Tillersons Abschiedsrede "Ich kehre ins Privatleben zurück"

Was ihm im Amt besonders wichtig war? "Der faire Umgang miteinander": Rex Tillerson hat sich aus seinem Job als US-Außenminister verabschiedet. Er bedankte sich bei Mitarbeitern, Steuerzahlern - nur dem Präsidenten dankte er nicht.

US-Außenminister Rex Tillerson
AP

US-Außenminister Rex Tillerson


US-Außenminister Rex Tillerson hat sich nach seinem Rauswurf am Dienstag von seinen Mitarbeitern in aller Welt verabschiedet.

Er werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit seinem designierten Nachfolger bei der Amtsübergabe zusammenarbeiten, sagte Tillerson in Washington.

"Ich kehre jetzt ins Privatleben zurück", sagte Tillerson, dessen Stimme während der Verlesung seines Statements nicht immer fest blieb. Er nannte die Fortschritte in der Korea-Politik als eine der größten Errungenschaften seiner nur 14 Monate dauernden Amtszeit als US-Chefdiplomat.

Tillerson betonte die Notwendigkeit des Ausgleichs. "Die Führungsstärke der USA beginnt mit der Diplomatie", sagte Tillerson und fügte hinzu: "Nichts ist möglich ohne Partner und Verbündete." Ihm sei der faire Umgang auch in seinem Ministerium stets wichtig gewesen.

Als Erfolge seiner Amtszeit erwähnte Tillerson die Durchsetzung von Feuerpausen in Syrien und die harte Haltung der USA gegenüber Nordkorea, was Erfolg weit über alle Erwartungen gebracht habe. Doch es sei noch viel zu tun. Mit Russland müsse man weiter im Gespräch bleiben, sonst werde sich das Land zunehmend isolieren. Außerdem müsse man den Dialog mit China pflegen.

Warum noch die Reise nach Afrika?

US-Präsident Donald Trump erwähnte Tillerson lediglich, als es um seine Entlassung ging. "Um Mittag herum" habe der ihn von Bord der Präsidentenmaschine Air Force One angerufen. Damit bestätigte Tillerson, dass Trump zunächst via Twitter und dann vor Journalisten über die Personalie sprach, bevor er den Betroffenen selbst informierte.

Der US-Außenminister befand sich auf einer Afrikareise, als er aus seinem Stab die Warnung erhielt, dass seine Entlassung bevorstehe. Dass der US-Außenminister am zweiten Tag des eigentlich auf sechs Tage ausgelegten Afrikabesuchs entlassen wurde, wird auch als Zeichen der Geringschätzung des Weißen Hauses dem Kontinent gegenüber gedeutet. Tillerson sollte dort schließlich auch diplomatische Verstimmungen ausbügeln, die durch Trump Äußerungen über "shithole countries" entstanden waren.

Im Video: Rauswurf per Twitter

cop/dpa/Reuters



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