Republikaner-Vorwahlen in Iowa Romney siegt mit acht Stimmen Vorsprung

Es war ein stundenlanges Kopf-an-Kopf-Rennen im US-Bundesstaat Iowa - schließlich setzte sich Mitt Romney bei den republikanischen Vorwahlen mit gerade mal acht Stimmen Vorsprung gegen Rick Santorum durch. Der Multimillionär geht nun als Favorit in die nächste Wahlrunde.

REUTERS

Des Moines - Der Auftakt zur Kür des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten hatte schon im Vorfeld eine Zitterpartie versprochen - mit so einem knappen Ergebnis hatten aber wohl die wenigsten gerechnet: Ganze acht Stimmen lag Mitt Romney am Ende vor seinem Konkurrenten Rick Santorum. Das reichte gerade so eben für den hauchdünnen Sieg bei der prestigeträchtigen ersten Vorwahl der Konservativen im US-Bundesstaat Iowa. Beide holten 25 Prozent der Stimmen, für Romney stimmten 30.015 Menschen. Der Texaner Ron Paul kam mit 21 Prozent auf Platz drei.

Das Ergebnis von Des Moines ist als wegweisender Erfolg für Romney zu werten. Mit einem enormen Wahlkampfbudget ausgestattet, gilt der Multimillionär jetzt als großer Favorit für die kommenden Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina - und am Ende auch für die Kandidatur gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama.

Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landeten bei den Wählerversammlungen (Caucus) der Republikaner die Kandidaten Rick Perry, Newt Gingrich und Michele Bachmann. Ihnen waren in Umfragen wenig Chancen eingeräumt worden, sich im ländlichen Mittleren Westen als Herausforderer für Obama zu profilieren. Der siebte Bewerber der Partei, Jon Huntsman, trat in Iowa nicht an.

Nach seinem enttäuschenden Abschneiden will der texanische Gouverneur Perry seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur nun noch einmal überdenken. Perry sagte am Dienstagabend (Ortszeit) vor Unterstützern, dass er in seinen Heimatstaat zurückkehren werde, um das Ergebnis zu bewerten. Er wolle prüfen, "ob es für mich in diesem Rennen einen Pfad nach vorne gibt".

Symbolische Abstimmung im Bauernstaat

Bei den "Caucuses" waren Republikaner überall in Iowa zu etwa zweistündigen Wahlversammlungen zusammengekommen, um über die Bewerber zu diskutieren und abzustimmen. Die Bedeutung der Vorwahlen ist vor allem symbolisch: Die Stimmen aus dem kleinen Bundesstaat fallen bei der landesweiten Kandidatenkür kaum ins Gewicht. Allerdings kann der Sieger für sich in Anspruch nehmen, den ersten wirklichen Test an der Wahlurne gewonnen zu haben.

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Iowa: Romney zittert sich zum Sieg
Romney, ehemaliger Gouverneur von Massachusetts, repräsentiert die eher moderaten Republikaner und war vor vier Jahren bei seinem ersten Versuch, die Republikaner in einen Präsidentschaftswahlkampf zu führen, in Iowa hinter seinem Gegner Mike Huckabee zurückgeblieben.

Der frühere Senator von Pennsylvania Santorum steht mit seiner klaren Ablehnung des Rechts auf Abtreibung für die christlichen Konservativen. Ron Paul dagegen versucht mit seinem Versprechen zu punkten, dem Staat mehr und mehr Befugnisse wegzunehmen und die Geschicke des Landes überwiegend den Kräften des Marktes zu überlassen.

Obama in Iowa ohne Konkurrenz

Präsident Obama kann sich in Iowa auf eine breite Wählerbasis stützen und stellt sich der Parteiversammlung der Demokraten ohne Gegenkandidaten. Nach Iowa finden am 10. Januar die zweiten Vorwahlen in New Hampshire statt, anschließend folgen in dichtem Takt weitere Abstimmungen.

Als letzter der 50 Bundesstaaten hält Utah Ende Juni seine Vorwahlen ab. Auf dem republikanischen Parteitag in Tampa, Florida, Ende August wählen die Delegierten aus allen Bundesstaaten dann offiziell den Obama-Herausforderer für die Wahlen am 6. November 2012.

