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Entwicklungshilfe: 100 Millionen Euro mehr im Jahr für Afrika

Entwicklungsminister Müller in Bangui: "Dort hingehen, wo die Not am größten ist" Zur Großansicht
DPA

Entwicklungsminister Müller in Bangui: "Dort hingehen, wo die Not am größten ist"

Auf seinem Flug in die Zentralafrikanische Republik hat Entwicklungsminister Gerd Müller zugesagt, die Entwicklungshilfe für Afrika aufzustocken. Der Kontinent soll 100 Millionen Euro mehr im Jahr erhalten.

Berlin - Mit dieser Summe wird mehr als die Hälfte der deutschen Entwicklungsgelder nach Afrika fließen: Die Bundesregierung will ihre Entwicklungshilfe für Afrika um 100 Millionen auf mindestens 1,3 Milliarden Euro jährlich aufstocken.

Das kündigte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Donnerstag auf seinem Flug in die Zentralafrikanische Republik an. Auch der von Bürgerkrieg, Hunger und Vertreibung zerrütteten Zentralafrikanischen Republik will Müller bei seinem zweitägigen Besuch spezielle Zusagen machen. "Wir müssen dort hingehen, wo die Not am größten ist", sagte der CSU-Politiker.

In Zentralafrika, einem der ärmsten Länder der Welt, ist nach einem Putsch muslimischer Rebellen vor einem Jahr die Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Milizen eskaliert. Die Zahl der Toten ist unbekannt. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden 650.000 der 4,6 Millionen Einwohner innerhalb des Landes vertrieben, 280.000 flüchteten ins Ausland. 2,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Hilfsangebote prüfen

Derzeit versuchen 2000 französische und 5500 afrikanische Soldaten, die Gewalt einzudämmen. Unterstützung sollen sie von bis zu 1000 Soldaten der Europäischen Union erhalten. An dieser Mission soll sich auch die Bundeswehr mit Sanitätsflugzeugen beteiligen. Müller und die CSU sehen ein zu starkes militärisches Engagement skeptisch. "Diese dramatische Situation im Land bedarf einer zivilen Option", sagte Müller.

Der Minister wird während seines zweitägigen Besuch in der Hauptstadt Bangui zusammen mit seinem französischen Kollegen Pascal Canfin, EU-Kommissar Andris Piebalgs und dem OECD-Vertreter Erik Solheim Hilfsangebote prüfen. Auf seinem Programm stehen am Freitag neben einem Treffen mit der Übergangspräsidentin Catherine Samba-Panza auch Gespräche mit Vertretern des Welternährungsprogramms, des Internationalen Roten Kreuzes und von Menschenrechtsorganisationen.

Die Hilfe für Zentralafrika ist auch in einem Afrika-Strategiedokument des Entwicklungsministeriums festgeschrieben, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Darin sind zahlreiche neue Projekte aufgelistet. Unter anderem sollen zehn Berufsbildungszentren für ländliche Entwicklung, 100 neue deutsch-afrikanische Partnerschaften von Schulen, Hochschulen, Vereinen, Kirchengemeinden und Kommunen sowie zehn neue Ausbildungspartnerschaften mit der deutschen Wirtschaft auf den Weg gebracht werden.

kha/dpa

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1.
tam_venceremos 13.03.2014
"Lasst uns nach Afrika gehen und denen zeigen wie man Schulen baut, unterrichtet, verarztet, Rebellen niederschießt, Demokratie betreibt und dann wird es denen bald genau so gut gehen wie uns!" Was ist es, dass diese Leute antreibt? Mitleid? Schuldgefühl? Oder doch Egoismus? Letzten Endes kann die UN/EU ja schon von Erfolg reden wenn auf ihren Papierchen die Zahl der verhungerten Kinder kleiner ist als im letzten Jahr. Die Wahrheit ist, dass keins dieser Probleme wirklich gelöst werden. Solange es diese Menschen nicht schaffen, sich selbst zu ernähren, zu verarzten, mit Strom zu versorgen usw. ist jegliche Form der Einmischung, selbst angeblich humanitäre Hilfe, ein Schritt in die falsche Richtung. Ich begrüße es Flüchtlinge aufzunehmen und in unsere Gesellschaft zu integrieren, aber dort hinzugehen und wie selbstverständlich eigenhändig die Gesellschaft umzukrempeln hilft niemandem.
2. Ahja!
Hübitusse 13.03.2014
Was lange gärt wird endlich gut - Damit dürften 60 Jahre Entwicklungshilfeversklavung nun endlich zum Erfolg führen!
3. Deutschland sollte die Dualausbildung in der Dritten Welt
hbnichts 14.03.2014
. . . ene Friedenstruppe, die der Welt besten Handwerker, Professionisten und Unternehmer könnte die Wirtschaft und Verwaltung in den ärmsten Ländern auf den Vordermann bringen.
4. unsere armen Kinder
altesmädchen 14.03.2014
Als ich auf die Welt kam, gab es 1 Mrd Menschen, jetzt sind es schon 7 Mrd und in 20 Jahren werden es geschätzte 14 Mrd. Menschen sein. Unsere armen Kinder !
5.
southwestgirl 14.03.2014
Zitat von sysopDPAAuf seinem Flug in die Zentralafrikanische Republik hat Entwicklungsminister Gerd Müller zugesagt, die Entwicklungshilfe für Afrika aufzustocken. Der Kontinent soll 100 Millionen Euro mehr im Jahr erhalten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/regierung-stockt-entwicklungshilfe-fuer-afrika-um-100-millionen-auf-a-958558.html
Da werden sich die korrupten afrikanischen Politiker aber freuen. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass auch nur ein Zehntel der Summe bei denen ankommt, die das Geld brauchen?
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