Posse in Tschechien: Regierungsberater nennt Staatschef Klaus "altes Weib" - gefeuert

Tschechiens Regierungschef Necas hat seinen Berater Joch gefeuert, weil der Präsident Klaus als "altes Weib" bezeichnete. Der Staatschef war kürzlich mit einer Plastikpistole beschossen worden - und habe wie eine "Heulsuse" reagiert, lästerte der Berater.

Tschechien: Regierungsberater gefeuert Fotos
REUTERS

Prag - Er nannte Präsident Václav Klaus ein "aufgeblasenes, kremlfreundliches altes Weib". Diese Äußerung in einem Blog hat Roman Joch jetzt seinen Job als Berater des tschechischen Ministerpräsidenten Petr Necas gekostet - er wurde vom Regierungschef gefeuert.

Klaus, 71, war am Freitag bei einem öffentlichen Termin in Chrastava im Norden Tschechiens von einem Angreifer mit einer Plastikpistole beschossen worden. Ein Mann in Tarnkleidung feuerte mehrfach mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Waffe auf den Staatschef. Als Motiv nannte der Mann unmittelbar nach der Tat, die Regierenden seien "blind und taub gegenüber dem Leid der gewöhnlichen Menschen". Darauf hätte er nicht anders aufmerksam machen können.

Der Täter wurde festgenommen, und Klaus kritisierte seine Leibwächter, die nicht eingegriffen hatten. Der Chef der Bodyguards trat daraufhin zurück.

Der Vorfall sei kein Attentat, sondern nur ein Protest gewesen, behauptete nun Regierungsberater Roman Joch in einem Blog. Er warf Klaus vor, nach dem Angriff nicht wie ein Mann, sondern wie eine "Heulsuse" gehandelt zu haben.

Ministerpräsident Necas distanzierte sich am Dienstag von den Äußerungen seines Beraters.

als/dpa/dapd

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