Regionalwahl in Spanien: Konservative verteidigen Mehrheit in Galicien

Zwei spanische Regionen haben neue Parlamente gewählt: In Galicien konnte die konservative Volkspartei von Ministerpräsident Rajoy ihre absolute Mehrheit verteidigen. Im Baskenland stiegen die Separatisten auf Anhieb zur zweitstärksten politischen Kraft auf.

Ministerpräsident Rajoy zwei Tage vor den Wahlen in Galicien: Mehrheit verteidigtZur Großansicht
REUTERS

Ministerpräsident Rajoy zwei Tage vor den Wahlen in Galicien: Mehrheit verteidigt

Madrid - Inmitten der Wirtschaftskrise haben am Sonntag im Baskenland und in Galicien Regionalwahlen stattgefunden - die auch als Abstimmung über den Sparkurs von Ministerpräsident Mariano Rajoy gewertet wurden. Insgesamt waren etwa 4,1 Millionen Stimmberechtigte aufgerufen, neue Parlamente zu wählen. Nach Angaben der Behörden lag die Wahlbeteiligung im Tagesverlauf deutlich niedriger als noch vor drei Jahren.

In Galicien konnte die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy ihre absolute Mehrheit verteidigen - die Region im Nordwesten des Landes ist die Heimat von Rajoy. Nach der Auszählung von mehr als 95 Prozent der abgegebenen Stimmen kann die PP mit 41 der 75 Sitze im Parlament rechnen - drei mehr als 2009. "Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis", sagte die PP-Generalsekretärin María Dolores de Cospedal. Die Wähler hätten die "realistische Politik" der Regierung anerkannt.

Die Sozialisten erlitten in Galicien hohe Verluste, sie kamen nur auf etwa 18 Mandate, sieben weniger als bisher. Die erstmals angetretenen galicischen Linksnationalisten (AGE) gewannen auf Anhieb neun Sitze, der Nationalistische Block (BNG) errang sieben Mandate, fünf weniger als 2009.

Separatismus-Partei auf dem Vormarsch

Im Baskenland schaffte es das neu gegründetes Separatisten-Bündnis Bildu (Versammlung) nach dem vorläufigen Endergebnis auf Platz zwei - nach der gemäßigten nationalistischen baskischen Partei PNV. Diese wird voraussichtlich 27 Sitze im Regionalparlament haben, 2009 waren es noch 30 gewesen. Bildu kam auf 21 Mandate, das beste Ergebnis, das jemals eine Separatistenpartei in der jüngeren Geschichte des Baskenlands erreicht hat. Die Sozialisten, die die Region seit 2009 regiert hatten, errangen nur 16 Sitze, neun weniger als bisher. Die PP verlor drei ihrer 13 Mandate im baskischen Regionalparlament.

Die Wahl im Baskenland war die erste in der jüngeren Geschichte, die nicht im Schatten des Eta-Terrors stand. Die Untergrundorganisation hatte vor fast genau einem Jahr einen definitiven Gewaltverzicht verkündet. Bei der Abstimmung stand die Frage im Mittelpunkt, wie stark die Separatisten aus der Wahl hervorgehen würden. Bildu hatte nach dem Eta-Gewaltverzicht erstmals Kandidaten aufstellen dürfen.

Der Separatismus wird damit - nach der Wirtschafts- und Finanzkrise - für die Rajoy-Regierung zu einem weiteren Problem, nachdem zuletzt bereits Katalonien von einer Separatismus-Welle erfasst worden war. Der katalanische Regierungschef Artur Mas will nach den Wahlen in der Region, die für den 25. November angesetzt sind, eine Volksabstimmung über die Schaffung eines unabhängigen Staates abhalten lassen.

