Regionalwahlen in Frankreich Umfrage sieht rechtsextremen Front National vorn

Im Dezember wählen die Franzosen ihre Regionalregierungen. Einer aktuellen Umfrage zufolge könnte der rechtsextreme Front National dabei landesweit die meisten Stimmen bekommen.

Front-National-Chefin Le Pen: Präsidentschaftswahlen 2017 im Blick
AP/dpa

Front-National-Chefin Le Pen: Präsidentschaftswahlen 2017 im Blick


Bei den Europawahlen im Mai 2014 wurde der rechtsextreme Front National (FN) zum ersten Mal stärkste Kraft in Frankreich. Ein ähnliches Ergebnis deutet sich nun auch bei den Regionalwahlen im Dezember an. In der ersten Runde könnte die Partei von Marine Le Pen auf 28 Prozent der Stimmen kommen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Meinungsforschungsinstitute TNS Sofres und OnePoint hervor.

Die konservativen Republikaner von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy landen demnach mit 27 Prozent auf Platz zwei, weit vor den Sozialisten von Präsident François Hollande mit 21 Prozent.

Die französischen Regionalwahlen finden in zwei Runden am 6. und 13. Dezember statt, der zweite Termin ist dabei der entscheidende. Insgesamt gibt es in Frankreich 22 Regionen, hinzu kommen fünf Überseeregionen. Sie umfassen wiederum mehrere Departements. Jede Region hat eine eigene Regierung.

Der Front National könnte erstmals eine Region gewinnen: Besonders große Chancen hat Parteichefin Le Pen, die im Norden des Landes antritt und Umfragen anführt.

Bislang galt Frankreich als Zweiparteiensystem. In den vergangenen Jahren rang der FN bei Wahlen den etablierten Republikanern und Sozialisten jedoch zunehmend Stimmen ab. "Es drängt sich eine Lesart der Umfrage auf, nämlich die, dass sich das Dreiparteiensystem inzwischen in Frankreich fest installiert hat", erläuterte Emmanuel Rivière vom Umfrageinstitut TNS Sofres dem "Figaro". "Eine Partei entwickelt dabei eine große Dynamik: der FN."

Parteichefin Le Pen plant bereits weiter: Sie hat die Präsidentschaftswahlen 2017 im Blick. Umfragen sagen der Tochter des Front-National-Gründers Jean-Marie Le Pen dabei bereits einen Einzug in die Stichwahl voraus.

brk/ler/AFP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hamlet 30.10.2015
1.
Und wir meckern über 15.000 bei Pegida und 7% bei der AfD...
deus-Lo-vult 30.10.2015
2.
Nach jahrelanger Misswirtschaft der Sozialisten, den islamistischen Anschlägen und der aktuellen Flüchtlingssituation, war das eigentlich abzusehen. Da werden andere Länder folgen!
spmc-135322777912941 30.10.2015
3. Fängt das Sozialistenbashing schon wieder an ?
Zitat von deus-Lo-vultNach jahrelanger Misswirtschaft der Sozialisten, den islamistischen Anschlägen und der aktuellen Flüchtlingssituation, war das eigentlich abzusehen. Da werden andere Länder folgen!
Die Franzosen haben Hollande gewählt wohl wissend was der im Programm hat. Sein konservativer Vorgänger hat auch mehr Mist gebaut als Mutiges und Vernünftiges zu wagen. Das Problem in Frankreich sind weniger die Politiker als das Staatsvolk und deren Gewerkschaften. Übrigens, bei 28 zu 27 ist nichts entschieden und bis zur Präsidentschaftswahl ist es noch lange hin. Marine hat bei 30 % das rechte Potential ausgeschöpft. Sarkozy muss in die Stichwahl kommen und dann schlägt er Marine wie seinerzeit ihr Vater von Chirac geschlagen wurde.
Peter Eckes 30.10.2015
4.
Zitat von deus-Lo-vultNach jahrelanger Misswirtschaft der Sozialisten, den islamistischen Anschlägen und der aktuellen Flüchtlingssituation, war das eigentlich abzusehen. Da werden andere Länder folgen!
Hoffentlich. Und hoffentlich schnell bevor alles zu spät ist.
ironbutt 30.10.2015
5. 13 Regionen ab 01-01-2016
Der grosse Wurf der Sozialisten war die Zusammenlegung und streichung einiger Regionen, So hat sich die Zahl der Départements nicht verändert, aber die Regionen sind nun im Hexagon (Kontinental-Frankreich) auf 13 geschrumpft. Es muss ein Zufall sein, dass die neue Karte der Regionen den Sozialisten etwas in die Hände spielt. "Traditionell" Konservative Regionen wurden zusammengelegt, und wo es möglich war, wurden "knappen" Regionen meist noch ein überwiegend Sozialistisches Département zugeschlagen. Bei gleicher Stimmverteilung wie 2010 zeigt die Karte jetzt mehr Rot. So wurde zB der traditionell konservative Elsass (2 Dép) mit dem mehrheitlich linkns-wählenden Lothringen (5 dép) zusammengelegt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.