Reise durch Nordkorea: Schlendern verboten

Aus Chongjin berichtet  Martin Benninghoff

Nordkorea: Nicht ohne meinen Aufpasser Fotos
Martin Benninghoff

Nordkorea versucht, sich zu öffnen. Besucher aus dem Westen dürfen aber ohne Aufpasser keinen Schritt machen - mit dem Schritt über die Grenze sind sie dem System ausgeliefert wie seine Bürger. Ein Reisebericht aus dem größten Gefängnis der Welt.

Tumen, chinesische Grenzstadt am gleichnamigen Fluss. Nordkorea ist fünf Minuten Fußmarsch entfernt. In das Nachbarzimmer im Hotel quartieren sich zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung ein und kassieren meinen Pass. Hier an der Grenze ist man offenbar vorsichtig. Morgen gehe ich nach Nordkorea - falls ich meinen Pass wiederbekomme.

Alles geregelt. Ich stehe am Ufer des Tumen, auf dem chinesische Boote patrouillieren. Die orangefarbenen Rettungswesten der Besatzung sind der letzte Farbtupfer vor der Kulisse der grauen nordkoreanischen Grenzstadt Namyang. Eine lange Brücke zieht sich hinüber in das wohl größte Gefängnis der Welt. Chinesische Reisende hat sie nicht mehr gesehen, seit der Führer Kim Jong Un im April 2013 mit einem Atomkrieg gegen die USA und Südkorea gedroht hat. Chinas Regierung ist sauer auf seinen renitenten Nachbarn - zur Strafe stellt sie derzeit keine Visa mehr aus.

Schon von weitem sehe ich die beiden Köpfe, die mich in den nächsten sieben Tagen begleiten werden: Kim Il Sung, der Staatsgründer, und sein Sohn Kim Jong Il, sein Nachfolger. Ja, sie sind beide tot, in Nordkorea aber allgegenwärtig: als Statuen, auf Mosaiken, Fotografien oder auf riesigen Porträts. In strömendem Regen begleitet mich der chinesische Zöllner bis zur Brücke. Ab hier muss ich allein weiter.

Keine Fotos aus dem Busfenster

Dann bin ich drin. In Nordkorea. Als ich das Grenzhäuschen am Ende der Brücke betrete, drückt mir eine Ärztin ein Fieberthermometer auf die Stirn - Vogelgrippenkontrolle. Test bestanden, kein Fieber. Ein freundlicher Mann in brauner Uniform bedeutet mir, meine elektronischen Geräte - Handy, Laptop, Kamera - sowie meine Bücher in einem Beutel abzugeben. Alles wird nach staatsfeindlichen Inhalten durchsucht.

Später sitze ich im Bus mit einer kleinen Gruppe gleichgesinnter Westler, flankiert von drei Männern. Herr Kim*, Mitte 60, und Herr Song*, Anfang 50, begleiten mich im Auftrag der staatlichen Reisegesellschaft. Sie sprechen Englisch, allerdings deutlich gebrochener als ihre Kollegen in Pjöngjang. Der dritte Mann, Herr Pak*, spricht kein Englisch. Seine Aufgabe ist, während der Reise aufzupassen, dass ich nicht aus dem Busfenster fotografiere oder filme. Das ist verboten.

Die ersten Motive bieten sich gleich wenige Meter weiter an: Namyangs Straßen sind Schotterpisten, eingerahmt von halb verrotteten Wohnhäusern im sozialistischen Einheitsstil. Viele Fenster sind kaputt, die Bewohner haben sie notdürftig mit Folien geflickt. Nur zwei Lastwagen sind zu sehen, auf deren Ladeflächen Holzvergaser dampfen. Seit Sprit Mangelware im Land ist, wird wieder mit Holz gefahren. Alles erinnert irgendwie an die Kulisse eines Kriegsfilms.