aar/AFP/Reuters/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
mottasvizzera 21.10.2012
... und fördert ungewollt den Separatismus. Die gleiche Entwicklung ist auch bei anderen Nationalstaaten zu sehen.
... und fördert ungewollt den Separatismus. Die gleiche Entwicklung ist auch bei anderen Nationalstaaten zu sehen.
unai 21.10.2012
Die "Separatisten", also die Verfechter der baskischen Unabhängigkeit, wurden nicht zweitstärkste Kraft bei den baskischen Parlamentswahlen, sondern bei weitem die stärkste. EH Bildu und die nicht weniger [...]
Die "Separatisten", also die Verfechter der baskischen Unabhängigkeit, wurden nicht zweitstärkste Kraft bei den baskischen Parlamentswahlen, sondern bei weitem die stärkste. EH Bildu und die nicht weniger unabhängigkeitsorientierte, konservative PNV gewannen gemeinsam 64% der Sitze im baskischen Parlament. Die Unabhängigkeitsorientierung der PNV ist nicht "gemässigt". Immerhin änderte der spanische Präsident José María Aznar 2003 sogar das spanische Strafrecht, um dem damaligen baskischen Ministerpräsidenten Juan José Ibarretxe (PNV) mit einer Gefängnisstrafe drohen zu können, als dieser ein Referendum über einen Unabhängigkeitsplan erwägte.
Genau; letztendlich ersetzt man den Egoismus der Staaten durch den Egoismus der Regionen. Die €Krise schwächt den Staat der teilweise zurecht und teilweise zuunrecht für die wirtschaftliche, soziale wie finanzielle Krise [...]
Zitat von mottasvizzera... und fördert ungewollt den Separatismus. Die gleiche Entwicklung ist auch bei anderen Nationalstaaten zu sehen.
Genau; letztendlich ersetzt man den Egoismus der Staaten durch den Egoismus der Regionen. Die €Krise schwächt den Staat der teilweise zurecht und teilweise zuunrecht für die wirtschaftliche, soziale wie finanzielle Krise verantwortlich gemacht wird. Die großen Ideologien sind im letzten Jahrhundert alle mehr oder weniger gescheitert. Was übrig bleibt ist ein ein mitunter hemmungsloser Nationalismus(diesmal weniger der Staaten; mehr der Regionen) und ein neuer Egoismus. Für die Verbindlichkeiten will Keiner verantwortlich sein; sie und das ungeliebte Mutterland könnte und will man mit einem neuen 'jungfräulichen' Staat zurücklassen. Die Schweizer haben diese neue Entwicklung auch erkannt; in diesen 'neuen Staaten/Regionalstaaten' ist nichts mit toleranter Mehrsprachigkeit, Liberalität und anderen vornehmen Dingen; es ist eine neue Intolleranz... Ein guter Artikel der die Lage im Baskenland gut beschreibt... "Befürchtet wird nun, dass die „Spanier“ schon auf Vorrat als „nicht anpassungswillig“ auf eine schwarze Liste für die erträumte spätere Unabhängigkeit gesetzt werden können. Zudem verfügt die Partei über geschätzte 30.000 „Blockwarte“, die auch in den Dörfern von Haus zu Haus gehen, sich ein möglichst genaues Bild von Anhängern und Gegnern verschaffen und für das Unabhängigkeitsprojekt werben." Spanien: Der Frieden der Anderen - Ausland - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/spanien-der-frieden-der-anderen-11853431.html) Der ganze Artikel ist sehr lohnend... Die Eta ist nicht 'weg'; es schweigen nur die Waffen. Der baskische Nationalismus bemüht nun andere Methoden. Spanien und Europa riskiert daß ein widerlicher Staat entsteht der nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit den Idealen Europas zu tun hat. Europa soll Härte und Zähne zeigen und den neuen Nationalisten zeigen daß es ihren Staat nicht geben wird; im §4.2 des Lissabon Vertrages ist auch die rechtliche Handhabe dazu; No way, das soll man ihnen sagen... Schian Gruaß...
Genau; letztendlich ersetzt man den Egoismus der Staaten durch den Egoismus der Regionen. Die €Krise schwächt den Staat der teilweise zurecht und teilweise zuunrecht für die wirtschaftliche, soziale wie finanzielle Krise [...]
Zitat von mottasvizzera... und fördert ungewollt den Separatismus. Die gleiche Entwicklung ist auch bei anderen Nationalstaaten zu sehen.
Genau; letztendlich ersetzt man den Egoismus der Staaten durch den Egoismus der Regionen. Die €Krise schwächt den Staat der teilweise zurecht und teilweise zuunrecht für die wirtschaftliche, soziale wie finanzielle Krise verantwortlich gemacht wird. Die großen Ideologien sind im letzten Jahrhundert alle mehr oder weniger gescheitert. Was übrig bleibt ist ein ein mitunter hemmungsloser Nationalismus(diesmal weniger der Staaten; mehr der Regionen) und ein neuer Egoismus. Für die Verbindlichkeiten will Keiner verantwortlich sein; sie und das ungeliebte Mutterland könnte und will man mit einem neuen 'jungfräulichen' Staat zurücklassen. Die Schweizer haben diese neue Entwicklung auch erkannt; in diesen 'neuen Staaten/Regionalstaaten' ist nichts mit toleranter Mehrsprachigkeit, Liberalität und anderen vornehmen Dingen; es ist eine neue Intolleranz... Ein guter Artikel der die Lage im Baskenland gut beschreibt... "Befürchtet wird nun, dass die „Spanier“ schon auf Vorrat als „nicht anpassungswillig“ auf eine schwarze Liste für die erträumte spätere Unabhängigkeit gesetzt werden können. Zudem verfügt die Partei über geschätzte 30.000 „Blockwarte“, die auch in den Dörfern von Haus zu Haus gehen, sich ein möglichst genaues Bild von Anhängern und Gegnern verschaffen und für das Unabhängigkeitsprojekt werben." Spanien: Der Frieden der Anderen - Ausland - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/spanien-der-frieden-der-anderen-11853431.html) Der ganze Artikel ist sehr lohnend... Die Eta ist nicht 'weg'; es schweigen nur die Waffen. Der baskische Nationalismus bemüht nun andere Methoden. Spanien und Europa riskiert daß ein widerlicher Staat entsteht der nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit den Idealen Europas zu tun hat. Europa soll Härte und Zähne zeigen und den neuen Nationalisten zeigen daß es ihren Staat nicht geben wird; im §4.2 des Lissabon Vertrages ist auch die rechtliche Handhabe dazu; No way, das soll man ihnen sagen... Schian Gruaß...
plietsch 22.10.2012
Die separatistischen Bewegungen in Spanien sind so alt wie die zentralistische Regierung. Für die wackeligen Banken Spaniens kann die EU nichts.
Zitat von mottasvizzera... und fördert ungewollt den Separatismus. Die gleiche Entwicklung ist auch bei anderen Nationalstaaten zu sehen.
Die separatistischen Bewegungen in Spanien sind so alt wie die zentralistische Regierung. Für die wackeligen Banken Spaniens kann die EU nichts.
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  • Sonntag, 21.10.2012 – 20:50 Uhr
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