Republik Moldau Uno fordert Abzug russischer Truppen aus Separatistenregion Transnistrien

Die Rede ist von einem "historischen Schritt": Die Vereinten Nationen haben sich gegen die Stationierung russischer Soldaten im von Moldau abgespaltenen Transnistrien gestellt.

Russischer Soldat in Transnistrien (Archiv)
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Russischer Soldat in Transnistrien (Archiv)


Die Uno übt in einem jahrzehntealten Konflikt Druck auf Russland aus: Die Generalversammlung der Vereinten Nationen forderte erstmals einen Abzug der russischen Truppen aus der moldauischen Separatistenregion Transnistrien. Für die Vorlage stimmten in New York 64 Länder. 15 Länder votierten dagegen, 83 enthielten sich. Die nichtbindende Resolution fordert Russland zu einem "geordneten, bedingungslosen und unverzüglichen Abzug seiner Truppen und Waffen" auf.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau war nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 unabhängig geworden. Allerdings sagten sich die russisch dominierten Gebiete im Osten des Landes in einem kurzen Krieg los und riefen eine "Republik Transnistrien" aus. Die dort seit Sowjetzeiten stationierten russischen Einheiten unterstützten den Schritt und sind immer noch vor Ort.

Der Vertreter der EU bei der Uno sprach nach der Verabschiedung der Resolution von einem "historischen Tag" für die Moldauer. "Nach mehr als 26 Jahren erkennt die Generalversammlung an, dass die russische Präsenz illegal ist und enden muss."

Moskau hingegen kritisierte die Resolution scharf. Russlands stellvertretender Uno-Botschafter Dmitri Poljanski verwies auf die laufenden Vermittlungsbemühungen der OSZE im Transnistrien-Konflikt. Die Initiative der Uno-Generalversammlung schade den Bemühungen der OSZE, warnte Poljanski.

Eingebracht wurde die Resolution von Großbritannien, Kanada, Polen und acht weiteren Ländern. Zu den Unterstützern zählten die Republik Moldau, die Ukraine, Georgien und die EU-Länder. Die Gegenstimmen kamen unter anderem von Russland, Iran, Syrien und Nordkorea.

kev/AFP



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