Im Seaman's Club von Chongjin

Im Gegensatz zur Hauptstadt Pjöngjang, die mit ihrer vergleichsweise intakten Infrastruktur und ihrer politisch loyalen Bevölkerung gerne Ausländern vorgeführt wird, ist die drittgrößte Stadt Chongjin - eine verwitterte Industriestadt - ein Risiko in den Augen des Regimes, das entschlossen ist, mir nur die schönen Seiten des Landes zu zeigen. Keine Großstadt ist weiter entfernt von der Hauptstadt als Chongjin. Und die Entfernung entscheidet über die "politische Zuverlässigkeit" der Menschen, kurzum: Die Nordostprovinz gilt als Verbannungsort.

Als besonders bedrückend empfinde ich die Gewissheit, dass irgendwo am nördlichen Stadtrand ein Arbeitslager existiert, das durch Satellitenbilder dokumentiert ist. Hier schuften Tausende Gefangene, ein Leben lang. Wie es in den Lagern zugeht, haben zwei Augenzeugen gerade in New York vor einem Uno-Ausschuss berichtet. In Nordkorea sitzen nach Schätzungen von Amnesty International bis zu 200.000 Menschen in politischen Gefangenenlagern ein.

Die Vororte sind in tiefe Schwärze gefallen, als ich Chongjin am Abend erreiche. Die Hauptstraße zieht sich wie mit dem Lineal gezogen durch die Innenstadt, sie ist die einzige recht bunt beleuchtete Meile. Ein Rundgang wird mir nicht erlaubt, Mr. Kim verspricht: "Dafür ist noch Zeit in den kommenden Tagen." Wozu es leider nicht kommen wird. Mein Programm ist eng getaktet, für spontanes Schlendern bleibt keine Zeit.

Dafür geht es in den Seamen's Club an einer düsteren Ausfallstraße. Die Kneipe ist für die wenigen Ausländer vorgesehen und für Nordkoreaner, die sich die kalten Nudeln, eine Spezialität der Region, leisten können. Dazu gibt es heimisches Bier und Karaoke singende Kellnerinnen. Nach dem dritten Bier singe ich einfach mal mit - ein neues Kim-Jong-Un-Lied.

Counterstrike und Raketenpower

Durch die Straßen Chongjin kurven ab halb sechs Uhr morgens Lautsprecherwagen, die die Menschen zur Arbeit rufen. Mir fällt es leicht aufzustehen, da das Hotelzimmer kaum zum Verweilen einlädt: Die Blümchentapeten wellen sich, Schimmel überall. Die Hähne im sauber geputzten Bad spucken kein Wasser aus, der Strom fällt regelmäßig aus.

Und dann Kim Il Sung. Immer wieder Kim Il Sung. In Nordkorea, das erklärt mir Herr Song, darf ich seinen Namen nur mit dem Zusatz "Präsident" in den Mund nehmen, seinen Sohn Kim Jong Il nur als "General" und den Enkel Kim Jong Un als "Marschall" oder "Genosse", bezeichnen.

Natürlich soll ich jetzt die meterhohe Statue des "ewigen Präsidenten" im Zentrum Chongjins besuchen. Sie steht inmitten des Platzes, der von allen Seiten einsehbar ist. Eine Frau in koreanischer Tracht deklamiert in feierlicher Stimme die Biografie des großen Mannes - oder das, was sie über sein Leben gelernt hat. Dass die Stadt zu einem Teil von der japanischen Besatzungsmacht aufgebaut worden ist, verschweigt sie. Wahrscheinlicher ist, sie weiß es nicht. Feierlich beschwört sie die geplante Renovierung Chongjins. Ein Film wird mir später die Pläne vorführen. Sieht toll aus auf dem Reißbrett, aber woher soll das Geld kommen?

