Paris - Der kommende Sonntag wird für Präsident Nikolas Sarkozy wohl ein schwerer Tag. Nach dem Zusammenschluss seiner linken Gegner muss die UMP-Partei in nahezu allen 26 Regionen Frankreichs eine Niederlage fürchten. Lediglich im Elsass an der Grenze zu Deutschland scheint ein Sieg noch möglich.
Und damit der schlechten Nachrichten nicht genug für den Präsidenten: Nach am Dienstag veröffentlichten Umfrageergebnissen würden 43 Prozent der Franzosen bei der nächsten Präsidentenwahl 2012 lieber Premierminister François Fillon als Kandidaten der Konservativen sehen. Für Sarkozy sprechen sich lediglich 29 Prozent aus. Nur 36 Prozent der Franzosen befürworten seine derzeitige Politik. Das ist der niedrigste Stand seit Amtsantritt 2007.
Für die zweite Runde der Regionalwahl hat die Sozialistische Partei am Dienstag unter anderem Abkommen mit den Grünen und dem Bündnis Front de gauche (deutsch: Linksfront) geschlossen. Sie war im ersten Durchgang der Abstimmung am vergangenen Sonntag mit landesweit rund 29 Prozent klar stärkste Partei geworden. Das grüne Bündnis Europe Ecologie holte knapp 13, die Linksfront knapp sechs Prozent.
Die UMP sieht nur noch eine Chance: "Unsere einzige Reserve sind jetzt die Nichtwähler", sagte ein ungenannter Minister aus dem Regierungslager der Zeitung "Le Figaro". Für die UMP hatte bei einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung von 46 Prozent nur jeder vierte Wähler gestimmt.
Als Grund für das Debakel gilt trotz des regionalen Charakters der Wahlen der Kurs des Präsidenten. Vor allem Sarkozys Politik der Öffnung, also die Vergabe guter Posten an Oppositionelle, habe die Wähler verärgert, sagte der UMP-Abgeordnete Claude Goasguen. Aber auch die CO2-Steuer, die Sarkozy vor der Klimakonferenz in Kopenhagen gegen den Widerstand eigener Leuten durchgesetzt hat, sei ein Dorn im Auge. Ihre für Juli geplante Einführung gilt allerdings als unsicher, da der Verfassungsrat Nachbesserungen gefordert hat, die politisch nur schwer durchsetzbar wären.
ler/dpa
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