Proteste in Hongkong Polizei räumt Barrikaden

Machtdemonstration in Hongkong: Die Polizei hat Straßensperren der Regenschirm-Aktivisten geräumt. Verwaltungschef Leun sagte, die Blockade könne nicht ewig weitergehen. Man werde zur Not "minimale Gewalt" anwenden.


Hongkong - Die Protestbewegung in Hongkong hatte in den vergangenen Tagen neuen Auftrieb erfahren, nun hat die Polizei damit begonnen, Barrikaden zu entfernen. Aktivisten waren zuerst alarmiert, ließen die Polizisten aber gewähren. Diese räumten vor allem Metallgitter weg, die sie zu Beginn der Proteste selbst aufgestellt hatten. Die Demonstranten hatten sie zu Barrikaden verbunden.

Einige hundert Aktivisten campierten in der Nacht an den drei Protestorten in Admiralty und Causeway Bay auf der Insel Hongkong und im Geschäftsviertel Mong Kok auf der Halbinsel Kowloon. Nach lokalen Medienberichten baten Polizisten in Zivil die Aktivisten am Morgen in Mong Kok, eine blockierte Straße freizugeben, was diese aber ablehnten.

Leung Chun-ying, der umstrittene Verwaltungschef von Hongkong, hatte am Sonntag im lokalen Fernsehen angekündigt, die kommunistische Führung in Peking werde von ihrem Beschluss nicht abrücken, bei der Wahl seines Nachfolgers 2017 nur vorab bestimmte Kandidaten zuzulassen. "Keine Chance", sagte Leung wörtlich zur Forderung der Demonstranten nach freien Wahlen.

Die Regierung werde sich weiter um Gespräche mit den Demonstranten bemühen, so Leung, aber ihre Bewegung sei außer Kontrolle geraten. Die Blockade von zentralen Teilen der Wirtschaftsmetropole könne nicht endlos weitergehen, wenn nötig, werde man "minimale Gewalt" ausüben, um die Straßen zu räumen.

vet/dpa/Reuters

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insgesamt 4 Beiträge
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thomas_gr 13.10.2014
1.
Endlich werden diese bezahlten Demonstranten des Platzes verwiesen.
mmontag 13.10.2014
2. SPON hinkt wieder hinterher...
Sogar im Radio wurde schon durchgesagt, daß geräumt wurde wegen Verkehrsbehinderungen. Die "Demonstranten" dürfen bleiben.
ornitologe 13.10.2014
3. Ob Regenschirm
oder Orangen - eine Regierung darf sich nicht von einigen Wenigen erpressen lassen. Was dabei herauskommt, wenn der Staat nicht oder zu spät reagiert, sehen wir in der Ukraine. Hier wurde der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. Das Land hat jetzt einen Bürgerkrieg liegt am Boden. Den Menschen in Hongkong geht es den Chinesen im Rest des Landes gegenüber sehr gut. Insofern sind und waren die "Proteste" von einigen Studenten mit ihren Regenschirmen mehr als überflüssig und in keiner Weise zielführend.
Drscgk 14.10.2014
4. Was lernen wir daraus ?
Wenn Demonstrationen das Geschäft fördern, dann sind sie gut (Montagsdemos zum Anschluss DDR-BRD, Orangene oder ähnliche prowestliche Revolutionen, arabische Frühlinge, Indischer Nationalismus usw.). Wenn Demos aber das Geschäft stören, wie die Demonstrationen der Islamisten um Mohammed Mursi in Ägypten, wie die iranische Revolution, wie die Demonstranten in Hongkongs Finanzmeile, wie die Flüchtlinge aus dem Süden usw.usf., dann sind auch gerne harte und böse Maßnahmen und harte und böse Worte an der Tagesordnung.
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