In Sichtweite der Statue, die ich nur von vorne und in ganzer Größe fotografieren darf, liegen Chongjins beste Stücke: die elektronische Bibliothek und die Blumenausstellung zu Ehren der Kim-Dynastie. Ausgestellt sind die Nationalblumen "Kimilsungia", eine Orchidee, und die "Kimjongilia", eine Begonienzüchtung. Eine "Kimjongunia" gibt es bislang noch nicht. Hier wie auch in der Bibliothek fehlt es an nichts, die Stromversorgung klappt. Es gibt Computerräume, wo Photoshop-Kurse stattfinden. Ein paar Jugendliche spielen "Counterstrike". Nach wie vor ist ihnen Internet nicht zugänglich - im Gegensatz zu Pjöngjang sieht man auch kein einziges Handy. Neu sind nur die Propagandaplakate mit der "Taepodong"-Interkontinentalrakete.

Die anonymen Wohnblocks am Rande der Stadt dienten einst als Musterwohnraum für die Arbeiter der nahegelegenen "Kim Chaek"-Eisen- und Stahlwerke. Die Fabrik produziert mehr als die Hälfte des Stahls im Land - und ist zentral für die Waffenproduktion. Am Werkstor quietscht die altersschwache Straßenbahn vorbei, die einzige außerhalb Pjöngjangs. Chongjin erhält die ausgemusterten Wagen der Hauptstadt. Und in Pjöngjang fahren ausrangierte Bahnen aus Ost-Berlin.

Ein Musterdorf mit "echten" Nordkoreanern

Chilbosan, südlich von Chongjin, eine atemberaubend schöne Berglandschaft mit glasklaren Bächen und Wasserfällen. Die Berge reichen bis an die Küste des Ostkoreanisches Meers - unberührte Strände, wie geschaffen als Touristenziel. Das Gebiet ist eine Art Blaupause für nordkoreanische Vorstellungen von Tourismus: ein Gebirgskessel, unzugänglich und abgeschnitten, wo sich Ausländer trefflich von der Armut des Landes separieren lassen. Herr Song erlaubt mir "frei zu fotografieren", wie er sagt, um der Freiheit dann doch einen Riegel vorzuschieben: "Nur die Natur, keine Menschen und Lastwagen!"

Ich besuche den mehr als 1200 Jahre alten buddhistischen Kaesim-Tempel im Tal: Schnitzereien verzieren die hölzernen Gebäude, über die ein Mann in grau-roter Mönchsrobe und mit rasiertem Schädel wacht. Ich bin skeptisch: Angeblich, so erzählt mir der Mönch, sollen 30.000 Buddhisten in Nordkorea leben, die ihre Religion "absolut frei" ausüben dürften und auch hierher kämen, um zu beten. Sofern es sich nicht um den Glauben an Kim Il Sung handelt, ist Religion nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen aber nur in sehr engen Grenzen möglich. Ein Indiz: Im Opferstock des Tempels steckt ausschließlich chinesisches Geld, aber kein einziger nordkoreanischer Won. Der Tempel ist wohl als Touristenattraktion gedacht.

Den Nordkoreanern ist völlig klar, dass westliche Reisende den Kontakt mit Einheimischen suchen. Ihr Zugeständnis: Seit 2006 existiert ein "Homestay Village" in der Region, wunderschön direkt am Meer gelegen. Das einzige seiner Art, ein Musterdorf, wo "echte" Nordkoreaner leben. "Absoluter Luxus", sagt Herr Song und muss ein wenig lachen, als ich frage, ob er auch in so einer Herberge lebe. In den Erdgeschossen hier aber wohnten nordkoreanische Familien - das ganze Jahr. Später erfahre ich, dass die Menschen dort nur von April bis Oktober leben.