Obama hatte seine Anhänger in Iowa mit kämpferischen Worten auf das Wahljahr eingestimmt. "Wir haben viel getan, und wir haben noch viel mehr zu tun. Darum brauchen wir vier weitere Jahre", sagte Obama am Dienstagabend in einer Videokonferenz, die bei den "Caucuses" der Demokraten in Iowa übertragen wurde. Da Obamas Kandidatur innerparteilich nicht umstritten ist, ist der demokratische Nominierungsprozess dieses Mal lediglich Formsache.

jok/dapd/afp



insgesamt 68 Beiträge
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Seite 1
gerkaiser 04.01.2012
1. Muss das schon wieder sein?
Zitat von sysopEs war ein stundenlanges Kopf-an-Kopf-Rennen in Iowa -*schließlich setzte*sich Mitt Romney bei den republikanischen Vorwahlen*mit ganzen*18 Stimmen Vorsprung gegen Rick Santorum durch. Das könnte ihm den Weg zu Erfolgen in weiteren Bundesstaaten öffnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807051,00.html
Berichte über den Wahlkampf in europäischen Ländern findet man in SPON nur am Rande. Aber der amerikanische Wahlkampf wird jedes Mal in elegischer Breite ausgewalzt. Interessiert das den Leser wirklich? Entscheidend wird ja wohl sein wer der nächste Präsident wird und nicht wie viele Konkurenten er hinter sich gelassen hat. Also mich ödet das wirklich an.
Alimentator 04.01.2012
2. Bitte verschont uns!
Eine Partei in einem Land in Übersee sucht einen Kandidaten. Jetzt mal im Ernst: Wer soll sich in Deutschland dafür interessieren? Einfluss auf die Außenpolitik - und damit auf uns - wird das erfahrungsgemäß nicht haben. Bitte verschont uns also mit diesen langweiligen Informationen, oder behandelt die wenigstens nicht als Top-Nachricht. Ich erinnere nur an den letzten Vorwahlkampf, der ganze FÜNF MONATE die Schlagzeilen in Deutschland beherrscht hat. GNADE!
gambio 04.01.2012
3. Was solln das ?
Zitat von sysopEs war ein stundenlanges Kopf-an-Kopf-Rennen in Iowa -*schließlich setzte*sich Mitt Romney bei den republikanischen Vorwahlen*mit ganzen*18 Stimmen Vorsprung gegen Rick Santorum durch. Das könnte ihm den Weg zu Erfolgen in weiteren Bundesstaaten öffnen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,807051,00.html
Bitte jetzt nicht monatelang über dem Ami-Wahlkampf berichten.Die Masse der SPON Leser wird das wohl ebenfalls nicht sonderlich interessieren.
grover01 04.01.2012
4.
Zitat von AlimentatorEine Partei in einem Land in Übersee sucht einen Kandidaten. Jetzt mal im Ernst: Wer soll sich in Deutschland dafür interessieren? Einfluss auf die Außenpolitik - und damit auf uns - wird das erfahrungsgemäß nicht haben. Bitte verschont uns also mit diesen langweiligen Informationen, oder behandelt die wenigstens nicht als Top-Nachricht. Ich erinnere nur an den letzten Vorwahlkampf, der ganze FÜNF MONATE die Schlagzeilen in Deutschland beherrscht hat. GNADE!
Dieses Jahr interessieren mich die Vorwahlen ausnahmsweise tatsächlich, da es mit Ron Paul mal einen Kandidaten gibt, der wirklich etwas verändern möchte und auch weiss wie er das anstellen müsste (hierzulande ist so ein Kandidat leier nicht in Sicht). Immerhin ein Achtungserfolg, vor allem angesichts der unfairen Behandlung in den Medien. Und noch ist nichts entschieden, Romney und Santorum sind beide zu wenig greifbar um die Wähler wirklich zu überzeugen.
Stelzi 04.01.2012
5. Es langt!
Mich interessieren diese Artikel. Und das alleine langt schon, die ewigen Motzer zu ignorieren, die offenbar nicht in der Lage sind, Artikel zu überspringen, die sie nicht interessieren! Einfach nur dreist!
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