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Pussy-Riot-Aktivistin: Wo ist Nadeschda?

Nadeschda Tolokonnikowa: In der Stadt Tscheljabinsk wurde sie zuletzt gesehen Zur Großansicht
DPA

Nadeschda Tolokonnikowa: In der Stadt Tscheljabinsk wurde sie zuletzt gesehen

Seit zwei Wochen fehlt jede Spur von Nadeschda Tolokonnikowa. Die Pussy-Riot-Aktivistin ist in ein anderes Gefängnis verlegt worden, Angehörige haben keinen Kontakt mehr zu ihr. "Es gibt keinen Beweis, dass sie am Leben ist", sagt ihr Vater.

Berlin - Die Spur verliert sich in der Stadt Tscheljabinsk im Ural. Dort wurde Nadeschda Tolokonnikowa zuletzt gesehen. Die 23-Jährige soll über Nacht dort geblieben sein, berichtet ihr besorgter Ehemann Pjotr Wersilow der US-Nachrichtenseite "Buzzfeed". Seitdem machen sich Wersilow und Tolokonnikowas Vater große Sorgen um die Musikerin. "Keiner weiß irgendwas. Es gibt keinen Beweis, dass sie am Leben ist, wir kennen ihren Gesundheitszustand nicht", sagt ihr Vater gegenüber den Journalisten, ihr genauer Aufenthaltsort sei zuletzt am 21. Oktober bekannt gewesen.

Beobachter hatten bereits seit längerem gefürchtet, dass die russischen Behörden irgendwann auf Tolokonnikowas andauernde Proteste reagieren würden. Immer wieder hatte die Pussy-Riot-Musikerin über Misshandlungen durch die Gefängnisaufseher in ihrer bisherigen Strafkolonie in Mordwinien geklagt und sie mit den Gefängnissen der Sowjet-Ära verglichen. Nachdem sie in den Hungerstreik getreten war, übten die Behörden Vergeltung: Sie ordneten die Verlegung in ein anderes Gefängnis an.

Die Maßnahme soll nach Einschätzung von Wersilow dazu dienen, Tolokonnikowa von der Außenwelt abzuschneiden. "Wir glauben, sie haben sie in eine größere Stadt verlegt, um sie zu verstecken. Ich denke, die Behörden hatten genug von den Protesten", sagte Wersilow gegenüber "Buzzfeed". Er glaube, die Anordnung zur Verlegung sei direkt aus Moskau gekommen.

Kritiker unter Druck

Die Punk-Band hatte mit ihren regimekritischen Aktionen international Aufsehen erregt. Nach einem Auftritt in einer Moskauer Kirche wurden sie wegen "Rowdytum aus religiösem Hass" festgenommen. Tolokonnikowa und ein weiteres Mitglied ihrer Band, Maria Aljochina, wurden im Februar 2012 zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Unnachgiebig geht die Regierung seitdem auch gegen Unterstützer der Band vor. Erst am vergangenen Donnerstag hatte sie der kritischen Nachrichtenseite Rosbalt die Lizenz entzogen - mit der Begründung, Rosbalt habe sich wiederholt einer "obszönen Wortwahl" bedient.

Rosbalt hatte unter anderem auf ein Video der Punkband Pussy Riot gegen Kremlchef Wladimir Putin verlinkt. Putins Sprecher Dmitri Peskow wies Vorwürfe politischer Einflussnahme auf das Gericht zurück. Medienvertreter zeigten sich hingegen entsetzt. "Diese besorgniserregende Entscheidung bedeutet einen äußerst gefährlichen Präzedenzfall für die Informationsfreiheit in Russland", teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen mit.

Agentur-Chefin Natalija Tscherkessowa und ihrer Redaktion bleibt nun ein Monat Zeit - solange können sie Einspruch beim Obersten Gerichtshof einlegen. Von der Schließung betroffen wären 60 Redakteure und zahlreiche freie Mitarbeiter. Rosbalt mit Hauptsitz in St. Petersburg hatte sich im Schatten der großen Nachrichtenagenturen wie Ria Nowosti und Interfax zu einem vor allem im Internet populären Medium entwickelt.

mik

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insgesamt 139 Beiträge
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1.
sudiso 03.11.2013
willkommen in Russland, einem Staat der Willkür, genauso wie Amerika
2. und ich ...
bananenrep 03.11.2013
dachte wäre tot. aber er lebt eben weiter, sei es als obama, osama, putin, saddam, osama. aber so ist es jeder staat läßt eben die unbequemen verschwinden.
3. Wer sich mit kriminellen Aparatschiks und Geheimdienst
blob123y 03.11.2013
anlegt stirbt oder wird kaputtgemacht physisch uns mental, weiss ein jeder, aber keiner traut es sich zu sagen.
4. Nadeschda?
TangoGolf 03.11.2013
Aha. Ausgerechnet wieder mal Nadeschda. Gerade sie ist doch das beste Beispiel, wie Medien funktionieren: auf fast jedem Bild im Bezug zu Pussy Riot, war sie in Großaufnahme zu sehen. Warum? Weil sie mit Abstand am besten aussieht im Vergleich zu ihren Kolleginnen. Ja, so einfach ist das. Dass ausgerechnet sie jetzt "spurlos" verschwunden sein soll, wirkt daher etwas gekünstelt...
5. wie immer
uspae2007 03.11.2013
sehr wahrscheinlich wird ein russischer Braunbär die Ursache sein. Oder vielleicht doch wieder Putin ? Diese Aktivisten können einen doch wirklich leid tun, oder ? Wir sollten etwas dagegen unternehmen , wir in Deutschland.
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