Es bleibt kaum genügend Zeit, um auf eigene Faust irgendetwas zu tun. Meine Führer überlassen nichts dem Zufall. Ankunft gegen 16 Uhr, dann Fahrt mit einem Fischerboot, danach Volleyballmatch gegen Einheimische (verloren) und ein Wrestling-Kampf gegen einen zwei Köpfe kleineren Nordkoreaner (gewonnen), im Anschluss Biertrinken mit Dörflern, kurzes Duschen am Strand (kaltes Bergwasser, für eine halbe Stunde angestellt), Essen im Restaurant (nicht zuhause bei den Leuten), abends arrangierte "Geburtstagsfeier" mit Kindern des Dorfes. Als ich spätabends auf dem Balkon meines Domizils sitze, fahren die angeblichen Dorfjugendlichen auf Fahrrädern an mir vorbei in Richtung des echten Dorfes, das zwei Kilometer südlich liegt. Dorthin darf ich nicht.

Tag des Sieges in Kyongsong

Heute ist mein Glückstag. Victory Day! Der Tag, an dem das Regime das Ende des Koreakrieges vor 60 Jahren feiert - und ihren angeblichen Sieg. Ein Feiertag, an dem die Menschen frei haben, und an dem sich viele Nordkoreaner, die ich auf den Straßen und Plätzen sehe, herausgeputzt haben. Offenbar sind auch meine Aufpasser in bester Laune. In Kyongsong, zwischen Chilbosan und Chongjin gelegen, tanzen Dutzende Menschen in koreanischer Tracht unter den wachsamen Augen Kim Il Sungs und Kim Jong Ils.

Wenig später gelingt es mir sogar, von meinen Aufpassern ungeplant, Kontakt zu Einheimischen aufzunehmen. Nur mit einer Frisbeescheibe und meiner Kamera bewaffnet, gehe ich ein Stück auf sie zu, nehme vorsichtig Blickkontakt auf. Sie lassen es geschehen, nur die Kinder weichen ein Stück zurück, als sie mich sehen. Wenig später spielen wir gemeinsam Frisbee, und unter lautem Johlen holt jemand Badmintonschläger für ein Spielchen aus einem Haus. Meinen Führern steht der Schweiß auf der Stirn, aber sie unternehmen nichts, spielen nach einiger Zeit sogar mit.

Später klappe ich den Bildschirm meiner Kamera auf, schieße Fotos von den Kindern, zeige sie ihnen. Langsam kommen sie näher, setzen sich neben mich, sie überwinden die Scheu und lachen. Ihre Eltern beobachten das Treiben, sie winken, und, ja, sie lachen auch. Ein Lachen in Erwachsenengesichtern sieht man in Nordkorea ansonsten selten: Die meisten sehen ausgesprochen abgearbeitet und verhärmt aus. Hier in diesem Dorf zumindest fällt auf, dass die Kinder saubere und vor allem recht neue chinesische T-Shirts und Hosen tragen. Ein paar Mädchen düsen auf rosa Inlineskates über den Schotter. Der Lebensstandard scheint minimal verbessert zu sein.

"Wir bringen schon den Kindern bei, dass wir Amerika hassen"

In der "Kim Song Middle School" in Hoeryong, unweit der Grenze zu China, darf ich mir die Klassenräume nur in der Pause anschauen, wenn die 14- bis 17-jährigen Schüler auf dem Hof sind. Eine Vorzeigeschule, gut in Schuss, die - wie alle Schulen - einen eigenen Raum für die täglichen Propagandastunden hat. An den Wänden hängen Plakate mit Bildern verdienter ehemaliger Schülerinnen und Schüler, die es in der Armee zu etwas gebracht haben. "Unsere Helden", sagt der Schulleiter. Sogar Heizkörper gibt es, die nach einer "Vor-Ort-Anleitung" Kim Jong Ils 2010 eingebaut wurden. "Das ist eine Schule im Norden", soll Kim Jong Il gesagt haben. "Hier ist es kalt. Also baut eine Heizung ein", zitiert ihn sichtlich bewegt der Schulleiter.

