US-Außenminister Tillerson "Ich habe Trumps geistige Eignung nie angezweifelt"

Ist der US-Präsident geistig gesund? Laut einem Enthüllungsbuch haben Mitarbeiter Zweifel. Außenminister Tillerson nimmt seinen Chef nun in Schutz: Donald Trump sei eben anders als andere.

Rex Tillerson (l.) mit Donald Trump
AFP

Rex Tillerson (l.) mit Donald Trump


US-Außenminister Rex Tillerson sieht nach eigenen Angaben keine Veranlassung, an der Befähigung von Donald Trump für das Präsidentenamt zu zweifeln. "Ich habe seine geistige Eignung nie angezweifelt", sagte Tillerson dem US-Sender CNN. Der Minister äußerte sich nach ersten Veröffentlichungen aus einem brisanten Enthüllungsbuch über den US-Präsidenten, wonach dessen Umgebung deutlich an Trumps Eignung zweifelt.

Das Buch zitiert namentlich mehrere Vertraute und Berater des Präsidenten, die ihn mit wenig schmeichelhaften Begriffen wie "Idiot" oder "Trottel" charakterisiert haben sollen. Im vergangenen Jahr soll Tillerson selbst den US-Präsidenten in einem Wutanfall als "Deppen" beschimpft haben - Berichte darüber hat Tillerson nie dementiert. Seitdem gibt es immer wieder Spekulationen über seinen Rücktritt.

"Ich habe vor, das ganze Jahr hier zu bleiben"

In dem CNN-Interview bekräftigte Tillerson nun jedoch, dass Trump ihn niemals aus dem Amt habe drängen wollen und er selbst keine Rücktrittspläne hege. "Ich habe vor, das ganze Jahr hier zu bleiben", sagte er. Zu der Frage, ob es Andeutungen von Trump gegeben habe, dass er seinen Rücktritt wünsche, sagte der US-Außenminister: "Nichts dergleichen."

Trump sei anders als alle seine Vorgänger, sagte Tillerson weiter. Genau deshalb sei er gewählt worden. Er selbst habe über Monate an seiner Beziehung zum Präsidenten gearbeitet und gelernt, ihm die Informationen zu geben, die er benötige, "um die richtigen Entscheidungen zu treffen".

Russland-Dossier

Das Enthüllungsbuch "Fire and Fury" ist nicht die einzige Veröffentlichung, die Trump Probleme bereitet. Anfang 2017 war ein Dossier aufgetaucht, das eine Auflistung von belastendem, aber nicht verifiziertem Material über Trumps Verbindungen zu Russland enthielt.

Zwei republikanische Senatoren haben nun dem Justizministerium empfohlen, Ermittlungen gegen den Autor des Dossiers einzuleiten. Der ehemalige britische Geheimagent Christopher Steele habe möglicherweise falsche Angaben gegenüber Ermittlern gemacht, erklärten die Senatoren Chuck Grassley und Lindsey Graham.

Sie sagten jedoch nicht, in welchem Zusammenhang Steele gelogen haben soll. Derzeit prüfen mehrere Ausschüsse, ob Russland die US-Wahlen 2016 beeinflusst hat und welche Beziehungen Trumps Wahlkampfteam nach Russland hatte. Die Empfehlung der US-Senatoren gilt als erste bekannt gewordene Empfehlung über strafrechtliche Schritte bei den Russland-Untersuchungen im Kongress.

koe/dpa/AFP

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