Finanzchef der Republikaner Steve Wynn tritt nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurück 

Der Finanzchef des republikanischen Parteivorstandes, Steve Wynn, hat nach schweren Anschuldigungen sein Amt niedergelegt. Der Casino-Mogul soll Dutzende Angestellte sexuell belästigt haben.

Steve Wynn
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Steve Wynn


Steve Wynn, Freund des US-Präsidenten und Finanzchef der Republikaner, ist überraschend von seinem Posten zurückgetreten. Hintergrund sind offenbar schwere Anschuldigungen von früheren Angestellten: Über Jahre hinweg soll der Casino-Mogul und Milliardär Wynn Dutzende Angestellte sexuell belästigt oder zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Samstag.

Die Zeitung gründet ihren investigativen Bericht auf Interviews mit mehr als 150 Frauen. Demnach zeigte sich Wynn unter anderem entblößt vor ihnen und nötigte sie, ihn sexuell zu befriedigen. Wynn wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Der 76-Jährige hat unter anderem die Casinos Bellagio, Encore, Mirage, Treasure Island und Wynn in Las Vegas gebaut. Die sexuellen Übergriffe sollen sich hauptsächlich in seiner privaten Bürosuite abgespielt haben - etwa im Zuge von Massagen und Maniküren.

Dem "Wall Street Journal" zufolge hatten manche Angestellte so große Angst vor ihm, dass sie sich im Toilettenraum versteckt hätten, wenn er das Wellness Center im Wynn Casinohotel aufgesucht habe.

Wynn war bislang Finanzchef des republikanischen Parteivorstands. Er wurde kurz nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Ende 2016 auf diesen Posten berufen. Trump hat ihn wiederholt als einen Freund beschrieben. Die Vorsitzende des Organisationsgremiums der Partei (Republican National Committee), Ronna Romney McDaniel, akzeptierte Wynns Rücktritt in einem Statement. US-Präsident Donald Trump hat sich bisher nicht zu der Personalie geäußert.

mja/dpa/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
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transatco 27.01.2018
1. Habe noch nie einen so hässlichen Mann gesehen!
Ich verstehe die Frauen nicht! Keine Karriere/ kein berufliches Abhängigkeitsverhältnis/ kein Geld der Welt kann das Wert sein! Also ich säße da lieber an der Supermarktkasse!
Roberto.Geissini 27.01.2018
2. Ob
der seine Strategie bei seinem Buddy Trump erlernt hat? Scheint so ein Thema bei den Dirty Old Man Club zu sein, wo sich das Trumpeltier bewegt
sven2016 27.01.2018
3.
Gleich der erste Kommentar ist Psycho. Was bitte soll das bedeuten: Frauen selber schuld? Es geht nicht um Sex, sondern um brutales Ausleben von Macht und Herrschaft in einem Unternehmen. Das kann auch an der Supermarktkassiererin ausgeübt werden. Manche verstehen immer noch nichts. Dass der Typ ein Trump-Freund ist, war klar.
Luscinia007 27.01.2018
4.
Zitat von transatcoIch verstehe die Frauen nicht! Keine Karriere/ kein berufliches Abhängigkeitsverhältnis/ kein Geld der Welt kann das Wert sein! Also ich säße da lieber an der Supermarktkasse!
Was für eine erbärmliche Denke! Der Ex-Mann zahlt keinen Unterhalt, das Kind braucht dringend Medikamente, die Oma hat wie in den USA üblich keine Krankenversicherung, aber einen Schlaganfall und muss gepflegt werden und am nächsten Montag ist die Miete fällig. Und woher soll man wissen, ob man beim Supermarktchef nicht vom Regen in die Traufe kommt, falls man da überhaupt so schnell einen neuen Job bekommt. Aber einem Mann kann das ja nicht passieren. Er muss ja nur vor dem Chef buckeln.
phoenix68 27.01.2018
5. Wirklich
Zitat von transatcoIch verstehe die Frauen nicht! Keine Karriere/ kein berufliches Abhängigkeitsverhältnis/ kein Geld der Welt kann das Wert sein! Also ich säße da lieber an der Supermarktkasse!
Mit der Einstellung, die sie hier demonstrieren outen sie sich als Ermoeglicher. Es ist schwierig genug, diese Art von Verhalten zu melden. Was aber, wenn der Betrieb auf die Kundschaft solcher Menschen angewiesen ist? "Nimms nicht so ernst, ist Teil des Jobs, wir koennen den Kunden nicht verlieren" oder was wenn sich eine junge Frau fragen muss, was ist ihr der Doktortitel wert? Sie wuerden also lieber an der Supermarktkasse sitzen? Nur ... in den USA stehen sie an der Supermarktkasse und natuerlich nur, wenn sie die Wahl haben. Viele in dieser Einkommensklasse haben zwei und drei Jobs, um ueber die Runden zu kommen. Der Verlust einere Stelle kann katastrophal sein. Weisen sie bitte die Schuld nicht den betroffenen Frauen zu, sondern denen, die glauben ein Recht zu haben, sich das zu nehmen, was sie haben wollen.
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