Im Flur martialische Bilder an den Wänden. Eines zeigt einen überdimensionierten Füller, der sich - wie ein Schwert - durch die Körper eines Amerikaners, Japaners und Südkoreaners bohrt. Blut spritzt. Die Reihenfolge des Hasses, fest integriert in den Lehrplan und in die Köpfe der Kleinen. "Wir bringen unseren Kindern schon im Kindergarten bei, dass wir die Amerikaner hassen", erklärt der Schulleiter, stutzt kurz und ergänzt: "Wir hassen die amerikanische Regierung, nicht die Amerikaner."

Zwei Stunden, bevor ich die Grenze zu China erreiche, steigt in einem der nach dem Regen völlig verschlammten Bergdörfer ein Zollbeamter zu, der sich meine beiden Kameras sowie den Computer vornimmt. Meine Reiseführer sind angespannt, Mr. Kim hatte mich vorher gebeten, "unschöne Bilder" zu löschen, da wir uns sonst nicht "mit einem lachenden Gesicht" voneinander verabschieden könnten. Ich verstecke einen Won-Geldschein, den mir Mr. Kim nach Rücksprache mit seinen Vorgesetzten gegeben hat - und dass, obwohl die Ausfuhr der nordkoreanischen Währung eigentlich streng verboten ist. Der Zollangestellte an der Grenze findet den Schein zwar, nach einem Gespräch mit Mr. Kim aber überlässt er ihn mir.

Es ist eine kleine Geste der Öffnung. Hier das Handy, das ich mitnehmen, dort der Schein, den ich nach Deutschland bringen darf. Niemand sollte daraus jedoch den voreiligen Schluss ziehen, dass Nordkorea sein System in Frage stellen oder gar aufgeben wird. Das wird freiwillig nicht geschehen. Und deshalb bin ich nicht nur froh, in dieses wunderschöne Land mit seinen bescheidenen und aufrichtigen Menschen, reisen zu dürfen - ich bin auch froh, diese furchtbare politische System wieder verlassen zu können.

