US-Außenminister Tillerson kritisiert Saudi-Arabien

US-Außenminister Rex Tillerson fordert Saudi-Arabien auf, außenpolitisch "etwas gemäßigter und etwas umsichtiger" zu sein. Er verweist ausdrücklich auf den Jemen-Konflikt, die Libanon- und die Katar-Krise.

Rex Tillerson
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Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten für die USA im Nahen Osten. Nun hat US-Außenminister Rex Tillerson das Herrscherhaus ungewöhnlich deutlich kritisiert. Riad werde ermutigt, "etwas gemäßigter und etwas umsichtiger" vorzugehen, sagte Tillerson in Paris. Er verwies ausdrücklich auf den Krieg im Jemen sowie die Krisen im Libanon und im Golf-Emirat Katar.

Im Dauerkonflikt mit dem schiitischem Erzrivalen Iran geht das sunnitische Königreich Saudi-Arabien in der Region des Nahen und Mittleren Ostens hart vor. Beobachter machen dafür auch den "starken Mann" in Riad verantwortlich, Kronprinz Mohammed bin Salman.

Im Jemen bekämpft die von Saudi-Arabien geführte Koalition die schiitischen Huthi-Rebellen. In dem Land sind Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Tillerson forderte Riad auf, die Blockade von jemenitischen Häfen zu beenden, die in der Hand der Rebellen seien.

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hatte im vergangenen Monat unter weitgehend ungeklärten Umständen in Riad seinen Rücktritt erklärt, den er Wochen später wieder zurücknahm. Das Emirat Katar war im Sommer von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten wegen des Vorwurfs isoliert worden, Extremisten zu unterstützen.

dop/dpa/AP



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