. Bush: Entschlossener Kampf gegen den Terror

New York/Washington - "Wir werden nicht ruhen, bis die Gerechtigkeit gesiegt hat und unsere Nation sicher ist", erklärte Bush in einer Fernsehansprache an die amerikanische Bevölkerung. Die Rede war der Abschluss der Gedenkfeiern zum ersten Jahrestag des 11. Septembers.

"Wir werden keinem Terroristen oder Tyrannen erlauben, die Zivilbevölkerung mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen", sagte Bush in Anspielung auf den irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Die USA würden sich niemals der "Gnade einer ausländischen Verschwörung oder Macht" aussetzen. Bush redete von Ellis Island in New York aus - mit der Freiheitsstatue als Kulisse.

Der US-Präsident sprach von einem "Jahr der Sorgen, der leeren Plätze". Es liege ein Jahr mit der schwierigen Erkenntnis zurück, dass die USA entschlossene Feinde hätten und gegen deren Angriffen nicht unverwundbar seien.

Aber, so betonte er, jetzt und in der Zukunft würden Amerikaner als freie Menschen leben. Die USA hätten "Tyrannen besiegt, Todeslager befreit" und Freiheit in gefangen genommene Gebiete gebracht. Man habe nicht die Absicht, den Versuch einer Gruppe von Fanatikern zuzulassen, mit Gewalt an die Macht zu kommen.

Zuvor hatte Bush in Washington, in Shanksville im US-Staat Pennsylvania und am Ground Zero in New York der Toten des 11. Septembers gedacht. In Shanksville und New York legte er einen Kranz nieder und sprach mit Angehörigen der Opfer der Anschläge auf das World Trade Center.

"Menschen starben nicht umsonst"

"Der Mord an Unschuldigen kann nicht erklärt, nur ertragen werden. Und obwohl sie einen tragischen Tod starben, starben sie nicht umsonst", sagte Bush bei der Gedenkfeier vor einer wieder aufgebauten Außenmauer des Pentagon in Washington. Mehr als 13.000 Ehrengäste verfolgten, wie eine riesige US-Fahne an der Mauer enthüllt wurde.

Im New Yorker Battery Park entzündete Bürgermeister Michael Bloomberg eine "ewige Flamme" in Gedenken an die Opfer. An der Veranstaltung nahe der Skulptur "Die Sphäre" des deutschen Künstlers Fritz Koenig nahmen Vertreter aus 90 Staaten teil, darunter auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan. Koenigs Skulptur stand auf dem Gelände des World Trade Centers und war bei dem Anschlag schwer beschädigt worden. Die Stadt New York hatte die Skulptur im März - sechs Monate nach den Anschlägen - den Opfern des 11. Septembers gewidmet.

US-Außenminister Colin Powell und Annan bekräftigten die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir schließen uns allen Uno-Mitgliedern an in den Bemühungen, eine Welt des Friedens aufzubauen, des Wohlstands und der Freiheit, eine Welt, in der sich kein Terrorismus entfaltet", sagte Powell.

Annan betonte, die Anschläge seien ein Angriff auf die Weltgemeinschaft gewesen. Er hoffe, dass die Erinnerung an die Opfer dazu beitrage, eine bessere und friedlichere Welt zu schaffen. In Deutschland mahnte Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Koalition gegen den Terrorismus müsse erhalten bleiben und zu einer Koalition für globale Sicherheit und Entwicklung weiterentwickelt werden. Deutschland halte an dem umfassenden Ansatz zur Bekämpfung des Terrorismus fest, der politische und diplomatische Bemühungen sowie wirtschaftliche und humanitäre Hilfsmaßnahmen einschließe.



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