* Name geändert

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Das kleine Leben
Schacht Holland 08.09.2013
Zitat von sysopNordkorea versucht, sich zu öffnen. Besucher aus dem Westen dürfen aber ohne Aufpasser keinen Schritt machen - mit dem Schritt über die Grenze sind sie dem System ausgeliefert wie seine Bürger. Ein Reisebericht aus dem größten Gefängnis der Welt. Reise durch Nordkorea - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/reise-durch-nordkorea-a-916183.html)
Interessanter Bericht. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich die Einwohner von Nordkorea wirklich bedauern soll. Sie kennen es nicht anders. Sie alle leben ihr eigenes, kleines Leben. Der Staat ist - hier wie da - lediglich der Kitt, der ihr Leben zusammenhält. Es sind kleine Freuden des Alltags, die sich haben - mehr nicht. Irgendwann ist auch die Zeit der kommunistischen Machthaber abgelaufen. Mal sehen, wie es dann in Nordkorea zugeht.
2. optional
nelia2011 08.09.2013
Das muss ich nicht haben, Nordkorea ist definitiv kein Reiseland für mich. Schön, dass es so viele Möglichkeiten gibt für entspannte Reisen.
3. Negative Darstellung
frank_w._abagnale 08.09.2013
Ich war erst kürzlich in Nordkorea. Alle meckern immer. Aber Tatsache ist, dass es keinen Müll in den Straßen und keine Penner gibt. Die Menschen wirken sehr fokussiert und fleißig. Und wenn man sie direkt fragt, kommt nur Positives über die Regierung. Die ganzen negativen Berichte beruhen daher wohl auf westlicher Polemik. Lediglich das Handynetz könnte besser ausgebaut sein. Auch wirklich leckere Restaurants gibt es zu wenige. Dafür ist es günstig. Wenn es nicht schmeckt, lässt man es einfach zurück gehen und bestellt was Neues.
4.
qewr 08.09.2013
Zitat von sysopNordkorea versucht, sich zu öffnen. Besucher aus dem Westen dürfen aber ohne Aufpasser keinen Schritt machen - mit dem Schritt über die Grenze sind sie dem System ausgeliefert wie seine Bürger. Ein Reisebericht aus dem größten Gefängnis der Welt. Reise durch Nordkorea - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/reise-durch-nordkorea-a-916183.html)
Meine Frau und ich waren damals (1998) als erste Nicht-Koreaner auf einer „Hyundai-Kreuzfahrt“ für zwei Tage im Kumgan San Gebiet in Nord Korea. Übernachtet wurde auf dem Schiff, jeden Morgen ging es an Land, in Reih und Glied durch den Zoll, und abends in Kolonne zurück an Bord. Videokameras und Feldstecher wurden (gegen Quittung) abgenommen. Es war mitten im Winter, die Wege zur Hauptattraktion, einem gefrorenen Wasserfall, waren vereist. Picknick-Essen gab es an einem schneebedeckten Strand. (Eingeführte südkoreanische Instant-Nudeln, die sich nach dem Öffnen selber erhitzten!) Abends ein Besuch im Staatszirkus: Am meisten beeindruckte uns der Schlussakt, als südkoreanische Touristen auf die Bühne gebeten wurden und zusammen mit ihren Nachbarn aus dem Norden sangen. Es ging, so wie wir uns das erklaeren ließen, um eine Wiedervereinigung à la mode du nord. Es blieb buchstäblich kein Auge trocken... Gut gekleidete Soldaten patrouillierten durch die Gegend und manche wurden von Reisenden angesprochen und schienen keine Scheu zu haben. Der Reiseleiter was not amused aber Südkoreaner können stur sein, sie kümmerten sich schlicht nicht um die Weisungen. Bezahlt (z.B. im Duty-free Geschäft) wurde ausschließlich in US$, die Preise immer schön aufgerundet auf ganze Dollars. P.S. Nordkoreanische Passbeamte können durchaus flexibel sein: Als einzige Reisende ersuchten wir um einen Eingangsstempel, nachdem uns eingebläut worden war, das auf keinen Fall zu versuchen. Der omnipräsente Reiseleiter wollte im Erdboden versinken, aber oh’ Wunder: Die Pässe wurden gestempelt und später wie Trophäen bestaunt...
5.
k70-ingo 08.09.2013
Zitat von frank_w._abagnaleIch war erst kürzlich in Nordkorea. Alle meckern immer. Aber Tatsache ist, dass es keinen Müll in den Straßen und keine Penner gibt. Die Menschen wirken sehr fokussiert und fleißig. Und wenn man sie direkt fragt, kommt nur Positives über die Regierung. Die ganzen negativen Berichte beruhen daher wohl auf westlicher Polemik. Lediglich das Handynetz könnte besser ausgebaut sein. Auch wirklich leckere Restaurants gibt es zu wenige. Dafür ist es günstig. Wenn es nicht schmeckt, lässt man es einfach zurück gehen und bestellt was Neues.
Also daß die Nordkoreaner auf direkte Ansprache sich nicht negativ äußern, hat andere Ursachen und nicht, daß alles im Land famos und bestens ist. Etwas anderes zu erwarten, ist naiv. Müllfrei ist Pjöngjang nur auf den ersten Blick. Verpackungsmüll fliegt keiner herum, weil es kaum Verpackungen gibt, aber unmittelbar hinter den Statuen gibt es keinen Quadtatmeter Straßenpflaster ohne Zigarettenkippen und Eis-Stielen. Sperrmüllhaufen in Hinterhöfen gibt es gelegentlich auch. Bekanntermaßen werden Obdachlose aus Pjöngjang und anderen Orten entfernt, an denen Ausländer auftauchen, aber geben tut es sie, ebenso wie Straßenkinder. Zwei verlumpte Jungen, etwa 10 Jahre alt, hatten ihren Unterschlupf direkt hinter den beiden Kim-Monumenten gegenüber vom Großen Studienpalast des Volkes.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS
alles zum Thema Nordkorea
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 31 Kommentare
  • Zur Startseite

Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 24,346 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon