Alabama Roy Moore scheitert mit Wahlbetrug-Beschwerde

In Alabama hat der Demokrat Doug Jones nun offiziell die Senatswahl gewonnen. Kontrahent Roy Moore hatte Beschwerde gegen das Ergebnis eingelegt - die nun von einem US-Richter abgelehnt wurde.

Roy Moore
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Seine knappe Niederlage bei der Senatsnachwahl in Alabama war eine Überraschung, mit dem Ergebnis hatte sich der republikanische Kandidat Roy Moore offenbar nicht abfinden wollen: Nach Angaben seines Wahlkampfteams hatte Moore mit Verweis auf angeblichen Wahlbetrug Beschwerde gegen das Ergebnis eingelegt - die nun von einem US-Gericht abgelehnt wurde. Die Wahlbehörde in Alabama hat den Demokraten Doug Jones daraufhin als Sieger bestätigt.

Alabamas oberster Wahlbeamter, der Republikaner John Merrill, hatte dem Sender CNN noch vor der offiziellen Mitteilung gesagt, die Wahlbehörde werde Jones zum Sieger erklären. Dieser werde beim Zusammentreten des Senats am 3. Januar vor US-Vizepräsident Mike Pence seinen Eid ablegen. Im Senat verfügen die Republikaner jetzt nur noch über 51 statt bisher 52 Sitze, die Demokraten stellen künftig 49 Senatoren.

Jones hatte bei der Nachwahl Mitte Dezember 49,9 Prozent der Stimmen bekommen, der mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung von Minderjährigen konfrontierte Moore kam auf 48,4 Prozent. Der Abstand betrug knapp 21.000 Stimmen.

Moore will mit Lügendetektor Unschuld beweisen

In der Erklärung von Moores Wahlkampfteam hieß es, es habe in 20 Wahlkreisen "Unregelmäßigkeiten" gegeben. Dies sei "genug, um den Ausgang der Wahl umzukehren". Mit der Beschwerde solle dem Vorwurf des Wahlbetrugs nachgegangen und die offizielle Bestätigung des Wahlergebnisses verschoben werden.

Das Ergebnis bedeutete eine Schlappe für US-Präsident Donald Trump, der den erzkonservativen Moore trotz der Belästigungsvorwürfe unterstützt hatte. Durch Jones' Sieg schrumpfte die Mehrheit der Republikaner im Senat auf 51 von 100 Sitzen.

Die Beschwerde enthielt zudem eine eidesstattliche Erklärung Moores, wonach er sich "erfolgreich einem Lügendetektortest" unterzogen habe. Der Test habe "bestätigt, dass die gegen ihn im Wahlkampf erhobenen Darstellungen eines Fehlverhaltens vollkommen falsch" seien, hieß es in der Erklärung.

Roy Moore im Video: "Der Kampf geht weiter"

REUTERS

mho/AFP/Reuters

insgesamt 43 Beiträge
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womo88 28.12.2017
1. Trump lässt grüßen ...
Trump hatte ja auch geäußert: "Wenn ich die Wahl verliere, erkenne ich die Wahl nicht an."
skeptikerjörg 28.12.2017
2. Charakter?
Roy Moore kann also nicht einmal mit Anstand eine Wahlniederlage akzeptieren? Als weißer, evangelikaler Republikaner in Alabama von einer Mehrheit schwarzer Wähler geschlagen worden zu sein, ist schon ein schweres Los. Selbst hier mucken die also schon gegen white supremacy auf, da soll doch mal der KKL dazwischen fahren.
hardeenetwork 28.12.2017
3. "Armer Moore"
Missbraucht Frauen, setzt Gott über das Gesetz, zieht einen Revolver beim Wahlauftritt und tritt Gesetze und Realitäten mit Füssen und wird dafür mit der Abwahl bestraft. Man sollte ihn ins Gefängnis stecken zusammen mit seinem ehemaligen Chef Trump.
Actionscript 28.12.2017
4. Auch noch ein schlechter Verlierer
Tests mit Lügendetektoren können ähnlich sein wie eine Kugel nach der Wahrheit zu befragen. Hier ist ein ausführlicher Artikel, der auf die Probleme eingeht (http://www.apa.org/research/action/polygraph.aspx). Auch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Moore eine andere Auffassung von sexueller Belästigung hat als deren Opfer. Insofern ist ein Lügendetektor das vollkommen falsche Mittel, die Wahrheit zu finden. Was Unregelmässigkeiten angehen, die sind bei anderen Wahlen auch vorgekommen, machen aber nur einen sehr kleinen Teil aus. Auch ist durchaus möglich, dass er nach der Untersuchung sogar noch Stimmen verlieren kann. Aber eigentlich hätte man von solch einem Kandidaten, der ein religiöser Fanatiker ist, auch nichts anderes erwartet. Nun wäre ich religiös, würde ich doch eher sagen, dass Gott ihn für seine Sünden gerecht bestraft hat.
malcom1 28.12.2017
5. Usa
Sorry, die USA machen sich immer lächerlicher. Lügendetektor, Wahlfälschung, usw. in dem Land er Technologie. Lachhaft.
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